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Batterieforschung: Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium reichen gemeinsam Projektskizze für ein „Sustainable Lithium-Ion Hub Ulm“ beim BMBF ein

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Batterie Batterieforschung: Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium reichen gemeinsam Projektskizze für ein „Sustainable Lithium-Ion Hub Ulm“ beim BMBF ein

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer haben heute (30. August 2019) mit einem gemeinsamen Schreiben an Bundesforschungsministerin Anja Karliczek das Konzept für ein „Sustainable Lithium-Ion Hub Ulm“ eingereicht. Das Konzept soll den nächsten Schritt auf dem Weg zur Erforschung und Etablierung einer industriellen Batteriezellfertigung einleiten.

„Die Speicherung elektrischer Energie ist eine der Schlüsseltechnologien für die kommenden Jahre, deren Bedeutung mit der Energiewende und der voranschreitenden Elektrifizierung des Verkehrsbereichs weiter zunehmen wird. Gerade für den Industrie- und Automobilstandort Baden-Württemberg hat dies sehr hohe Priorität. Nun muss es darum gehen, die geballte Innovationskompetenz und die Standortvorteile eines bundesweit einzigartigen Industrieclusters schnellstmöglich für eine innovative Batteriefertigung im Land zu nutzen. Die Aufholjagd gegenüber den asiatischen Herstellern wird uns nur mit exzellenten Konzepten und einer substanziellen Förderung gelingen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der in einem flankierenden Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Bedeutung der Batterietechnologie erneut betonte.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut erklärte: „Wir sind bereit für weitere Schritte und nehmen Bundesministerin Karliczek beim Wort, die Batterieforschung in Baden-Württemberg als wesentliche Säule in die Gesamtstrategie der Bundesregierung einzubeziehen und zu fördern. Der Batteriestandort Ulm bietet bundesweit entscheidende Alleinstellungsmerkmale, die wir nutzen müssen, um die Aufholjagd im internationalen Wettbewerb erfolgreich meistern zu können und Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land zu sichern.“ Dies könne man nur im engen Schulterschluss zwischen Bund und Ländern schaffen.

Das Land habe in den vergangenen Jahren strategisch klug in diesen Forschungsbereich investiert und sich insgesamt als exzellenter Batterieforschungsstandort positioniert, betonte Ministerin Bauer: „Forschung ist der entscheidende Hebel, um den Grundstein zu einer wettbewerbsfähigen industriellen Batteriezellproduktion zügig zu legen.“ Mit dem Forschungscluster für elektrochemische Batteriespeicher „CELEST“ und dem Exzellenzcluster „Energiespeicherung jenseits von Lithium“ verfüge Baden-Württemberg über international ausgewiesene Expertise, sowohl im Bereich der Grundlagen- als auch der anwendungsbezogenen Forschung.“ Gemeinsam mit den Unternehmenspartnern gehe es nun darum, die Forschungsergebnisse schnell in die Anwendung zu bringen.

Die in den Forschungsfeldern führenden Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Die beiden Ministerinnen erklärten: „Angelehnt an das Dachkonzept Forschungsfabrik Batterie wollen wir die Erforschung zukunftsorientierter Energiespeichertechnologien stärken und den Weg zur Etablierung einer industriellen Batteriezellfertigung ebnen. Die bestehende Forschungsinfrastruktur in Baden-Württemberg bietet hervorragende Möglichkeiten für einen schnellen Transfer von Beginn an.“

„Unser Anspruch ist es, die Arbeiten in enger Zusammenarbeit mit der Industrie umzusetzen. Nur so können wir einen schnellen Transfer der Forschungsergebnisse ermöglichen. Auf den Aspekt der Digitalisierung werden wir auf dem Weg zu einer nachhaltigen Produktion einen besonderen Schwerpunkt setzen. Denn hier sehen wir gute Chancen, uns gegenüber den asiatischen Herstellern erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren“, unterstrich Hoffmeister-Kraut.

Mit der Standortbewerbung für die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobte Forschungsfertigung Batteriezelle wurden die Eignung und vorhandenen Kompetenzen am Standort Ulm bereits umfassend dargestellt. Bei ihrem Besuch in Ulm Mitte Juli konnte sich Bundesministerin Karliczek persönlich von der herausragenden Batterieforschung in Baden-Württemberg überzeugen und stellte weitere Fördermittel für die Batterieforschung in Aussicht.

Informationen zum Konzept

Mit dem „Sustainable Lithium-Ion Hub Ulm“ sollen weitere zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten umgesetzt werden. Das Konzept sieht die Entwicklung einer kontinuierlichen und energie- sowie ressourceneffizienten Produktionslinie zur flexiblen Elektroden- und Zellherstellung vor, welches durch Digitalisierungs- und Modellierungsmethoden in Kombination mit Künstlicher Intelligenz gleichzeitig in der Lage ist, hohe Qualität, niedrige Kosten, hohe Produktivität und nachhaltige, umweltfreundliche Prozesse zu vereinen. Diese Produktionslinie soll in die in Ulm bereits vorhandene Forschungsproduktionslinie implementiert und validiert werden, so dass eine schnelle Umsetzung und ein zeitnaher Transfer in die Industrie möglich wird. Baden-Württemberg hat als traditionell starker Automobil- und Maschinenbaustandort, aber auch im IT-Bereich sowie in den Bereichen Power-Tools und Home & Garden erhebliches Interesse, die gesamte Wertschöpfung entlang der Batteriezelle auszubauen, dies insbesondere auch vor dem Hintergrund des erwarteten Wachstums in den nächsten Jahren.

Neben dem Schwerpunktthema Digitalisierung sind hohe Qualität, niedrige Kosten, hohe Produktivität, nachhaltige, umweltfreundliche Prozesse in der Elektroden- und Zellproduktion sowie ein smartes Zelldesign auf Basis nachhaltiger, verfügbarer Materialien Kriterien von zentraler Bedeutung.

In der gemeinsamen Kabinettssitzung der Baden-Württembergischen Landesregierung mit der Bayerischen Staatsregierung am 23. Juli 2019 wurde ein Austausch im Bereich der Batterieforschung und -fertigung vereinbart. Zudem wurde die Forderung beider Länder nach einer substanziellen Finanzierung durch den Bund mit einem gemeinsamen Kabinettsbeschluss untermauert. Vor diesem Hintergrund haben die baden-württembergischen Forschungseinrichtungen eine Projektskizze im Umfang von 100 Millionen Euro zum Aufbau eines „Sustainable Lithium-Ion Hub“ am Standort Ulm erarbeitet. Der Standort Ulm bietet zudem hervorragende Möglichkeiten zur länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Bayern und Baden-Württemberg im Bereich der Batterieforschung.

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