Automobilwirtschaft

Eine Branche im Umbruch: „Zulieferertag Automobilwirtschaft 2018“ zeigt erfolgreiche Strategien des Wandels

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Anlässlich der Eröffnung des 20. Zulieferertages am Freitag (9. November) in Esslingen hat Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Rolle der Zulieferer im aktuellen Transformationsprozess der Automobilwirtschaft betont: „Die Mobilität der Zukunft bietet zahlreiche Markt- und Wachstumschancen, die wir in Baden-Württemberg nutzen wollen und müssen. Die Suche nach neuen Anwendungsmöglichkeiten und Ergänzungstechnologien spielt insbesondere für Zulieferer eine wichtige Rolle, die in großem Maße zum Erfolg der Automobilwirtschaft in unserem Land beitragen.“

Aktuell lägen die Gewinnmargen im Bereich der Elektromobilität noch hinter denen des Verbrennungsmotors – bei einer geringeren Fertigungstiefe, so die Ministerin. „Es gilt also, traditionelle Geschäftsmodelle zu reformieren und Technologiekompetenzen gezielt auszubauen und zu erweitern“, zeigte Hoffmeister-Kraut die Herausforderungen auf.

Die Zusammenarbeit, Kooperation und Vernetzung werde im aktuellen Veränderungsprozess immer bedeutender. Das Netzwerk des Zulieferertags Automobilwirtschaft Baden-Württemberg liefere dazu seit 20 Jahren wichtige Impulse und zeige sich als Teil des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg in einem neuen Format und einem internationalen Fokus.

Erfolgreiche Strategien im Umbruch
Die Zulieferbranche stellt mit über 150.000 Beschäftigten noch vor den Automobilherstellern die größte Gruppe im Automobilcluster Baden-Württembergs. Insgesamt können fast 470.000 Beschäftigte der gesamten Automobilwirtschaft zugordnet werden: Mit direkten und indirekten Beschäftigungseffekten hängen knapp 11 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von der Automobilwirtschaft ab.

Der Zulieferertag 2018 lieferte den rund 250 Teilnehmern durch Vorträge und Präsentationen – u. a. vom Verband der Automobilindustrie (VDA), MAHLE und Gehring Technologies oder der Universität Stuttgart – interessante Einblicke, wie die Unternehmen ihre Strategien in der aktuellen Umbruchssituation ausrichten und welche aktuellen Trends und Rahmenbedingungen eine Rolle spielen.

Klaus Bräunig, Geschäftsführer des VDA, ging auf die Herausforderungen durch Digitalisierung und Elektromobilität in der Branche ein. Die weiteren Vorträge zeigten, wie diese Megatrends in konkrete Maßnahmen im Unternehmen, Wissenschaft und anderen europäischen Regionen umgesetzt werden. Dr. Marco Warth, Director Corporate Advanced Engineering, stellte die duale Strategie des Zulieferers MAHLE vor, die sich mit dem Satz „Das Eine machen und das Andere nicht lassen“ auf dem Punkt bringen ließ. Anhand des vorgestellten Fahrzeugkonzeptes „Meet“ wurde deutlich, wie das Unternehmen vorgeht, um die Effizienz heutiger Produkte zu steigern und zu ermitteln, welche Produkte mit leichten Anpassungen in die Elektromobilität übernommen werden können. Auch im Vortrag des Zulieferers Schaeffler wurde eine ähnliche Doppelstrategie deutlich. Am Standort Bühl baut das Unternehmen derzeit seine Kapazitäten für Technologien für die Mobilität der Zukunft massiv aus und investiert 60 Millionen Euro u. a. in ein Entwicklungszentrum und in die neue Unternehmenszentrale der Sparte Automotive.

Auch viele kleine und mittlere Unternehmen der Zuliefererindustrie haben ähnliche Vorgehensweisen. Das parallele Verfolgen mehrerer Technologieansätze ist ressourcenintensiv und oft für kleine und mittelständische Unternehmen nicht einfach zu stemmen. Das Wirtschaftsministerium investiert daher beispielsweise mit der „Mittelstandsoffensive Mobilität“ über fünf Millionen Euro, um insbesondere mittelständische Unternehmen im Transformationsprozess zu unterstützen.

Wissenstransfer fördern - Orientierung geben
 „Viele Zulieferer in Baden-Württemberg ergreifen bereits die Chancen der Transformation und gestalten sie aktiv“, sagte Franz Loogen, Geschäftsführer der e-mobil BW. „Mit dem Zuliefertag wollen wir den wichtigen Wissenstransfer und Austausch fördern, damit auch die Unternehmen die richtigen Informationen finden, die noch Orientierung suchen. Mit dem neuen Format des Zulieferertags 2018 will die e-mobil BW daher den Teilnehmern vermehrt die Gelegenheit zum direkten Austausch bieten.“ Die Informationsstände und die drei moderierten Thementische am Nachmittag zu „Finanzierung“, „Business with Finland“ und „Internationalisierung“ wurden von den Teilnehmern des Zulieferertages intensiv genutzt.

Hintergrund
In diesem Jahr wurde der Zulieferertag zum ersten Mal von der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive, e-mobil BW GmbH ausgerichtet, die auch beim Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg eine koordinierende Rolle innehat. Die e-mobil BW treibt im Netzwerk mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand die Industrialisierung und Markteinführung zukunftsfähiger Mobilitätslösungen voran. Damit stärkt sie langfristig den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg. Die e-mobil BW arbeitet mit Kommunen zusammen und verfolgt damit eine regionale Strategie zur flächendeckenden Etablierung klimafreundlicher und vernetzter Mobilität in Baden-Württemberg. Außerdem koordiniert sie unter anderem den „Spitzencluster Elektromobilität Süd-West“, der mit rund 130 Akteuren aus Industrie und Wissenschaft einer der bedeutendsten regionalen Verbünde auf dem Gebiet der Elektromobilität ist. Im Cluster Brennstoffzelle BW bringt die e-mobil BW mehr als 60 Akteure aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu den Themen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zusammen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.e-mobilbw.de

 

 

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