Preisverleihung

Vier Unternehmen mit dem Landesinnovationspreis ausgezeichnet

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Die Preisträger des Landesinnovationspreises 2014

Das Finanz- und Wirtschaftsministerium hat am 1. Dezember 2014 zum 30. Mal den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Landesinnovationspreis, "Dr. Rudolf-Eberle-Preis", verliehen. Mit dem Preis werden mittelständische Unternehmen für herausragende Entwicklungen und Anwendungen neuer Technologien ausgezeichnet.

In diesem Jahr wurden die Unternehmen Knecht Maschinenbau GmbH, FutureE Fuel Cell Solutions GmbH, Polytec GmbH und IOLITEC Ionic Liquids Technologies GmbH als Preisträger ausgewählt. Zusätzlich erhielt das Unternehmen Syylex AG den mit 7.500 Euro dotierten Sonderpreis der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft für Innovationen von jungen Unternehmen. Zwei weitere Unternehmen wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Ministerialdirektor Guido Rebstock sagte bei der Preisverleihung im Ludwigsburger Schloss: "Der Innovationspreis ist seit mittlerweile drei Jahrzehnten Ausweis dafür, welche Vorreiterrolle im Bereich der Innovationsförderung unser Land einnimmt. Die Verleihung des Innovationspreises zeigt einer breiten Öffentlichkeit, welch engagierte und innovative Unternehmen wir im Lande haben. Die heute ausgezeichneten Musterbeispiele für Innovation mögen daher vor allem für andere Unternehmen ein Ansporn sein. Wieder einmal zeigt sich: Die Tüftler in unserem Land sind kreativ und neugierig, verfügen über ein enormes technisches Know-how und streben unermüdlich nach Verbesserung." Allen Preisträgern sprach Rebstock herzliche Glückwünsche aus: „Sie haben Herausragendes geleistet! Sie können stolz auf Ihre Leistungen sein!“

Informationen auch unter www.innovationspreis-bw.de

Die Preisträger des Landesinnovationspreis


Die Knecht Maschinenbau GmbH aus Bergatreute erhält 20.000 Euro für die Entwicklung eines Schleifautomaten für Handmesser unterschiedlicher Form und Größe. Diese können dadurch sicher, schnell und in hoher Qualität vollautomatisch geschliffen, entgratet und poliert werden. Die Verarbeitung von Fleisch erfolgt auch in Großbetrieben größtenteils von Hand. Bislang wurden die dafür verwendeten Messer manuell geschliffen. Dies ging allerdings zu Lasten der Sicherheit und der Qualität. Wird das Messer etwa falsch auf die Schleifmaschine gehalten, hakt es ein und wird dem Schleifer aus der Hand gerissen. Oft kommt es dabei zu schweren Verletzungen. Da die Messer frei Hand über die Schleifmittel geführt werden, sind die Schliffe oft ungenau. Kernstück der neuen Schleifmaschine ist der über vier Achsen gesteuerte Greifarm. Er umgreift die Messer am Griff, fährt die verschiedenen Bearbeitungspositionen an und führt die Messer formgenau durch die Schleifkörper. Die konstant hohe Qualität des Schliffs bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Dadurch sinkt die Arbeitsbelastung beim Schneiden, da weniger Kraft notwendig ist.

Die FutureE Fuel Cell Solutions GmbH aus Wendlingen erhält 10.000 Euro für die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Systems zur Notstromversorgung. Die ständige Verfügbarkeit von Strom ist oft ein Muss, etwa beim Betrieb von Mobilfunknetzen oder in der Produktion. Ausfälle können hier schnell teure Folgen haben. Bisher kamen meist große Batteriebänke und Diesel-Generatoren zur Notstromversorgung zum Ein-satz. Brennstoffzellen-Systeme stellen dazu eine zuverlässige, umweltfreundlichere und vom Betrieb her kostengünstigere Alternative dar. Die Anforderungen an Not-stromversorgungen sind dabei höchst unterschiedlich: Sie werden mit unterschiedli-chen Leistungs- und Spannungsniveaus an verschiedenen Aufstellungsorten sowohl drinnen als auch draußen benötigt. Durch den modularen Aufbau der Brennstoffzellen-Systeme von FutureE, lassen sie sich überall als umweltfreundliche Alternative einsetzen. Sie punkten dabei unter anderem durch ihren Wirkungsgrad, ihre Emissionsfreiheit, und sind außerdem wartungsärmer, leiser und preiswerter im Unterhalt.

Die Polytec GmbH aus Waldbronn erhält 10.000 Euro für die Entwicklung eines hochpräzisen optischen Messgerätes für die Mikrosystemtechnik, Präzisionsmechanik, Entwicklung von Computer-Festplatten, Grundlagenforschung in Biologie und Medizin und verwandte Gebiete. Das Gerät besteht aus einem einzelnen, integrierten Messkopf, der ein hochentwickeltes, neuartiges Laserinterferometer enthält. Die besondere Innovation hierbei ist, dass das vom Messobjekt reflektierte Licht eines einzelnen Laserstrahls in drei Raumrichtungen analysiert und daraus die dreidimensionale Objektbewegung bestimmt wird. Gegenüber allen bisher am Markt verfügbaren Messsystemen verfügt die Neuentwicklung über die höchste Auflösung für Schwingungen in der Bauteilebene. Das Gerät vereinfacht und verbessert dank seiner hochpräzisen Messergebnisse die Entwicklung von Mikrosystemen und fördert so Innovationen in wichtigen Branchen. Jedes moderne Smartphone und Automobil verfügt über eine Vielzahl derartiger Kom-ponenten, wie Beschleunigungs-, Drehraten- und Drucksensoren sowie Mikrofone. Genaue Messungen zur Charakterisierung des Bewegungsverhaltens sind daher eine wichtige Aufgabe im Entwicklungsprozess.

Ebenfalls 10.000 Euro gehen an die IOLITEC Ionic Liquids Technologies GmbH aus Heilbronn für die Entwicklung kundenspezifischer ionischer Flüssigkeiten. Es existiert grundsätzlich eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten der positiv und negativ geladenen Teilchen (Ionen), weshalb es sich nicht um einen einzelnen Stoff, sondern vielmehr um eine Klasse von Materialien handelt. Ausgewählte Verbindungen weisen dabei einzigartige Eigenschaften auf, die sie für den Einsatz in verschiedenen Technologien und Branchen interessant machen, beispielsweise für transparente Farbstoffsolarzellen und Gefahrstoffsensoren sowie für Hochleistungsschmiermittel und Display-Technologien. Bereits heute zeichnen sich weitere Anwendungen in den Bereichen Energieumwandlung und -speicherung ab, darunter auch Hochleistungselektrolyte für Superkondensatoren, Brennstoffzellen und Batterien. IOLITEC vermarktet die Flüssigkeiten unter anderem für Forschungs- und Entwicklungszwecke, aber auch für Vorserien und erste kommerzielle Anwendungen. Die Produkte und begleitenden Dienstleistungen werden maßgeblich über das Internet vermarktet und vertrieben. Ein weiterer wichtiger Teil des Geschäftsmodells ist dabei die Beratung sowie die gemeinschaftliche Entwicklung der Prozesse und Anwendungen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden.

Den mit 7.500 Euro dotierten Sonderpreis der MBG sicherte sich die Syylex AG aus Villingen-Schwenningen. Das Unternehmen hat eine Glas-Disk zur Langzeitspeicherung von Daten entwickelt, die von herkömmlichen DVD- oder Blu-ray-Playern gelesen werden kann. Das Material Glas ist beständiger gegenüber den verschiedensten Umwelteinflüssen wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Strahlung als herkömmliche Speichertechnologien. Neben der Sicherheit gegen Datenverlust bietet die Glas-Disk weiterhin den Vorteil, dass einmal hergestellt, geringste Folgekosten entstehen. Andere Datenträger verursachen hohe Folgekosten, da die auf ihnen befindlichen Daten in der Regel nur durch ständige Pflege, in der Regel durch kopieren, erhalten werden. Das verursacht insbesondere für Daten, die für sehr lange Zeiträume sicher bewahrt werden sollen, laufend erhebliche Kosten.

Anerkennungen erhielten die ameria GmbH aus Heidelberg für ein digitales, interaktives Schaufenster und die HB Technologies AG aus Tübingen für ein Gerät zur vollautomatischen Peptidsynthese.

Hintergrundinformationen zum Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg

Der Preis wird seit 1985 jährlich an im Land ansässige kleine und mittlere Unterneh-men aus Industrie, Handwerk und technologischer Dienstleistung vergeben. Bewer-bungen werden vom Baden-Württembergischen Handwerkskammertag, dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag sowie dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie entgegengenommen. Mit der Durchführung hat das Finanz- und Wirtschaftsministerium das Regierungspräsidium Stuttgart beauftragt. Ein zwölfköpfiges Preiskomitee kürte die diesjährigen Preisträger.

Fotos der Preisträger 2014

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