Absichtserklärung

Absichtserklärung zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet

Wirtschaftsministerium und die ukrainische Region Lwiw unterzeichnen Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

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Unterzeichnung Letters of Intent

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, und die stellvertretende Leiterin der Regionalverwaltung der Oblast Lwiw (Region Lemberg), Vize-Gouverneurin Khrystyna Zamula, haben heute (12. Februar) in Stuttgart im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Letter of Intent (LoI) zur Vertiefung ihrer wirtschaftlichen und innovationsorientierten Zusammenarbeit unterzeichnet. Zamula nahm die Unterzeichnung stellvertretend für Gouverneur Maksym Kozytskyy vor, der die Ukraine aufgrund der angespannten Lage im Bereich der Energieversorgung vor Ort kurzfristig nicht verlassen konnte. Ziel der Vereinbarung ist es, die Kooperation zwischen den beiden Regionen in den Schwerpunkten IT und Künstliche Intelligenz, Gesundheit und Medizintechnik sowie sicherheits- und verteidigungsrelevanten Industrien auszubauen und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte in seinem Grußwort „Wir sehen, wie sich die Ukraine gegen die Angreifer stemmt: Mit außerordentlichem Mut. Mit großer Widerstandskraft. Und mit beeindruckendem Zusammenhalt. Dafür schulden wir den Menschen in der Ukraine unseren Respekt und unsere Anerkennung. Ich versichere Ihnen, Frau Vize-Gouverneurin: Baden-Württemberg steht entschlossen an der Seite der Ukraine. Wir wollen nicht nur an eine gute Zukunft für die Ukraine glauben. Wir wollen ihr den Weg bereiten.“

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sagte in ihrer Ansprache „Der Letter of Intent ist mehr als eine formale Absichtserklärung. Er ist der klare Wille beider Seiten, unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit konkret, partnerschaftlich und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Gerade in der aktuellen Situation kommt der wirtschaftlichen Kooperation eine besondere Bedeutung zu. Wir wissen um die außergewöhnlich herausfordernden Umstände unter denen die Ukraine derzeit steht. Umso wichtiger ist es, jetzt wirtschaftliche Perspektiven zu öffnen, tragfähige Partnerschaften auszubauen und damit auch einen Beitrag zur Stabilität, zum Wiederaufbau und zur europäischen Integration der Ukraine zu leisten.“

Vize-Gouverneurin Zamula wird von einer kleinen Delegation begleitet, die auf Einladung der Wirtschaftsministerin nach Stuttgart gereist ist. Ziel des Aufenthalts ist es, Kooperationspotenziale zu identifizieren und relevante Akteure aus Wirtschaft und Institutionen zu vernetzen.

„Wir blicken über die aktuelle Situation hinaus. Die Region Lwiw ist der High-Tech-Standort der Ukraine mit vielen Potenzialen für unsere Unternehmen in Baden-Württemberg“, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Der Letter of Intent konzentriert sich auf drei Kooperationsfelder, in denen die Region Lwiw über tragfähige Strukturen verfügt und zugleich strategische Zukunftsthemen für Baden-Württemberg adressiert.

Im Bereich IT und Künstliche Intelligenz zählt Lwiw zu den führenden Technologiestandorten der Ukraine. Eine starke IT-Clusterorganisation (Lviv IT Cluster), ein großer Talentpool und eine aktive Start-up Szene bieten gute Voraussetzungen für Kooperationen in angewandter KI, Digitalisierung und Cybersicherheit.

Auch im Bereich Gesundheit und Medizintechnik bestehen enge Anknüpfungspunkte. Mit einer eigenen Health-Clusterorganisation (Lwiw Cluster of Medical Business) und gezielten Investitionen in medizinische Infrastruktur bietet Lwiw Potenzial für Technologiepartnerschaften und Innovationprojekte im Gesundheitsbereich.

Der dritte Schwerpunkt auf sicherheits- und verteidigungsrelevante Industrien trägt den veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen Rechnung. Mit dem IRON Cluster verfügt Lwiw über eine spezialisierte Plattform für Unternehmen aus den Bereichen Verteidigungstechnologien, Dual Use-Anwendungen und industrielle Sicherheit. Die Ukraine ist in diesem Kontext ein zentraler Markt für Innovation, Erprobung und industrielle Resilienz.

Mit Blick auf die nächsten Schritte erklärte die Ministerin: „Dieser Letter of Intent ist ein Anfang. Entscheidend wird sein, ihn nun in den identifizierten Feldern mit Leben zu füllen durch konkrete Projekte, Pilotvorhaben und den direkten Austausch zwischen unseren wirtschaftlichen Akteuren.“

Weitere Hintergrundinformationen zur Oblast Lwiw:

Die ukrainische Oblast Lwiw liegt im Westen des Landes und ist mit rund 2,3 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsstärksten Regionen der Ukraine. Sie gehört zu den größten und wirtschaftlich bedeutendsten Regionen des Landes.

Lwiw ist ein bedeutender Industrie-, Handels- und Logistikstandort mit direkter Nähe zur Europäischen Union. Die Region verfügt über eine breit diversifizierte Wirtschaftsstruktur, in der Industrie, Handel, Dienstleistungen und Informationstechnologie zentrale Rollen spielen.

Für ausländische Investoren ist Lwiw trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen in der ukrainischen Gesamtwirtschaft ein relevanter Standort. Die direkten Auslandsinvestitionen (FDI) in der Region betrugen Ende 2024 rund 1,7 Milliarden US-Dollar; Deutschland trug mit einem Investitionsbestand von mehr als 100 Millionen US-Dollar maßgeblich dazu bei.

Der IT-Sektor ist ein markanter Wachstumsbereich: In Lwiw sind zahlreiche IT-Unternehmen angesiedelt, und der lokale IT-Cluster bündelt die Aktivitäten vieler Technologieunternehmen und Fachkräfte. Mit über 51.000 Beschäftigten im IT-Bereich gehört die Region zu den größten IT-Zentren der Ukraine.

Daneben bestehen in Lwiw sektorale Clusterinitiativen zur Förderung von Innovation und Kooperation, etwa im Gesundheitssektor und im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien, die gezielt industrielle Zusammenarbeit unterstützen.

(Quelle: gtai.de, s. auch Investitionsstandort: Region Lwiw | Wirtschaftsumfeld | Ukraine | Investitionsstandort Region Lwiw; Wirtschaftsprofil | Bericht Wirtschaftsumfeld)

Seitens der Bundesregierung bestehen umfangreiche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für die Ukraine-Geschäfte deutscher Unternehmen (z.B. Exportkreditgarantien, Investitionsabsicherungen, Vorzugskredite oder Zuschüsse) s. auch Förderung für Ukraine-Geschäfte

 

In diesem Zusammenhang möchten wie Sie auch auf zwei aktuelle Spendenaufrufe an die Wirtschaft und Privatpersonen hinweisen:

Materialspenden
Angesichts der überaus angespannten Lage in der Ukraine hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Task Force zur Stabilisierung der ukrainischen Energieversorgung eingerichtet. Unternehmen werden um eine schnelle Prüfung gebeten, ob zeitnah geeignetes technisches Equipment, Fahrzeuge, Werkzeuge oder Materialien bereitgestellt oder gespendet werden kann (z.B. Transformatoren, Reparaturfahrzeuge, Schaltanlagen oder andere Anlagenkomponenten).

Als Kontakt für schnelle Hilfe stehen im Bundeswirtschaftsministerium die Taskforce Ukraine (TF-Ukrainehilfe@bmwe.bund.de) oder direkt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ (helpenergyukraine@giz.de) zur Verfügung.

Geldspenden:
Über die Berliner Initiative „Ukraine2Power” kann direkt Geld für die Versorgung der Menschen in der Ukraine gespendet werden. 80 Euro reichen aus, um ein Wärme- und Überlebenskit für eine Wohnung zu finanzieren und vor Ort zu übergeben. Jedes Wärmekit enthält das Nötigste, um Kälte und Dunkelheit zu überstehen: einen Campinggaskocher mit Gasflaschen, einen Schlafsack, Wärmepflaster sowie Powerbanks oder Heizdecken.

Spenden sind über die Partnerorganisation WE AID möglich, die auch Spendenquittungen ausstellt: https://spende.we-aid.org/U2P

IBAN: DE52 3702 0500 0001 8388 01
Verwendungszweck: Ukraine2Power

Kontakt

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