Kümmerer-Programm

3,6 Millionen Euro für 42 „Kümmerer“-Vollzeitstellen ab 2020

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„Im letzten Ausbildungsjahr blieben in Baden-Württemberg rund 9.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das hat vor allem kleine und mittlere Unternehmen und das Handwerk betroffen. Angesichts dieser großen Herausforderung, den Fachkräftenachwuchs zu sichern, muss jegliches Potenzial für die berufliche Ausbildung gehoben werden“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (15. August) in Stuttgart: „Wir haben mit unserem Kümmerer-Programm bereits über 1.600 Geflüchtete erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt. An diesen Erfolg zur gesellschaftlichen Integration und Fachkräftesicherung, werden wir nahtlos anknüpfen“, zeigte sie sich überzeugt. Sie kündigte an, dass ab 2020 rund 42 Kümmerer-Vollzeitstellen bei 24 Kammern, Bildungsträgern und Landkreisen mit 3,6 Millionen Euro gefördert werden.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau verlängert deshalb das seit 2016 laufende sogenannte „Kümmerer“- Förderprogramm („Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“) für die Jahre 2020 und 2021. Gleichzeitig sollen mehr junge Menschen die Chance auf Unterstützung durch die regionalen Kümmerer erhalten. „Junge zugewanderte Menschen aus der EU und aus Drittstaaten haben einen ähnlichen Unterstützungsbedarf wie Geflüchtete. Auch bei ihnen fehlt es häufig noch an ausreichenden Sprachkenntnissen und unser duales Ausbildungssystem mit seiner großen Vielfalt an Berufen ist oftmals nicht richtig bekannt. Deshalb sollen auch diese Neuzugewanderten zukünftig von unseren Kümmerern begleitet und unterstützt werden“, so die Ministerin. „Mit dem auf Bundesebene verabschiedeten neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird die Zuwanderung aus Drittstaaten an Bedeutung gewinnen. Darauf bereiten wir uns mit der Ausweitung unseres Förderangebots vor und stellen weitere 3,6 Millionen Euro für die Integration in Ausbildung zur Verfügung“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Bisherige Erfolge des Kümmerer-Programms:

Zwischen Januar 2016 und April 2019 wurden bereits rund 4.300 Geflüchtete durch Kümmerer begleitet. Davon wurden über 1.600 in Ausbildung vermittelt. Die vermittelten Geflüchteten kommen genau dort an, wo sie in der Wirtschaft gebraucht werden. Mit 61 Prozent findet die Ausbildung der Geflüchteten mehrheitlich in Kleinst- und Kleinbetrieben mit bis zu 50 Beschäftigten statt. 41 Prozent der Geflüchteten beginnen ihre Ausbildung in einem Handwerksberuf. Die Geflüchteten ergreifen am häufigsten die Ausbildungsberufe Koch/Köchin, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in und Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Vermehrt vermitteln die Kümmerer auch in Berufe wie Verkäufer/-in, Maler/-in und Lackierer/-in, Friseur/-in oder Bäcker/-in. In vielen dieser Berufe gibt es eine hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze.

Nahezu alle der bislang durch die Kümmerer begleiteten jungen Menschen kommen aus den acht Hauptasylherkunftsländern Syrien (43 Prozent), Afghanistan (17 Prozent), Irak (acht Prozent), Eritrea (sechs Prozent), Iran (fünf Prozent), Somalia (zwei Prozent), Nigeria (zwei Prozent) und Pakistan (ein Prozent) sowie Gambia (zehn Prozent). Sie waren zum Zeitpunkt der Teilnahme am Förderprogramm im Schnitt knapp zwei Jahre im Land. Die erfolgreiche Vermittlung in Ausbildung dauerte durchschnittlich weniger als neun Monate.

Weitere Informationen zum Kümmerer-Programm:

Am Kümmerer-Programm beteiligen sich aktuell 26 Kammern, Bildungsträger und Landkreise, die durch die Förderung des Wirtschaftsministeriums rund 50 sogenannte Kümmerinnen und Kümmerer beschäftigen. Die Aufgabe der Kümmerer ist es, geeignete junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen und sie passgenau in Praktikum, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildung zu vermitteln. Gleichzeitig sind die Kümmerer Ansprechpartner für die Betriebe, beispielsweise in Fragen zu Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung.

Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Zugewanderte: Geförderte Kümmerer-Projektstellen 2020 bis 2021

Träger

Fördersumme in Euro

Stellen

Stadt- und Landkreise

Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH Karlsruhe

86.000

1,0

Stadt- und Landkreis Karlsruhe

BBQ Bildung und Berufliche Qualifizierung gGmbH

430.000

5,0

Baden-Baden, Landkreis Rastatt, Rems-Murr-Kreis, Landkreis Ludwigsburg, Landkreis Tübingen, Zollernalbkreis, Landkreis Rottweil

Förderband Mannheim

43.000

0,5

Mannheim

Handwerkskammer Freiburg

172.000

2,0

Freiburg, Ortenaukreis, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Landkreis Emmendingen

Handwerkskammer

Heilbronn-Franken

172.000

2,0

Stadt- und Landkreis Heilbronn, Main-Tauber-Kreis, Hohenlohekreis, Landkreis Schwäbisch Hall

Handwerkskammer Karlsruhe

86.000

1,0

Stadt- und Landkreis Karlsruhe, Baden-Baden, Landkreis Rastatt, Pforzheim, Enzkreis, Landkreis Calw

Handwerkskammer Konstanz

86.000

1,0

Landkreise Waldshut, Konstanz, Rottweil und Tuttlingen, Schwarzwald-Baar-Kreis

Handwerkskammer Mannheim

86.000

1,0

Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Mannheim

Handwerkskammer Ulm

86.000

1,0

Ostalbkreis, Landkreis Heidenheim, Landkreis Ravensburg, Bodenseekreis, Ulm, Alb-Donau-Kreis und Landkreis Biberach

Internationaler Bund Baden
(Bruchsal, Mannheim, Pforzheim)

258.000

3,0

Mannheim, Pforzheim, Landkreise Karlsruhe (Stadt Bruchsal), Enzkreis

Industrie- und Handelskammer

Bodensee-Oberschwaben

133.300

1,55

Landkreise Sigmaringen, Ravensburg, Bodenseekreis

Industrie- und Handelskammer

Hochrhein-Bodensee

172.000

2,0

Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz

Industrie- und Handelskammer

Ostwürttemberg

86.000

1,0

Ostalbkreis, Landkreis Heidenheim

Industrie- und Handelskammer

Region Stuttgart

430.000

5,0

Stuttgart, Landkreise Ludwigsburg, Böblingen, Rems-Murr und Göppingen

Industrie- und Handelskammer

Reutlingen

86.000

1,0

Landkreise Reutlingen und Tübingen, Zollernalbkreis

Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar

164.000

2,0

Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Mannheim, Heidelberg

Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg

86.000

1,0

Landkreise Rottweil und Tuttlingen, Schwarzwald-Baar-Kreis

Industrie- und Handelskammer

Südlicher Oberrhein

172.000

2,0

Freiburg, Ortenaukreis, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Landkreis Emmendingen

Industrie- und Handelskammer Ulm

132.812

1,75

Ulm, Alb-Donau-Kreis und Landkreis Biberach

Landratsamt Biberach

86.000

1,0

Landkreis Biberach

Landratsamt Emmendingen

68.800

0,8

Landkreis Emmendingen

Landratsamt Esslingen

86.000

1,0

Landkreis Esslingen

Landratsamt Schwäbisch Hall

258.000

3,0

Landkreis Schwäbisch Hall

Paulinenpflege Winnenden

86.000

1,0

Rems-Murr-Kreis

 

3.551.912

41,6

 

 

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