Antrag: UNESCO-Welterbe

Great Spas of Europe

Baden-Baden, Trinkhalle, Heinrich Hübsch (1839–1842) (Bild: © Torben Beeg)
Baden-Baden, Trinkhalle, Heinrich Hübsch (1839–1842)
Baden-Baden, Kurhaus, Friedrich Weinbrenner (1821–1824), mit Casino, Edouard Bézanet (1853–1855) (Bild: © Torben Beeg)
Baden-Baden, Kurhaus, Friedrich Weinbrenner (1821–1824), mit Casino, Edouard
Baden-Baden, Wasserkunstanlage Paradies, Max Laeuger (1921–1925) (Bild: © Nathalie Dautel)
Baden-Baden, Wasserkunstanlage Paradies, Max Laeuger (1921–1925)
Baden-Baden, Lichtentaler Allee und Benazet-Pavillon (1865) (Bild: © Nathalie Dautel)
Baden-Baden, Lichtentaler Allee und Benazet-Pavillon (1865)
Baden-Baden, Friedrichsbad, Carl Dernfeld (1869–1877) (Bild: © Michael Bauer)
Baden-Baden, Friedrichsbad, Carl Dernfeld (1869–1877)

Elf Europäische Kurstädte – „Great Spas of Europe“ – bewerben sich um die Aufnahme in die Welterbeliste. Der offizielle Antrag wurde Anfang 2019 bei der UNESCO in Paris eingereicht. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg koordiniert als oberste Denkmalschutzbehörde das Antragsverfahren für das Land und betreut es gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Die europäischen Kurstädte sind in kultureller, sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht ein Phänomen, das vor allem im 19. Jahrhundert seine Blüte erlebte. Dienten sie zunächst der Therapie und Genesung, wuchs zunehmend ihre Funktion als kultureller Treffpunkt von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlichster Kreise, Länder und Kulturen.

Aus diesem Bedeutungszuwachs ergab sich eine einzigartige architektonische, städtebauliche und landschaftliche Komposition. Bei dem Antrag handelt es sich um eine gemeinsame Nominierung elf bedeutender Kurstädte des 19. Jahrhunderts aus sieben Staaten für die Welterbeliste der UNESCO. Beteiligt sind die deutschen Kurstädte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen. Zu den tschechischen Städten gehören Marienbad, Franzensbad und Karlsbad. Hinzu kommen Baden bei Wien (Österreich), Spa (Belgien), Montecatini Terme (Italien), Vichy (Frankreich) und Bath (Großbritannien).

Die Serie umfasst Kurstädte, die die Integrität (Unversehrtheit) und Authentizität (Echtheit) von Kurstädten des 19. Jahrhunderts in ihrer städtischen Form und den typischen Kurgebäuden widerspiegeln. Hierzu zählen Kureinrichtungen und bedeutende architektonische Ensembles, darunter spezielle Kurgebäude: Kurhäuser, Wandel-Kolonnaden, Trinkhallen, Badegebäude, ausgesuchte Hotels und Pensionen. Die Verbindung der Kurstädte mit den sie umgebenden Parks und ausgedehnten Grünanlagen belegen den wachsenden Einfluss von Bewegung und Sport an der frischen Luft in Medizin und Therapie. So ist auch die Umgebung der Kurstädte als ein Bestandteil der therapeutischen Anwendungen zu sehen.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts traten neben medizinische und therapeutische in hohem Maße auch gesellschaftliche Gründe, um Kurbäder aufzusuchen. Dem Publikum wurde es mehr und mehr ein Anliegen, an diesen gepflegten Orten zusammenzukommen, sich auszutauschen und Kontakte zu pflegen – man sah und wurde gesehen. Um die hohen Ansprüche der Kundschaft zu befriedigen, finden sich in den Kurstädten auch immer Angebote für Freizeit- und Abendgestaltung: Es wurden Theater und Casinos gebaut, man traf sich in Klubs, zum Tanz oder beim Pferderennen. Kirchen unterschiedlichster Konfessionen trugen der Internationalität des Publikums Rechnung.

Welterbestätten in Baden-Württemberg

In ganz Deutschland sind 46 Welterbestätten in die UNESCO-Liste eingetragen (Stand August 2019). Diese Auszeichnung erhielten in Baden-Württemberg das Zisterzienserkloster Maulbronn (1993), die Klosterinsel Reichenau (2000), der obergermanisch-raetische Limes (2005), die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen (2011), die beiden Le Corbusier-Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung (2016) und die Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb (2017).

Weitere Informationen auf dem Portal der Landesdenkmalpflege.

Pressemeldung vom 17.1.2019: Elf europäische Kurstädte werden für UNESCO-Welterbeliste nominiert