Konjunktur

Wirtschaft in Baden-Württemberg: Noch kein Aufschwung in Sicht

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Fahrzeugbau mit Robotern

Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut: „Unsere Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Konjunktur- und Strukturkrise.“

Für 2024 zeichnet sich ein weiteres Rezessionsjahr für Baden-Württemberg ab. Zudem öffnet sich die Schere zwischen der Wirtschaftsleistung des Landes und dem ebenfalls zurückgehenden Bundesdurchschnitt.

Da der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg höher ist als im Bundesdurchschnitt, wirkt sich die aktuelle Krise der Industrie hier besonders stark aus. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweiges „Herstellung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugtei-len“ im Land kann man näherungsweise daran ermessen, dass Mitte 2024 rund 4,5 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Baden-Württembergs hier tätig waren, in Deutschland insgesamt aber nur 2,6 %. Die allgemeine Wirtschaftskrise spiegelt sich auch im Baugewerbe wider. Leider lassen die Frühindikatoren wie Auftragseingang bzw. Baugenehmigungen zur Zeit keinen Aufwärtstrend erkennen. Alle produktionsnahen Konjunkturindikatoren lagen im Jahresdurchschnitt 2024 deutlich unter ihren arbeitstäglich und saisonbereinigten Vorjahreswerten (Auftragseingänge -5,3 %, Produktion -6,6 %, Umsatz -6,3 %).

Die jährliche Inflationsrate für 2024 betrug sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland 2,2 % und lag somit erfreulich nah am angestrebten Zielwert der Europäischen Zentralbank. Seit Jahresanfang 2025 steigt die Inflationsrate aber wieder leicht an, und zwar auf 2,5 % in Baden-Württemberg und 2,3 % in Deutschland (Februar 2025). Trotz der gegenüber 2022 und 2023 gesunkenen Inflation stützt der Konsum der Privathaushalte die wirtschaftliche Entwicklung aktuell nicht. Auch beim Einzelhandel gingen die realen Umsatzzahlen 2024 im Land leicht zurück (-1,1 %). Gründe dafür dürften neben einem nach wie vor hohen Preisniveau eine Verunsicherung der Verbraucher auch durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sein.

Die Ministerin: „Die anhaltend schwierige Wirtschaftslage zeigt sich deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Seit Mitte 2022 steigt die Zahl der Arbeitslosen im Trend von Monat zu Monat.“ Die Arbeitslosenquote im Februar 2025 liegt in Baden-Württemberg bei 4,6 % (Deutschland: 6,4 %).

Nach jetzigem Datenstand ist ein weiteres Rezessionsjahr im Land nicht auszuschließen; so könnte nach der Prognose des Wirtschaftsministeriums das preisbereinigte BIP 2025 um rund 0,5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. „Der politische Stillstand in Berlin ist Gift für die Unternehmen. Wir brauchen baldigst grundlegende wirtschaftspolitische Reformen“, so die Ministerin. Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Unternehmertum, speziell für Mittelstand und Start-ups auf Bundes- und Landesebene, sind die Voraussetzungen dafür, schnellstmöglich auf den Wachstumspfad zurückzukehren.

Eckdaten Wirtschaft 02/2025 (PDF) (Stand 14.03.2025)

Eckdaten Wirtschaft 02/2025 (barrierefrei) (XLS) (Stand 14.03.2025)