Überblick

Überblick

Denkmalpflege in Baden-Württemberg

  • Eppingen im Kraichgau: Ein herausragendes Beispiel für die hohe Qualität der Denkmalpflege im Land und Ort der baden-württembergischen Eröffnungsveranstaltung zum "Tag des offenen Denkmals" am 12. September 2015. (Quelle: Stadt Eppingen)

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  • Schloss in Bad Urach (Quelle: LAD, Irene Plein)

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  • Sanierung des alten Schul- und Rathauses in Mögglingen (Ostalbkreis), (Quelle: Peter Kruppa, Aalen)

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  • St. Georg in Reichenau-Oberzell (Quelle:LAD, Irene Plein)

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  • Westportal des Freiburger Münsters (Quelle: LAD, Bernd Hausner)

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  • 125 Jahre Ulmer Münster - Höchster Kirchturm der Welt mit 161,53 Metern (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege BW)

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Über 90.000 Bau- und Kunstdenkmale, mehr als 60.000 archäologische Denkmale und zahlreiche Kleindenkmale machen das Land-Baden-Württemberg zu einem der kulturell und historisch reichsten Lebensräume Deutschlands. Die Denkmalpflege möchte diese Kulturdenkmale schützen und sie für künftige Generationen erhalten.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau ist oberste Denkmalschutzbehörde, entscheidet über grundsätzliche Fragen, regelt das denkmalrechtliche Verfahren, erlässt Vorschriften und ist am Gesetzgebungsverfahren beteiligt. Eigentümer von Kulturdenkmalen werden durch Steuererleichterungen und einem Förderprogramm darin unterstützt, ihre Denkmale zu erhalten und zu pflegen.

Denkmalförderung durch Steuererleichterungen

Denkmaleigentümer können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Nach den §§ 7i, 10f, 11b und 10g des Einkommensteuergesetzes (EStG) gibt es besondere Absetzungsmöglichkeiten für Ausgaben, die bei Maßnahmen an Kulturdenkmalen entstanden sind.

Für die Erteilung von Bescheinigungen nach § 10g EStG ist das Landesamt für Denkmalpflege zuständig.

Denkmalförderung durch Zuschüsse

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau stellt jährlich ein Denkmalförderprogramm auf. Aktuelle Informationen dazu werden auf diesem Portal und unter www.denkmalpflege-bw.de veröffentlicht. Die Vorbereitung dieses Programms und die Abwicklung der Fördermaßnahmen erfolgt durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Zuwendungsanträge müssen den denkmalpflegerischen Erfordernissen des Denkmalschutzgesetzes entsprechen und mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt sein. Anträge sind spätestens bis zum 1. Oktober des Jahres vor Beginn der Maßnahme beim Landesamt für Denkmalpflege, Berliner Straße 12, 73728 Esslingen am Neckar einzureichen.

Eine Aufnahme in das Förderprogramm ist abhängig vom Umfang der im jeweiligen Förderjahr zur Verfügung stehenden Haushaltmittel, dem Bedarf für die beantragten Fördermaßnahmen insgesamt und der denkmalpflegerischen Bedeutung sowie der Dringlichkeit der beantragten Fördermaßnahme.

Das Land stellte im Denkmalförderprogramm 2016 rund 14 Millionen Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Die 341 Zuschüsse verteilten sich zu rund 44 Prozent auf private, zu 39 Prozent auf kirchliche und zu 17 Prozent auf kommunale Maßnahmen. Damit leistet das Land einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Pflege der baden-württembergischen Kulturdenkmale.

UNESCO - Weltkulturerbe

In ganz Deutschland sind 42 Welterbestätten in die UNESCO-Liste eingetragen, sechs davon liegen in Baden-Württemberg: das Zisterzienserkloster Maulbronn, die Klosterinsel Reichenau, der Obergermanisch-Raetische Limes, die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen und die beiden Le Corbusier-Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung. Seit Juli 2017 gehören auch die „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ im Ach- und Lonetal zur UNESCO-Liste.

Alle sechs Welterbestätten im Land zeichnen sich durch ihren außergewöhnlichem universellen Wert, ihre Authentizität und Einzigartigkeit aus und gehören zu den unschätzbaren und unersetzlichen Besitztümern der ganzen Menschheit.

Die Auszeichnung ist gleichzeitig Verpflichtung für das Land, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen Welterbestätten in Bestand und Bedeutung zu schützen, ihnen eine Funktion im öffentlichen Leben zu geben und ihre Weitergabe an künftige Generationen zu sichern. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau kümmert sich darum, dass das Land gegenüber bereits anerkannten Welterbestätten seiner Verpflichtung nachkommt und ist bei Auswahl und Unterstützung möglicher Neuanwärter für die UNESCO-Liste zuständig.

Aufgabe und rechtliche Grundlage des Denkmalschutzes

Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege sind die Erfassung von Kulturdenkmalen, ihr Schutz und ihre Pflege mit dem Ziel größtmöglicher Substanzerhaltung. Rechtsgrundlage dafür ist das Denkmalschutzgesetz für Baden-Württemberg in der Fassung vom 6.12.1983 (GBl. S.797), zuletzt geändert am 9.12.2014 (GBl. S. 686). Dabei sind Kulturdenkmale alle Gegenstände, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.

Wirtschaftlicher Nutzen der Denkmalpflege

Es geht bei der Denkmalpflege jedoch nicht allein um das Bewahren und Erforschen. Auch der wirtschaftliche Nutzen von Maßnahmen der Sanierung und Vitalisierung von Baudenkmalen ist erheblich. Denkmalförderung kommt fast ausschließlich dem Mittelstand, dem lokalen Gewerbe, dem Handwerk und den Freiberuflern zugute. Sie schafft und sichert Arbeitsplätze, da rund 80 Prozent der Gesamtkosten für die Erhaltung von Altbauten Personalkosten sind. Die Mittel der Denkmalförderung lösen Folgeinvestitionen in bis zu achtfacher Höhe des Fördervolumens aus. Dadurch werden Wirtschaftskreisläufe angestoßen und konjunkturpolitische Akzente gesetzt. Darüber hinaus ist die Erhaltung und Nutzung vorhandener Bausubstanz im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung Ressourcen schonend und im Hinblick auf verwendete Materialien und Techniken ökologisch sinnvoll.


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