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Baden-Württemberg gewinnt Forschungseinrichtung imec

Neue Partnerschaft ermöglicht ein innovatives Netzwerk mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas.

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Besuch der Hannover Messe

Das weltweit führende Forschungs- und Innovationszentrum für Nanoelektronik und digitale Technologien imec und das Land Baden-Württemberg haben heute (31. März) auf der Hannover Messe die Gründung des Advanced Chip Design Accelerators (ACDA) bekannt gegeben. Das neue imec-Kompetenzzentrum in Baden-Württemberg wird im Rahmen des imec Automotive Chiplet Program (ACP) hochmoderne Chiplet-, Packaging-, Systemintegrations-, Sensor- und (Edge-) KI-Technologien entwickeln und damit imecs bestehendes Forschungs- und Entwicklungsangebot im Bereich Automotive ergänzen. Es wird die lokale und internationale Automobilbranche dabei unterstützen, Risiken zu minimieren und die Einführung von Automobil-Chiplets in die Produktion zu beschleunigen.

Die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Flandern haben bereits im vergangenen Jahr eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, um die Zusammenarbeit im Bereich Mikroelektronik zu intensivieren. Mit der heutigen Ankündigung wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht – in Anwesenheit von Matthias Diependaele, Ministerpräsident von Flandern, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sowie Vertretern aus Wissenschaft und Industrie.

Der Advanced Chip Design Accelerator ist Teil der Chip-Design-Strategie des Landes Baden-Württemberg und in die Strategie der Europäischen Kommission zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas eingebunden. Das Kompetenzzentrum wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg mit 40 Millionen Euro über zunächst fünf Jahre finanziert. Es wird im Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn angesiedelt sein.

Das neue Zentrum trägt dem Wandel von traditionellen Chip-Technologien hin zu Chiplet-basierten Rechenarchitekturen in der Automobilbranche Rechnung. Diese Technologie eignet sich besonders für anspruchsvolle Funktionen wie autonomes Fahren und ein verbessertes Fahrerlebnis im Innenraum. Chiplets sind modulare Chips mit spezialisierter Funktionalität, die schnelle Anpassungen und Upgrades ermöglichen und gleichzeitig den Stromverbrauch, die Entwicklungszeit und die Kosten reduzieren. Das Projekt trägt auch zum strategischen Ziel der Europäischen Kommission bei, die Europäische Allianz für vernetzte und autonome Fahrzeuge ins Leben zu rufen.

Darüber hinaus wird das Land Baden-Württemberg das Chip-Ökosystem zukünftig mit zusätzlichen fünf Millionen Euro für die Umsetzung einer Geschäftsstelle sowie eine Anschubfinanzierung der wissenschaftlichen Kooperation im Bereich Chiplet-Technologien unter Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützen.

Luc Van den hove, Präsident und CEO von imec: „Wir sind begeistert, unser Fachwissen und unser globales Partnernetzwerk nach Baden-Württemberg zu bringen – der Wiege der Automobilindustrie in Deutschland. Wir freuen uns auch auf eine intensivere Zusammenarbeit mit Fraunhofer, um unsere sich ergänzenden Kompetenzen zu nutzen und die Grundlage für zukünftige Chiplet-Lösungen zu schaffen. Um die ambitionierten Ziele der Region zu erreichen, werden wir außerdem die Talentförderung in Europa stärken und Ingenieure in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Ökosystem, einschließlich Universitäten, ausbilden. Darüber hinaus wollen wir diese Hochleistungsrechenlösungen auf europäischer Ebene ausrollen, um mit einzigartigen und unverwechselbaren Bausteinen die Innovation in der europäischen Automobilindustrie zu beschleunigen.“

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg: „Wir freuen uns, imec als hochinnovative Forschungseinrichtung mit ihrem neuen Kompetenzzentrum in Baden-Württemberg willkommen zu heißen. Als eine der innovativsten Regionen der Welt mit einer starken Automobilindustrie und hoher Fachkompetenz in Künstlicher Intelligenz passen Baden-Württemberg und imec perfekt zusammen. Ein großer Dank gilt auch der Flämischen Regierung – der heutige Tag ist ein Meilenstein in unserer Zusammenarbeit. Gemeinsam mit unseren innovativen Partnern wie der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), CyberValley und Universität Stuttgart sowie vielen weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie treiben wir die Innovation für die nächste Generation von Automobilchips aus Europa voran. Die Stärkung unserer Kernkompetenzen in Chips, Software und KI ist entscheidend für Europas Souveränität.“

Matthias Diependaele, Ministerpräsident von Flandern: „Ein flämisches Erbe, eine globale Zukunft. Imec mit seinen Wurzeln in Flandern hat eine weltweit starke Reputation in der digitalen Technologie. Diese internationale Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg ist wichtig, um imecs technologische Führungsrolle zu sichern. Die bahnbrechenden Innovationen, die dieses Forschungszentrum in verschiedenen Anwendungsbereichen vorantreibt, stärken das wirtschaftliche Gefüge beider Regionen.“

Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg: „Gerade in diesen Zeiten müssen wir Europa technologisch stärken und für unsere technologische Souveränität sorgen. Genau das tun wir mit der Ansiedlung von imec in Baden-Württemberg. Das Cluster wird ein Technologie-Booster, der weit über die Region wirkt – und die technologische Souveränität Europas stärkt. Baden-Württemberg ist das Innovationsherz Europas und bietet mit dem Innovationspark Künstliche Intelligenz in Heilbronn die besten Bedingungen. Das verdanken wir dem Erfindungsreichtum und Fleiß, dem Mut und Unternehmergeist der Menschen im Land.“

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg: „Hochleistungschips spielen eine entscheidende Rolle für softwaregetriebene Anwendungen in den Kernbranchen Baden-Württembergs und prägen zunehmend Mobilität, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Mit der Ansiedlung von imec in Baden-Württemberg schaffen wir ein international sichtbares Exzellenzzentrum, das gemeinsam mit Start-ups, Industrie und Forschung in der Region und darüber hinaus die wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung chipbasierter Innovationen vor allem in der Automobilindustrie erheblich beschleunigen wird.“

Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg: „Imec arbeitet nach Prinzipien, die hervorragende Ergebnisse in der Forschung und im Technologietransfer zur Industrie hervorgebracht haben. Wir sind überzeugt, dass die Integration von imec in unsere exzellente und vielfältige Forschungslandschaft eine äußerst vielversprechende langfristige Zusammenarbeit ermöglichen wird. Besonders die Anbindung an das geplante Landesgraduiertenzentrum in Heilbronn wird große Synergieeffekte schaffen. Unser Ziel ist es, den besten Talenten in ihrem Fachgebiet ein herausragendes wissenschaftliches Umfeld zu bieten, damit sie ihre Ideen verwirklichen können.“

Über imec

Imec ist ein weltweit führendes Forschungs- und Innovationszentrum für Nanoelektronik und digitale Technologien. Mit seiner hochmodernen F&E-Infrastruktur und einem Team von mehr als 6.000 Mitarbeitern und Spitzenforschern betreibt imec Forschung und Entwicklung in den Bereichen fortschrittliche Halbleiter- und Systemskalierung, Silizium-Photonik, Künstliche Intelligenz, Kommunikationstechnologien jenseits von 5G, Sensortechnologien sowie in Anwendungsfeldern wie Gesundheit und Lebenswissenschaften, Mobilität, Industrie 4.0, Agrar- und Lebensmitteltechnologie, Smart Cities, nachhaltige Energie, Bildung und mehr.

Imec bringt weltweit führende Unternehmen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette zusammen, darunter flämische und internationale Technologie-, Pharma-, Medizin- und IKT-Unternehmen, Start-ups sowie akademische und wissenschaftliche Einrichtungen. Imec hat seinen Hauptsitz in Leuven (Belgien) und besitzt weitere Forschungsstandorte in Belgien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und den USA sowie Repräsentanzen auf drei Kontinenten. Im Jahr 2023 erzielte imec einen Umsatz (G&V) von 941 Millionen Euro.

Weitere Informationen zu imec finden Sie unter www.imec-int.com.


Fotos der Veranstaltung können im Anschluss über https://stm.baden-wuerttemberg.de/mediathek heruntergeladen und honorarfrei verwendet werden
(Quelle: © e-mobil BW / KD Busch).

Zitate der Projektpartner (PDF)

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