Konjunktur

Abgeschwächte Konjunktur 2019 und 2020

Großbaustelle bei Sonnenaufgang

Wie erwartet, schwächt sich die Konjunktur nach 10 Jahren Wirtschaftswachstum 2019/20 etwas ab. Nach einem noch leicht überdurchschnittlichen Wachstum 2018 begannen sich globale Unsicherheiten und Handelskonflikte 2019 auch auf die baden-württembergische Wirtschaft auszuwirken.

Die gegenwärtige Schwächephase ist in erster Linie auf die schwache Industriekonjunktur zurückzuführen. Sowohl die Auftragseingänge als auch Auftragsbestände liegen unter den Vorjahreswerten. So stagnierte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2019 auf dem Vorjahresniveau.

Nach einem Rekordwert bei ausländischer Nachfrage nach baden-württembergischen Waren von rund 203 Mrd. Euro im Jahr 2018 konnten die Außenhandelszahlen für den Zeitraum Januar bis Oktober 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar weiter wachsen. Mit einer Steigerung von 1,6 % übertreffen sie die Wachstumsrate von 1 % für das gesamte Bundesgebiet etwas. Allerdings zeichnen sich bei den Leitbranchen Baden-Württembergs, dem Fahrzeug- sowie dem Maschinenbau, ein Rückgang der Ausfuhren ab, während andere Branchen, wie die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen positive Entwicklungen verzeichnen.

Die Konjunktur wird gestützt von einem nach wie vor robusten Arbeitsmarkt, wenngleich die konjunkturelle Abkühlung auch hier angekommen ist, was sich zunächst vor allem an der steigenden Zahl der Kurzarbeiter ablesen lässt. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt 2019 bei 3,2 %, und die Beschäftigung im Land dürfte im abgelaufenen Jahr erneut gestiegen sein. Das belebt tendenziell den privaten Konsum: so stieg der reale Umsatz im Einzelhandel in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 um 2,3 %. Auch von der Bauwirtschaft gingen 2019 expansive Impulse aus: die Auftragseingänge legten im Vorjahresvergleich um 15,6 % zu.

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