Führungspositionen für Frauen

Spitzenfrauen gesucht!

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Weibliche Führungskraft in einer Besprechung (Quelle: © fizkes, stock.adobe.com)

Frauen stellen mittlerweile mit 47 Prozent fast die Hälfte aller Berufstätigen. In den Führungspositionen beträgt der Frauenanteil in der ersten Führungsebene jedoch nur 30 Prozent, in der zweiten Führungsebene sind es immerhin rund 42 Prozent.

Aktuelle Studien belegen jedoch, dass Unternehmenserfolg mit dem Frauenanteil in der mittleren und oberen Managementebene wächst. Firmen mit Frauen in Entscheidungspositionen schneiden besser ab, und zwar bezüglich Rendite, Marge und Börsenkurs. Zudem kommen Firmen mit gemischten Führungsteams zu erfolgreicheren Entscheidungen. Damit ist Diversity ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Gemäß des aktuellen Berichts des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. (IAW) zur geschlechterspezifischen Beschäftigungsentwicklung im Land (PDF)  sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Obwohl 2024 insgesamt 47 Prozent aller Beschäftigten Frauen waren, waren nur 30 Prozent der Positionen auf der ersten Führungsebene und 42 Prozent auf der zweiten Führungsebene mit Frauen besetzt. Hier zeigt sich zwar eine positive Entwicklung – seit 2012 ist der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene von 25 auf 30 Prozent, auf der zweiten Führungsebene von 33 auf 42 Prozent gestiegen; jedoch besteht gerade auf der obersten Führungsebene weiterhin Nachholbedarf.

Für das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus ist es deshalb nach wie vor ein vordringliches wirtschaftspolitisches Ziel, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass mehr Frauen in baden-württembergischen Unternehmen Führungspositionen erreichen.

Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen

Aus diesem Grund hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus seit 2009 unter der Dachmarke "Spitzenfrauen - Wege ganz nach oben!" drei Kongresse durchgeführt, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln finanziert wurden. Ziel dieser Kongresse war es, Frauen und Unternehmen zu sensibilisieren, zu qualifizieren und zu vernetzen.

Auch mit dem seit 2010 laufenden gleichnamigen Förderprojekt „Spitzenfrauen BW“ verfolgt das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus gemeinsam mit der Projektträgerin, dem Steinbeis-Transferzentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim das Ziel, den Frauenanteil in Führungspositionen baden-württembergischer Unternehmen zu erhöhen und Spitzenfrauen zu vernetzen.

Mit dem Informationsportal www.spitzenfrauen-bw.de werden Frauen im oberen Management und in Spitzenpositionen mit unterschiedlichen Karrierewegen als Vorbilder sichtbar. Zudem werden kostenfrei begleitende Offline- und Online-Angebote rund um das Thema „Frau und Karriere“ angeboten.

Zunächst wurde das Projekt vollumfänglich über Fördermittel der EU und des Landes finanziert, seit 2022 wird der Mittelbedarf aus Landes- und Drittmittel gedeckt. Hierzu konnten bis heute bereits neunzehn namhafte Unternehmen aus Baden-Württemberg und etliche Spitzenfrauen für eine hälftige Finanzierung gewonnen werden. Mit Beginn der Förderphase 2022 wurden konzeptionell neue Schwerpunkte in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit gesetzt. Daher präsentiert das Spitzenfrauenportal nun insbesondere auch Frauen mit herausragenden Karrieren in diesen Bereichen.

Zudem ist das Projekt Spitzenfrauen auch auf LinkedIn präsent und führt Digitale Business-Lunches mit thematischen Impulsen durch. Darüber hinaus wurde das Mentoring für Nachwuchsführungsfrauen ausgebaut und ein Cross-Mentoring-Programm der beteiligten Unternehmen eingeführt.

Mit seinem weitreichenden Informationsangebot und dem angeschlossenen Netzwerk ist „Spitzenfrauen BW“ ein zentrales Forum für Karrierefrauen, weibliche Nachwuchsführungskräfte und Unternehmensvertreter in Baden-Württemberg. So hat sich „Spitzenfrauen BW“ im Laufe der Jahre nachhaltig zu einer landesweit bekannten und etablierten Marke mit großer Community entwickelt, die auch bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt.

Kontakt

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg
Referat Wirtschaft und Gleichstellung
Schlossplatz 4 (Neues Schloss)
70173 Stuttgart
poststelle@wm.bwl.de