Regionale Zukunftspolitik

Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit durch regionales Denken und Handeln

Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit durch regionales Denken und Handeln

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Das Land Baden-Württemberg steht vor großen Herausforderungen. Dazu gehören der demografische Wandel, die Globalisierung der Wirtschaft und der anhaltende Innovationsdruck, der Klimawandel, die Verknappung der Ressourcen und die weltweiten Krisenherde. Das hat Konsequenzen für die Qualität der Standortfaktoren in den einzelnen Wirtschaftsräumen und deren Wettbewerbsfähigkeit. Die Dynamik und die Komplexität dieser Herausforderungen erfordern ein konzertiertes Vorgehen aller Partner in der regionalen Strukturpolitik.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau will regionale Entwicklungsprozesse in den Wirtschaftsräumen des Landes begleiten und im Rahmen der Struktur- und Wirtschaftsförderprogramme unterstützen.

Regionalstrategie

Gemeinsam mit den Partnern und Multiplikatoren der Regionalentwicklung hat das Ministerium im Rahmen des „Regional-Dialoges“ Ziele und Maßnahmen einer nachhaltigen Regionalentwicklung und regionalen Innovationspolitik entwickelt.

Die regionalen Akteure haben große Chancen vor Ort diesen wichtigen Prozess mitzugestalten, in dem sie im regionalen Diskurs in eigener Initiative und Verantwortung die Stärken und Schwächen ihres Wirtschaftsraumes analysieren.

Das Ministerium unterstützt die Regionen in diesem Prozess z.B. durch das Förderprogramm „Regionales Innovationsmanagement“. Mit diesen wird ein fast flächendeckendes regionales Innovationsmanagement durch die Professionalisierung vorhandener Ansätze etabliert. Mit ca. 1,6 Mio. Euro werden insgesamt 11 Managements unterstützt.

Regional-Dialog

Studie Regionale Innovationssysteme in Baden-Württemberg

Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums führten die Prognos AG und das ZEW Mannheim eine Studie durch, die die regionalen Innovationssysteme in Baden-Württemberg unter die Lupe nahm. Die Studie identifizierte beispielsweise Defizite in der gezielten Zusammenarbeit und Vernetzung der regionalen Innovationsakteure und gibt Empfehlungen für Verbesserungen in diesem Bereich. Weiteren Handlungsbedarf sieht die Studie darin, Hilfsangebote der regionalen Innovationsakteure transparenter zu machen und arbeitsteiliger auf die Bedarfe der mittelständischen Wirtschaft abzustimmen. Auch müssten die Innovationsakteure in den Regionen miteinander künftige Innovationstrends oder Transformationsbedarfe noch besser erkennen und über eine zielgeführte Zusammenarbeit für die regionale Wirtschaft anwendbar machen. Hier stehen regionale Stärken und Schwächen noch zu selten im Fokus.

Studie Regionale Innovationssysteme in Baden-Württemberg (PDF)

Wirtschaftsförderung 4.0

Die digitale Transformation hat auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung. Nur eine moderne, den neuen Herausforderungen angepasste Wirtschaftsförderung kann am Ende Unternehmen bei deren Transformationsprozessen unterstützen.

Neue Standortfaktoren gewinnen an Bedeutung (u.a. die Bereitstellung ausreichender Breitband-Infrastruktur), die in der Wirtschaftsförderung zu berücksichtigen sind. Die Zielgruppen der Wirtschaftsförderung und deren Erwartungshaltung verändern sich. Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Durch die fortschreitende Digitalisierung muss sich die Arbeitsweise und Organisationsstruktur der Wirtschaftsförderung selbst anpassen.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Partnerkreis der Initiative Wirtschaft 4.0 darauf geeinigt, die Wirtschaftsförderung bei der Auseinandersetzung mit den neuen Chancen und Herausforderungen, die aus der digitalen Transformation für die Wirtschaftsförderung resultieren, zu unterstützen.

Ziel ist es, die Wirtschaftsförderung unter den Vorzeichen des digitalen Wandels mit Blick auf ihr Aufgabenspektrum, ihre Qualifikationen, ihre Arbeitsorganisation und ihre Kommunikationsinfrastrukturen weiterzuentwickeln, damit diese ihre Aufgaben für kleine und mittelständische Unternehmen zielorientiert durchführen kann.

Hierzu hat die AG Wirtschaftsförderung 4.0 folgende Empfehlungen erarbeitet, wie in der Kooperation mit weiteren regionalen/kommunalen Akteuren über gezielte Anreize und Hilfestellungen die strukturelle Weiterentwicklung zur Implementierung der Digitalisierung in die Wirtschaftsförderungsaktivitäten vorangetrieben werden kann:

  • Entwicklung und Erprobung von Best Practices für die Wirtschaftsförderung im Zuge eines Wettbewerbsaufrufs, damit erste erfolgreiche Ansätze zur Anpassung der Wirtschaftsförderung auf die digitale Transformation bekannter werden und diese Ansätze ggf. andere Akteure der Wirtschaftsförderung bei deren Digitalisierungsvorhaben unterstützen können.
  • Modellhafte und projektorientierte Erprobung neuer Angebote der Wirtschaftsförderung, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden (etwa hinsichtlich Standortsimulation und Flächennachfrage).
  • Stärkung des Bewusstseins über den digitalen Wandel auf der Entscheider-Ebene der Wirtschaftsförderung sowie Beratung und Qualifikation auf der Nutzer- bzw. Umsetzer-Ebene

Wettbewerb RegioWIN

Das Wirtschaftsministerium hatte RegioWIN als zweigleisigen regionalen Wettbewerb im Februar 2013 in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz aufgelegt. Regionen, Landkreise, Städte und Gemeinden wurden aufgefordert, sich mit relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung mit den Stärken und Schwächen ihrer Region auseinanderzusetzen. Dabei sollten im Hinblick auf Innovation, nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung Zukunftschancen identifiziert und ein gemeinsames regionales Strategiekonzept erarbeitet werden.Für den Wettbewerb haben in der ersten Phase 527 kommunale Akteure zusammen mit 987 Unternehmen, Hochschulen und Verbänden in 14 Regionen rund 190 Projekte zur weiteren Entwicklung ihrer Region mit einem geschätzten Investitions- und Ausgabevolumen von 660 Millionen Euro entwickelt. Eine unabhängige Jury hat Mitte Dezember 2013 aus fünf Landkreisen oder Kreisverbünden und neun Regionen elf Projekte für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt.

Dokumentation Landeswettbewerb RegioWIN „Regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit“

Die Strategiekonzepte zur zukunftsfähigen Regionalentwicklung sind so unterschiedlich wie die Regionen: Die Themen reichen von intelligenter Mobilität oder nachhaltigen Innovationen über neue Formen der logistischen Verteilung und Produktion bis hin zu umfassenden Konzepten zur Gestaltung der Energiewende auf der regionalen Ebene. In der jetzt abgeschlossenen Phase stand die Strategie für die Regionen im Vordergrund, die im Konsens der Akteure zusammengestellt wurde. Erstmals wurden mit RegioWIN flächendeckend strategische Konzepte für die regionale Entwicklung in Baden-Württemberg erarbeitet.

In der zweiten Phase waren die teilnehmenden Regionen und Kreise aufgefordert, ein Regionales Entwicklungskonzept einzureichen. Darin müssen die Maßnahmen konkretisiert, priorisiert und für Leuchtturmprojekte Detailplanungen vorgelegt werden. Der Wettbewerb endete mit der Prämierung der Regionalen Entwicklungskonzepte und der Leuchtturmprojekte durch eine Jury Ende 2014. Weitere Informationen unter www.regiowin.eu

Kontakt

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg
Referat Clusterpolitik, regionale Wirtschaftspolitik
Christiane Schreck-Gärtner
Telefon: +49 (0)711 123-2559
christiane.schreck-gaertner@wm.bwl.de