Delegationsreise

Wirtschaftsstaatssekretärin leitet Markterkundungsreise nach Ghana und Nigeria

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Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz ist am Montag (26. November) zu einer Markterkundungsreise nach Afrika aufgebrochen. Bis 1. Dezember leitet sie eine 20-köpfige Delegation in die Republik Ghana und die Bundesrepublik Nigeria. Zur Delegation gehören Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Kammern sowie Mitglieder des Landtags.

„Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern Subsahara-Afrikas gewinnt vor allem aufgrund der hohen Dynamik der Märkte zunehmend an Bedeutung. Ghana und Nigeria, als zwei der chancenreichsten Märkte Westafrikas, können auch Unternehmen aus Baden-Württemberg mittelfristig gute Chancen für ein wirtschaftliches Engagement eröffnen“, sagte Schütz. Während Nigeria aufgrund seiner immensen Marktgröße sowie seines großen Ölvorkommens und der damit verbundenen Kaufkraft als eines der potenzialreichsten Länder des Kontinents gelte, sei Ghana aufgrund seiner politischen Stabilität und seines einfachen Marktzugangs vor allem für Neulinge im Afrika-Geschäft interessant.

„Gerade in Zeiten gut gefüllter Auftragsbücher sollten unsere Unternehmen frühzeitig Alternativen zu etablierten Exportmärkten ins Auge fassen“, so Schütz weiter. Der Investitionsbedarf in Ghana und Nigeria sei enorm, Know-how und „Made in Germany“ seien sehr gefragt und Unternehmen aus dem Südwesten seien bereit, in die jungen Menschen zu investieren und technologisches Wissen zu fördern. Dabei sei die Wirtschaft Baden-Württembergs als verlässlicher Partner an langfristigen Lösungen interessiert und strebe einen dauerhaften Erfolg für beide Seiten an.

„Deutsche und auch baden-württembergische Unternehmen sind in Subsahara-Afrika bislang weniger vertreten als Unternehmen anderer europäischer Länder. Der deutsche Außenhandel mit afrikanischen Staaten macht aktuell lediglich zwei Prozent des Außenhandels aus – es ist also höchste Zeit, dass beide Seiten die Chancen für eine Zusammenarbeit nutzen“, ergänzte die Staatssekretärin. Daher setze auch das Wirtschaftsministerium bei seiner Außenwirtschaftsförderung seit einiger Zeit einen Schwerpunkt auf die Region Subsahara-Afrika. Nach der Reise im Jahr 2017 nach Äthiopien und Kenia (Ostafrika) handele es sich hier um die zweite von Baden-Württemberg International (bw-i) organisierte Markterkundungsreise in Subsahara-Afrika.

In Ghana wird Staatssekretärin Schütz mit dem stellvertretenden Minister für Handel und Industrie der Republik, Robert Ahomka-Lindsay, zusammentreffen. Außerdem ist ein Gespräch mit dem wichtigsten Wirtschaftsverband des Landes, der Association of Ghana Industries, geplant. In Nigeria wird Schütz Gespräche mit der stellvertretenden Gouverneurin des Bundesstaates Lagos, Dr. Oluranti Adebule, sowie weiteren Ministern des Bundesstaates führen; darüber hinaus wird die Delegation mit Vertretern der lokalen Industrie- und Handelskammer (Lagos Chamber of Commerce and Industry) und der Nigerianischen-Deutschen Wirtschaftsvereinigung (Nigerian-German Business Association) zusammentreffen. Besuche von deutschen Investoren vor Ort, wie Siemens und Julius Berger, sowie von international tätigen afrikanischen Unternehmen bieten tiefere Einblicke in die Praxis. In beiden Ländern veranstaltet Baden-Württemberg International in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Auslandshandelskammern Kontakt- und Kooperationsbörsen sowie Round Tables zum Erfahrungsaustausch mit bereits vor Ort tätigen deutschen Unternehmen. Ebenso wird sich die Delegation über die lebhafte Start-up Szene in Accra (Ghana) und Lagos (Nigeria) informieren.

Länderinformationen Ghana/Nigeria
Ghana zählt mittlerweile wieder zu den wachstumsstärksten Ländern Subsahara-Afrikas. Nach einer Flaute zwischen 2014 - 2016 befindet sich das Land mit einem BIP-Wachstum von geschätzten 7,9 Prozent im Jahr 2017 und einer BIP-Wachstumsprognose von 6,6 Prozent für das Jahr 2018 erneut auf Wachstumskurs. Das Wachstum ist vor allem auf die Erschließung von Ölfeldern zurückzuführen. Ghana bietet als Absatzmarkt für deutsche Produkten in der Subsahara-Region zahlreiche Chancen für deutsche Unternehmen. Mit einem deutschen Exportvolumen i. H. v. 265,6 Millionen Euro (2017) bewegt sich der Handel allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. Aufgrund seiner politischen Stabilität in einer sonst eher instabilen Region und seines einfachen Marktzugangs ist Ghana jedoch nicht nur für „Afrika-Neulinge“ interessant, sondern zieht auch zahlreiche internationale Geldgeber an. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten für ein geschäftliches Engagement (Lieferungen und Beratungen).

Nigeria ist mit etwa 190 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas und hat Südafrika bereits im Jahr 2014 als größte Volkswirtschaft des Kontinents überholt. Aufgrund seiner immensen Marktgröße sowie seines großen Ölvorkommens und der damit verbundenen Kaufkraft gilt das Land als eines der potenzialreichsten Länder in Afrika. Während bis vor einigen Jahren ein Wirtschaftswachstum im hohen einstelligen Bereich erzielt werden konnte, regeneriert sich Nigeria seit 2017 von einer durch gesunkene Öleinnahmen verursachten Wirtschaftskrise. Die BIP-Wachstumsprognosen für die Jahre 2018 und 2019 liegen wieder bei über zwei Prozent. Für deutsche Unternehmen ist Nigeria einer der wichtigsten Absatzmärkte in Subsahara Afrika.

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