Heute (22. Juli) hat Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut einen symbolischen Förderscheck in Höhe von rund einer Million Euro an das Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe und die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) für das Projekt „Roboter-Simulacrum“ übergeben. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der Plattform „Strategische Technologien für Europa“ (STEP). Ziel des Projekts ist es, Unternehmen ein leicht bedienbares Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem sie den Einsatz von Robotik in ihren eigenen Produktions- und Betriebsabläufen realitätsnah erproben und bewerten können. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der HighTech-Agenda Baden-Württemberg.
„Das Projekt ‚Roboter-Simulacrum‘ ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Stärkung der europäischen technologischen Souveränität: Durch die Kombination von Robotik, Digitalen Zwillingen und Gaming-Technologien wird ein innovatives Werkzeug entwickelt, welches breitflächig Unternehmen dazu befähigen soll, Robotiklösungen in die eigenen Prozesse einzubauen. Ich bin überzeugt, dass das ‚Roboter-Simulacrum‘ einen wichtigen Beitrag zur regionalen Innovations- und Wertschöpfungskraft Baden-Württembergs leisten wird und somit auch auf die Ziele der HighTech-Agenda BW einzahlt“, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus.
Das Projekt soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu Robotik- und Simulationsanwendungen ermöglichen und so dazu beitragen, die Potenziale robotischer Anwendungen durch Games flächendeckend zu erschließen.
Im Gegensatz zu spezialisierten Simulationsumgebungen verfolgen Game-Engines nicht das Ziel, die physikalische Realität vollständig und mit höchster Präzision nachzubilden. Stattdessen schaffen sie eine vereinfachte, aber glaubwürdige und interaktive Repräsentation der realen Welt. Gerade darin liegt ihr Potenzial für die Robotik: Der Fokus liegt auf einer schnellen, intuitiven Nutzbarkeit, anstatt auf maximaler physikalischer Exaktheit.
Die im Projekt entwickelten Lösungen werden der Gaming- und Open-Source-Community zur Verfügung gestellt. Dadurch können Synergien zwischen Robotik und Spieleentwicklung entstehen und neue Anwendungs- und Geschäftsfelder, insbesondere im Bereich der Serious Games, erschlossen werden.
Die Förderung des „Roboter-Simulacrums“ im Rahmen der Plattform STEP leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der technologischen Souveränität Europas. Durch die Unterstützung dieses Projekts wird die Entwicklung von innovativen Technologien in Baden-Württemberg gefördert und die Abhängigkeit von Drittstaaten und proprietären Technologien reduziert. Die Förderung unterstreicht die Bedeutung von Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Souveränität Europas nachhaltig zu stärken.
FZI Karlsruhe: Innovationsdrehscheibe für die Region
Das FZI ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, die sich auf Anwendungsforschung und Technologietransfer im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) spezialisiert hat. Mit seiner Robotik-Abteilung und Erfahrungen in der Entwicklung mobiler, autonomer Robotersysteme sowie in den Bereichen maschinelles Lernen und sicherer Mensch-Roboter-Kollaboration, bietet das FZI ein einzigartiges Umfeld für Innovationen, die zum Wohle der Gesellschaft entwickelt werden.
HdM Stuttgart: Zentrum für menschenzentrierte digitale Innovationen
Die HdM Stuttgart ist ein führendes Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von digitalen Innovationen mit Fokus auf Human-Centered Design, Experience Design, Game Design, Mixed Reality und Serious Games. Am Institut für Games werden interaktive Systeme und immersive Umgebungen für verschiedene Anwendungsbereiche wie Bildung, Gesundheit und Kultur erforscht und gestaltet. Die HdM verfügt über umfangreiche Erfahrungen in partizipativen Forschungs- und Innovationsprozessen und bringt ihre Expertise in Designforschung, Co-Creation, Experience Design, Evaluation und Technologietransfer in das Projekt ein.
EFRE-Förderung in Baden-Württemberg
Um regionale Strukturförderung zu betreiben, erhält Baden-Württemberg in der Förderperiode 2021-2027 rund 279 Millionen Euro von der Europäischen Union aus dem EFRE. Das „Roboter-Simulacrum“ ist Teil der Plattform STEP, die seitens der EU im März 2024 ins Leben gerufen wurde. Mit STEP sollen kritische und neu entstehende strategische Technologien unterstützt werden, um Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Souveränität der EU zu stärken und Abhängigkeiten in strategischen Technologiebereichen zu verringern. Dazu zählen digitale Technologien und technologieintensive Innovationen (Deep Tech), umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien sowie Biotechnologien. Das EFRE-Programm Baden-Württemberg ist an der Innovationsstrategie Baden-Württemberg ausgerichtet und unterstützt die Schwerpunkte Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen- und Klimaschutz.
Weitere Informationen unter: https://efre-bw.de/
















