Konjunktur

Baden-Württembergische Wirtschaft behauptet sich auch in der Pandemie

Großbaustelle bei Sonnenaufgang

Im Jahr 2021 ist Baden-Württembergs Wirtschaft insgesamt kräftig gewachsen, aber das Vorkrisenniveau dürfte erst Ende 2022 wieder erreicht werden.

Grund dafür ist ein leichter Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP), der für das Schlussquartal 2021 erwartet wird. Im Jahresdurchschnitt rechnen die Forscher des Tübinger Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW)  mit einem realen BIP-Wachstum von etwas über vier Prozent. Dies ist das Ergebnis ihrer Konjunkturprognose vom 22. Dezember 2021.

Nachdem das Land von der Rezession des Vorjahres überdurchschnittlich stark betroffen gewesen war, erholte sich die Wirtschaft 2021 schnell, allerdings aller Voraussicht nach noch nicht vollständig. Dies zeichnete sich schon im dritten Quartal 2021 mit einem deutlich abgeflachten Wachstum ab. Für das Schlussquartal 2021 wird von Seiten des IAW sogar ein leichter Rückgang des realen BIPs erwartet. Dieser sei bedingt durch Engpässe und zum Teil kräftige Preissteigerungen bei wichtigen Vorleistungsgütern, Baustoffen und Rohstoffen, aber auch durch die coronabedingten Einschränkungen, die vor allem im Gastgewerbe und Einzelhandel deutliche Spuren hinterlassen haben. Während so die konjunkturelle Erholung angebotsseitig gedämpft wird, belastet eine zwischenzeitlich angestiegene Inflationsrate auch die Nachfrage der privaten Haushalte. Hinzu kommt, dass die Exporterwartungen zuletzt wieder gesunken sind.

Unter der prognostizierten Annahme, dass Baden-Württembergs Wirtschaft in 2022 real um rund drei Prozent wächst, würde das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Das IAW geht dazu von einer konjunkturelle Seitwärtsbewegung für das 1. Vierteljahr 2022 und spätestens ab dem 2. Halbjahr 2022 von einem deutlichen Wachstum aus. Allerdings sei es für die stark außenwirtschaftlich orientierte Wirtschaft Baden-Württembergs wesentlich, dass sich internationale Lieferketten wieder entspannten (oder reibungslos funktionierten). Die zukünftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und einer mittelfristig höheren Inflation konnten bei der Prognose noch nicht berücksichtigt werden.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betont: „Auch ökonomisch liegt Corona noch nicht hinter uns. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten zwei Jahre zeigt, dass die staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zusammen mit den vielfältigen Programmen zur Liquiditätssicherung unserer Unternehmen und dem Instrument der Kurzarbeit eine langanhaltende Rezession verhindert haben. Dennoch ist der Aufschwung nach wie vor kein Selbstläufer. Die aktuelle Abschwächung zum Jahresende zeigt, dass es weiterhin politischen Rückenwind auf allen Ebenen braucht. Zu einem selbstragenden Aufschwung müssten auch die Unternehmensinvestitionen eine neue Dynamik entfalten.“

Eckdaten Wirtschaft 2021 (XLS)

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