Vorläufige Berechnungen ergeben, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg 2025 preisbereinigt um 0,6 % zurückgegangen ist. In erster Linie ist dies auf die Entwicklung der Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe ohne Bau zurückzuführen. Da der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes am Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg höher ist als im Bundesdurchschnitt, wirkt sich die aktuelle Krise der Industrie hier besonders stark aus. Damit ist die für das Jahr 2025 erwartete Bodenbildung trotz eines gestiegenen Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vorjahr (Baden-Württemberg 7,3 %, Deutschland 3,0 %, kalender- und saisonbereinigt) nicht eingetreten, da die Umsätze sich gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % verringert haben (Deutschland -1,1 %).
Der Warenexport veränderte sich mit +0,5 % kaum. Die Nachfrage der privaten Haushalte führt beim Einzelhandel über das Jahr zu einem Wachstum von +1,4 %. Im Baugewerbe stieg der Auftragseingang sowohl für Baden-Württemberg als auch für Deutschland in 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich an (Bau: Baden-Württemberg 7,3 % und Deutschland 9,3 % davon Wohnbau Baden-Württemberg 7,7 % und Deutschland 12,6 %). Für 2026 zeichnet sich aktuell nicht nur für Baden-Württemberg ein schwieriges Jahr besonders für energieintensive Branchen ab.
Die jährliche Inflationsrate betrug für 2025, ähnlich wie im Jahr 2024, in Baden-Württemberg 2,4 %, in Deutschland 2,2 % und lag somit erfreulich nah am angestrebten Zielwert der Europäischen Zentralbank. Starke Preissteigerungen an den Tankstellen prägen die letzten Wochen und werden in absehbarer Zeit zu merklichen Preissteigerungen in vielen Bereichen führen. Damit ist mit dämpfenden Effekten auf die Konsumnachfrage der privaten Haushalte zu rechnen. Auch die geringe Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt dürfte die Konsumlaune tendenziell bremsen, was sich auch in den Konsumklimaindizes widerspiegelt.
„Statt einer spürbaren Frühjahreserholung wird die Wirtschaft derzeit durch geopolitische Spannungen und steigende Energiekosten belastet. Die unsichere geopolitische Lage wirkt sich auch auf unternehmerische Entscheidungen aus. Die Nachfrage nach Arbeitskräften geht erneut zurück, da viele Betriebe Investitionen und Neueinstellungen aktuell wieder verschieben. Unter diesen Bedingungen können wir auch keine wirtschaftliche Erholung erwarten,“ so Wirtschaftsministerin
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.