Pressemitteilung

Messebesuch
  • 07.03.2018

Wirtschaftsstaatssekretärin besucht Weltleitmesse JEC World in Paris – Politische Gespräche über französische Wirtschaftsreformen

Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz hat am Mittwoch (7. März) im Rahmen eines zweitägigen Besuchs in Paris die Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich sowie die weiter wachsenden Chancen in diesem Bereich hervorgehoben.

„Frankreich ist schon heute unser wichtigster wirtschaftlicher und politischer Partner in der EU. Im 55. Jubiläumsjahr des Élysée-Vertrags wollen Frankreich und Deutschland ihrer Freundschaft gleichwohl neue Dynamik und neue Qualität verleihen. Ergänzt durch die Reformimpulse, die Frankreichs Regierung im Wirtschaftsbereich plant, kann auch die Wirtschaft in Baden-Württemberg hiervon stark profitieren“, sagte Schütz. Sie sei daher sehr zuversichtlich hinsichtlich künftiger Geschäftschancen baden-württembergischer Unternehmen auf dem französischen Markt.

Neben dem Besuch des baden-württembergischen Gemeinschaftsstands auf der weltweit führenden Fachmesse der Verbundwerkstoffindustrie „JEC World“ traf die Wirtschaftsstaatssekretärin auch zu politischen Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der französischen Arbeits- und Wirtschaftsministerien zusammen. Schwerpunkte des Austauschs waren die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Arbeit und Ausbildung sowie geplante Wirtschaftsreformen der französischen Regierung. So sei in Frankreich beispielsweise das deutsche Modell der Berufsausbildung politisch hochaktuell, erläuterte Schütz. Der französische Präsident Macron strebe eine landesweite Ausdehnung der dualen Berufsausbildung an, um die in Frankreich vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren. Hier könne Baden-Württemberg Expertise anbieten. So sei erst kürzlich mit der baden-württembergischen Partnerregion Auvergne-Rhône-Alpes eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung der gegenseitigen Mobilität von Auszubildenden unterzeichnet worden. Diese umfasse u. a. die Vertiefung und den Ausbau von Partnerschaften von Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungsstätten in Baden-Württemberg mit französischen Berufsbildungsstätten. Damit könne Jugendlichen aus Frankreich die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung hier im Südwesten nahegebracht werden und gerade Unternehmen in den grenznahen Regionen Baden-Württembergs könnten Nachwuchsfachkräfte aus dem Nachbarland gewinnen, so die Staatssekretärin.

Auch für weitere französische Reformvorhaben sei Deutschland ein Vorbild. Baden-Württemberg könne auch hier Unterstützung beisteuern, so zum Beispiel im Bereich der Mittelstandsförderung. Katrin Schütz: „Wirtschaft und Politik unseres engsten Nachbarn sind in Bewegung wie lange nicht mehr. Die Signale stehen auf Deregulierung und Wachstum. Von einer verstärkten Zusammenarbeit in diesen Bereichen könnten auch die in Frankreich tätigen baden-württembergischen Unternehmen also nur gewinnen.“


Weitere Informationen
Mit Exporten nach Frankreich im Wert von rund 15,5 Milliarden Euro sowie Importen aus Frankreich im Wert von rund 11,7 Milliarden Euro im Jahr 2017 ist Frankreich der wichtigste Handelspartner Baden-Württembergs innerhalb der EU und liegt an zweiter Stelle insgesamt als Exportmarkt für Unternehmen aus dem Südwesten. Die Verbundwerkstoffindustrie – der die Leitmesse JEC World gilt – umfasst innerhalb der Außenhandelsbeziehungen zahlreiche Schlüsselbranchen auf baden-württembergischer und französischer Seite: von der Automobilindustrie über die Luft- und Raumfahrttechnik bis hin zur Bauwirtschaft, Energiewirtschaft und Elektronikindustrie.

Mit 24 Ausstellern beteiligten sich zum dritten Mal in Folge mehr baden-württembergische Unternehmen am Gemeinschaftsstand von Baden-Württemberg International (bw-i) auf der JEC World. „Die Entwicklung der Ausstellerzahlen spiegelt auch die Belebung der französischen Konjunktur wider“, erklärte Schütz. Im Jahr 2017 verzeichnete die französische Wirtschaftsleistung ein Wachstum um knapp zwei Prozent und dürfte diese Wachstumsdynamik nach Schätzungen der EU-Kommission bis ins Jahr 2019 beibehalten.

Innovative Leichtbaumaterialien und ressourceneffiziente Verbundwerkstoffe finden zahlreiche Anwendungen von der Automobilindustrie über die Bau- und Energiewirtschaft bis hin zur Luft- und Raumfahrttechnik. Zur besseren Vernetzung der Entwickler- und Anwenderbranchen fördert das Land die Landesagentur Leichtbau BW GmbH und das landesweite Netzwerk „Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e. V.“ (AFBW). Beide vereinen in ihren Netzwerken jeweils über 100 bzw. 1.600 baden-württembergische Unternehmen, welche u. a. Verbundwerkstoffe entwickeln, handeln oder anwenden.