Ausschreibung

Wirtschaftsministerium plant Ideenwettbewerb für den stationären Einzelhandel

Kleiderbügel an einer Stange im Freien

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg plant die Umsetzung des Ideenwettbewerbs „Einkaufserlebnisse im stationären Einzelhandel – Best Practices für Baden-Württemberg“. Dafür wird zunächst ein geeigneter Dienstleister mit besonderer Einzelhandelskompetenz für die Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung dieses Ideenwettbewerbs per Ausschreibung gesucht.

„Besondere und unvergessliche Einkaufserlebnisse vor Ort beeinflussen die Attraktivität des stationären Einzelhandels maßgeblich. Mit dem Ideenwettbewerb wollen wir zeitgemäße Einkaufserlebniskonzepte für den stationären Einzelhandel identifizieren und ausgewählte Betriebe bei deren Umsetzung unterstützen. Durch den Best-Practice-Ansatz können auch alle anderen Einzelhändler unseres Landes profitieren: Die Aufbereitung der Best Practices soll sie darin unterstützen, dem anhaltenden Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel kreativ zu begegnen“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut.

„Die finanziellen Reserven gerade von kleinen und mittleren stationären Einzelhandelsbetrieben, die besonders stark unter den gravierenden Auswirkungen des anhaltenden Strukturwandels sowie der Corona-Pandemie leiden, sind vielfach aufgezehrt. Allen Unsicherheiten zum Trotz stehen diese Händler aber jetzt vor der Herausforderung, ihre Geschäfte wieder auf Wachstumskurs zu bringen und in echte Mehrwerte für die Kunden zu investieren“, ergänzte die Ministerin. Stationäre Einzelhändler, die im Zuge der Corona-Pandemie verstärkt in den Ausbau ihres Onlinevertriebs investiert und beispielsweise einen eigenen Online-Shop implementiert hätten, hätten in vielen Fällen die Folgen des Strukturwandels und der Corona-Pandemie besser bewältigen können. „Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, muss der stationäre Einzelhandel aber auch seine ‚klassischen‘ Vorteile gegenüber dem reinen Online-Handel ausbauen und stärken“, betonte Hoffmeister-Kraut. Hierzu zählten vor allem die Möglichkeit, Produkte vor Ort anzuschauen, an- und auszuprobieren, eine kompetente, individuelle Verkaufsberatung sowie die vielen sozialen Kontakte, die das Einkaufen zu einem echten Erlebnis machen können.

Ideenwettbewerb soll Erfolgskonzepte hervorbringen

Mit der heute veröffentlichten Ausschreibung soll ein geeigneter Dienstleister für die Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung eines Ideenwettbewerbs zur Identifizierung erfolgversprechender Erlebniskonzepte im stationären Einzelhandel gefunden werden. Dieser soll ein geeignetes Konzept für einen solchen Ideenwettbewerb erarbeiten, diesen im Auftrag des Wirtschaftministeriums umsetzen, und die im Rahmen des Ideenwettbewerbs ausgewählten Einzelhandelsunternehmen bei der Umsetzung ihrer Erlebniskonzepte beraten. Weiterhin soll der Auftragnehmer im Sinne eines Wissenstransfers aus den umgesetzten Konzepten Best-Practice-Beispiele für den gesamten stationären Einzelhandel im Land identifizieren und zur Veröffentlichung aufbereiten.

Adressiert werden insbesondere Beratungsunternehmen mit Einzelhandelskompetenz. Im Rahmen des Ideenwettbewerbs sollen rund 25 Erlebniskonzepte bezuschusst werden.

Angebote können ausschließlich in Textform auf elektronischem Wege zusammen mit allen geforderten Anlagen bis zum 12. Juli 2022, 12:00 Uhr (Eingang beim Auftraggeber) bei der Vergabestelle eingereicht werden (E-Mail-Adresse: wm-auschreibungen@wm.bwl.de).

Zur Ausschreibung

 

Der Einzelhandel im Wandel

Der Einzelhandel befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der ihn vor vielfältige Herausforderungen stellt. Dazu gehören insbesondere das veränderte Konsumentenverhalten und die digitale Transformation mit weiter zunehmendem Onlinehandel und -kauf. Die Corona-Pandemie verstärkte diese Entwicklung mit der Folge dramatischer Umsatzrückgänge über einen längeren Zeitraum bei vielen, insbesondere kleinen und mittleren inhabergeführten, stationären Einzelhändlern. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) ist der Umsatz im Bekleidungshandel im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 52 Prozent eingebrochen – die Spielwarenhändler verzeichneten einen Umsatzrückgang im selben Zeitraum in Höhe von 37 Prozent. Viele andere Sparten mussten ebenfalls hohe Umsatzeinbußen hinnehmen.

Mit der Intensivberatung „Zukunft Handel 2030“ hat das Wirtschaftsministerium bereits im letzten Jahr ein Förderprogramm veröffentlicht, welches insbesondere kleine und mittlere stationäre Einzelhandelsunternehmen bei der Bewältigung des Transformationsprozesses unterstützt, indem tragfähige, individuelle Lösungen in den Bereichen Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und Personal durch branchenerfahrene Fachberater erarbeitet werden.

Darüber hinaus unterstützt das Förderprogramm „Regionale Innenstadtberater“ bereits seit Juli 2021 die Innenstadtakteure, darunter auch den stationären Einzelhandel, bei der Entwicklung und Umsetzung langfristig wirksamer Konzepte.

Mit dem Sofortprogramm Einzelhandel / Innenstadt werden neben der Einrichtung und dem Betrieb von Pop-up-Stores und -Malls zur Leerstands-Bekämpfung in den Kommunen, u.a. neuartige Veranstaltungen mit Eventcharakter zur Innenstadtbelebung gefördert.

Europäische Union und das Vereinigte Königreich reichen sich die Hand (Bild: © Fotolia)
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Im Wettbewerb „Industrie 4.0-Talente“ werden herausragende Industrie 4.0-Umsetzungsbeispiele in der Ausbildung gesucht und die ausgewählten Projekte mit den beteiligten Auszubildenden öffentlichkeitswirksam prämiert.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
  • Tourismusbilanz

Winterbilanz fällt für Tourismusbranche positiv aus

Laut Zahlen des Statistischen Landesamtes kamen nach der stark durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Wintersaison 2020/21 im vergangenen Winter wieder mehr Gäste nach Baden-Württemberg.

Baustelle mit Kran / ©Smileus
  • Konjunkturprognose

Rückgang des realen BIP um 0,2 Prozent erwartet

Laut dem Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) dämpfen die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine ebenso wie die nach wie vor angespannten internationalen Lieferketten die Konjunkturprognose für das zweite Quartal 2022 in Baden-Württemberg.

Zwei Radwanderer in den Weinbergen
  • Förderprogramm

Tourismusinfrastrukturprogramm 2023 startet

Ab sofort können Städte und Kommunen wieder Anträge auf Förderung ihrer geplanten Infrastrukturmaßnahmen stellen.

  • Förderung

Wirtschaftsministerium fördert Batterieforschungsprojekte im Land mit rund 7,5 Millionen Euro

Die Förderung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um in Baden-Württemberg ein leistungsfähiges und nachhaltiges Ökosystem Batterie mit starken Akteuren auf allen Wertschöpfungsstufen aufzubauen.

Mitarbeiter in einem medizinischen Labor
  • Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft wächst 2021 stabil

Das Statistische Landesamt hat die Bilanz 2021 der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg veröffentlicht. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole-Hoffmeister-Kraut zeigt sich über die positive Entwicklung erfreut.

Ein Forscher überprüft einen Quantencomputer
  • Förderprogramm

Land fördert Verbundforschungsprojekte zum Quantencomputing

Im Zentrum der Ausschreibung stehen kooperative Forschungsarbeiten, die das Ziel haben, Erkenntnisse der Grundlagen- und Vorlaufforschung aus dem Gebiet der Quantentechnologien im Hinblick auf eine praktische Anwendung weiter zu entwickeln und für die Wirtschaft nutzbar zu machen.

Mutter mit ihren zwei Töchtern
  • Arbeit

Programm für Beschäftigungsförderung und Jugendhilfe wird ausgebaut

Mit dem Projekt „Beschäftigungsförderung und Jugendhilfe gemeinsam anpacken“ (BeJuga“) erprobt das Land seit 2017 an bisher 22 Standorten, wie Eltern und Alleinerziehende, die SGB II – Leistungen beziehen, und ihre Kinder besser unterstützt werden können. Ab Juli wird die Zahl auf 32 Standorte erhöht, die Erziehenden Zugang zu Beratung, Kinderbetreuung und Beschäftigungsmöglichkeiten erleichtern.