Wirtschaftsministerkonferenz

Baden-Württemberg, Bayern und Hessen fordern Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Geldmünzen / ©Marian Vejcik

Baden-Württemberg, Bayern und Hessen fordern die Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags, um Unternehmen in der Corona-Krise weiter zu entlasten. Gemeinsam bringen sie in der Wirtschaftsministerkonferenz am 30. November einen Beschlussvorschlag ein.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut erklärte anlässlich der Wirtschaftsministerkonferenz: „Wir müssen in der deutschen Wirtschaftspolitik neben den dringend erforderlichen Rettungs- und Unterstützungsmaßnahmen der letzten Monate auch die Zukunftsperspektiven der Unternehmen im Blick behalten. Durch die Wirtschaftskrise in Folge der Pandemie sind viele gesunde Unternehmen unverschuldet in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, was besonders zu Lasten von wichtigen Zukunftsinvestitionen geht. Wir müssen unsere Unternehmen in die Lage versetzen, wieder langfristige Perspektiven zu entwickeln und diese auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten finanzieren zu können.“


Die drei Länder setzen sich mit ihrem Beschlussvorschlag „Investitionsbedingungen der Unternehmen verbessern durch eine Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags“ dafür ein, dass der Bund den steuerlichen Verlustrücktrag erheblich ausweitet: durch die Anhebung der Obergrenze der Verlustverrechnung auf 50 Millionen Euro und die Ausdehnung des Rücktragzeitraums auf zwei Jahre – aktuell wären dies die Jahre 2019 und 2018. Diese zielgenaue Maßnahme empfiehlt auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in seinem aktuellen Jahresgutachten. „Die Transformation ganzer Branchen, die Intensivierung des internationalen Wettbewerbs und wachsende Anforderungen an den Klimaschutz erhöhen den Handlungsdruck auf die Unternehmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir den Unternehmen dafür jetzt die notwendigen finanziellen Freiräume schaffen müssen“, so Hoffmeister-Kraut weiter.

In Anbetracht der gravierenden Haushaltsdefizite infolge der Corona-Pandemie verursache ein großzügigerer steuerlicher Verlustrücktrag zudem vergleichsweise geringe Steuerausfälle. Die Steuerausfälle würden zum Großteil nur temporär anfallen, da die bereits beim Verlustrücktrag berücksichtigten Verluste aus diesem Jahr in der Folge nicht mehr mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden könnten.


Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: „Zusätzlich attraktiv ist, dass dieses Mittel einfach umzusetzen ist und genau den Unternehmen zielgenau hilft, die in den letzten Jahren ihre Steuern in Deutschland gezahlt haben. Das sind die Familienunternehmen und der deutsche Mittelstand: Unternehmen, die für Ausbildung, Mitarbeiterverantwortung und Innovationen stehen. Dies sollen sie auch in Zukunft tun.“

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die aktuellen Beschränkungen bei der Verlustverrechnung belasten gerade die gesunden Unternehmen, die vor der Krise Gewinne erwirtschaftet haben. Wir müssen ihnen helfen, damit sie durch die Krise nicht in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Mit einer Verlängerung des Rücktragszeitraums und einer Anhebung des Rücktragsvolumens können wir unsere Betriebe zielgenau unterstützen und ihre Eigenkapitalbasis stärken. Die Unternehmen erhalten neue Liquidität und sind so für die Zukunft gerüstet. Damit können sie sich neuen Entwicklungen und Herausforderungen stellen. Denn unsere Wirtschaft steht vor erheblichen Investitionen in den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz sowie neue Mobilität. Nur so können wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen erhalten und langfristig sichern. Die Ausweitung des Verlustrücktrags ist eine einfache, wirkungsvolle und darüber hinaus fiskalisch leistbare Maßnahme, um von der Corona-Pandemie wirtschaftlich betroffene Unternehmen auf den Erfolgspfad zurückzuführen.“

Weitere Meldungen

Eröffnung Technologiezentrum Bundesakademie Deutsches Bäckerhandwerk
Handwerk

Hightech trifft Backstube

Modernisierung der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim abgeschlossen.

Logo
Start-up BW

Start-up BW Pre-Seed nimmt weitere Unternehmen auf

Frühe Finanzierung für Unternehmen: Start-up BW Pre-Seed nimmt weitere Unternehmen auf.

Zulieferertag 2026
Automobilwirtschaft

Zulieferertag Automobilwirtschaft BW 2026

Zwischen Kostendruck und Strukturwandel - Wie Baden-Württembergs Automobilzulieferer wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Start-up BW Local
Start-up BW

„Start-up BW Local“ – der Landeswettbewerb für gründungsfreundliche Kommunen

„Start-up BW Local“ – der Landeswettbewerb für gründungsfreundliche Kommunen – zeichnet 23 Kommunen und Kommunalverbünde aus.

Delegationsreise China
Reise

Staatssekretär zu Reise nach China aufgebrochen

Staatssekretär besucht Empfang anlässlich Partnerschaftsjubiläum in Liaoning und informiert sich über wirtschaftspolitische Schwerpunkte Chinas.

Radarsatellit umrundet die Erde.
Förderung

Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt 2026 mit 9,7 Millionen Euro unterstützt

Baden-Württemberg unterstützt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt 2026 mit 9,7 Millionen Euro.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
Bundesrat

Bundesrat billigt Baden-Württembergs Forderung zum Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Jahrelanger Einsatz zahlt sich aus: Bundesrat billigt Baden-Württembergs Forderung zum Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Handwerk

Wirtschaftsministerin reist nach Rumänien

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut reist mit HANDWERK BW und baden-württembergischen Handwerksunternehmen nach Rumänien.

Quelle: unsplash / dylan-gillis
Berufliche Ausbildung

„Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ wird weiter ausgebaut

Das Ministerium für Wirtschaft Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg baut das Förderprogramm „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ weiter aus.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Zumeldung

Erweiterung der SUSS MicroTec SE in Karlsruhe

Erweiterung der SUSS MicroTec SE in Karlsruhe – Klares Bekenntnis zum Standort in Baden-Württemberg.

Start-up WOW Challenge 2026
Start-up BW

BLACKPIN.IOT GmbH agewinnt den Regional Cup „Start-up WOW Challenge 2026"

Bühne frei für Innovation: BLACKPIN.IOT GmbH aus Aalen/Hüttlingen gewinnt den Regional Cup „Start-up WOW Challenge 2026“ des „Start-up BW Elevator Pitch 2026/27“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale

Ministerin Hoffmeister-Kraut in der Mitte mit einem symbolischen Förderscheck
Förderung

Land fördert Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS mit zehn Millionen Euro

Das Land Baden-Württemberg fördert mit rund zehn Millionen Euro das Embodied AI Center als Teil des künftigen IPAI CAMPUS.

Logo von Start up BW
Start-up BW

Gründerwasen 2026

Gründerwasen 2026: Baden-Württembergs Start-up-Ökosystem in einem Festzelt vereint.

Bescheidübergabe am 7. Oktober 2026
Förderung

Land fördert Innovations- und Transferzentrum für Drohnen und Drohnenabwehr

Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus finanziert die Initialphase des Vor-habens „Innovations- und Transferzentrum für Drohnen und Drohnenabwehr – IZEDD“ mit rund 300.000 Euro.

Wirtschaftsgipfel Afrika
Wirtschaftsgipfel Afrika

5. Wirtschaftsgipfel Afrika in Stuttgart

Im Mittelpunkt des 5. Wirtschaftsgipfel Afrika stehen die vielfältigen wirtschaftlichen Chancen für eine Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und den Ländern Afrikas.