Naturschutz

Natur wieder Natur sein lassen

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Mit dem ehemaligen Standortübungsplatz in Schwetzingen-Hirschacker (Rhein-Neckar-Kreis) wird eine weitere Fläche des Nationalen Naturerbes dauerhaft dem Naturschutz gewidmet. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin der Flächen hat unter Beteiligung des Landes Baden-Württemberg und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) das frühere Militärgebiet offiziell der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ übertragen.

„Es freut mich ganz besonders, dass der ehemalige Standortübungsplatz der NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ übertragen werden konnte. Die Dünenwälder sind damit in guter Hand und kommen ab sofort ausschließlich dem Naturschutz zu Gute. Die Erhaltung der Biodiversität ist von unschätzbarem Wert für die Sicherung unserer Lebensgrundlagen – hierfür braucht es auch Refugien für Tiere und Pflanzen“, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde am Dienstag (2. Februar) in Stuttgart anlässlich der erfolgreichen Übertragung.

„Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen wird diese naturschutzwichtige Fläche mit Brief und Siegel als Nationales Naturerbe und damit dem Naturschutz zur Verfügung gestellt“, teilte Ministerialdirektor Rolf Schumacher im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft nach Unterzeichnung der Übertragungsvereinbarung mit. „Zusammen haben wir erreicht, dass die Liegenschaft Schwetzingen-Hirschacker dauerhaft für den Naturschutz gesichert wird“, so Schumacher.

Der „Hirschackerwald“ in Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis, Teil eines Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiets sowie FFH-Gebiets, ist eine Fläche von hohem ökologischen Wert. „Mit der Übernahme des Hirschackerwalds durch die NABU-Stiftung ‚Nationales Naturerbe‘ kann das einmalige Dünengebiet noch besser für den Naturschutz entwickelt werden. Bund, Land sowie Stiftungen und Naturschutzverbände mit ihren vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Naturschutz haben für den Schutz der Biodiversität erfolgreich zusammengearbeitet. Ich danke allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement“, sagte Minister Bonde. „Dass die ehemalige Militärfläche in Schwetzingen als N

Hintergrundinformation:

Die Koalitionspartner der 16. Legislaturperiode hatten im Jahr 2005 vereinbart, ehemals militärisch genutzte Naturschutzflächen des Bundes in einer Größenordnung von bis zu 125.000 Hektar zur dauerhaften Sicherung des Nationalen Naturerbes unentgeltlich an die Länder, an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) oder an Naturschutzorganisationen zu übertragen. Die Übertragung erfolgte in bisher zwei Tranchen.

Weitere Informationen zum Nationalen Naturerbe

In Baden-Württemberg sind bei der ersten Tranche drei Liegenschaften von der BImA auf das Land (Sandweier, Offenburg-Durbach und Waldstetten) und zwei weitere auf die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ (Iffezheim und Lahr-Langenhard) übertragen worden.

Die Übertragungsfläche „Schwetzingen-Hirschacker“ mit rund 118 Hektar aus der zweiten Tranche wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien vom Land Baden-Württemberg, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) identifiziert und vom Bundesumweltministerium (BMUB) in das Naturschutzprojekt des Nationalen Naturerbes aufgenommen. Für die Fläche gelten höchste Naturschutz-Anforderungen. Beispielsweise sollen in Schwetzingen Heidelandschaften erhalten werden, da sie Lebensraum für seltene Pflanzen und eine große Zahl bedrohter Tierarten sind. Das Land Baden-Württemberg entschied, diese Fläche an die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe‟ zu übertragen, die seit über 100 Jahren naturschutzfachlich wertvolle Flächen bewahrt und pflegt. Unter dem Motto „Natur wieder Natur sein lassen“ erwirbt und erhält die NABU-Stiftung solche Flächen und schafft einzigartige Naturparadiese. Die Naturerbe-Fläche bietet den Menschen vor Ort die Gelegenheit für Naturerleben und Erholung. Die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ möchte die Fläche in Schwetzingen für Besucherinnen und Besucher öffnen und zugleich sensible Naturbereiche vor Störungen bewahren.

Im Juni 2015 hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages die dritte Tranche des „Nationalen Naturerbes“ mit rund 31.000 Hektar beschlossen. Die BImA ist alleinige Flächengeberin. Auch hier ist das Land Baden-Württemberg mit der Liegenschaft „Reisberg/Waldheide, Krampf‟ (Landkreis Heilbronn) vertreten.

Weitere Informationen zu Nationales Naturerbe

Naturerbefläche Schwetzingen-Hirschacker
Die Naturerbefläche „Hirschackerwald‟ liegt im Norden der Großen Kreisstadt Schwetzingen und umfasst rund 118 Hektar. Das Gebiet ist ein kombiniertes Natur- und Landschaftsschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen. Derzeit wird eine Erweiterung des Naturschutzgebiets geprüft. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Gebiet im Bundeseigentum und wurde als Standortübungsplatz der US-Army genutzt. Die Offenland-Flächen in den Dünen- und Sandgebieten mit ihren besonderen Pflanzengesellschaften werden in Anlehnung an die frühere traditionelle Nutzung bewirtschaftet oder gepflegt, vorrangig in Form von Beweidung. Seit über zehn Jahren arbeiten die staatliche Naturschutzverwaltung, die BImA und der NABU an der Pflege und Entwicklung der Dünenlebensräume.

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