Delegationsreise

Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid thematisiert Situation der Wanderarbeiter in China

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Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid bereist gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und weiteren Ministern die Volksrepublik China. Die Delegation umfasst über 120 Mitglieder. (Foto: Reiner Pfisterer)

Mit der arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Situation in China hat sich Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid am 19. Oktober 2015 im Rahmen der gemeinsamen Delegationsreise mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann beschäftigt. Vor allem die Situation der zirka 275 Millionen Wanderarbeiter landesweit spielte dabei eine Rolle. „Die Frage nach der Situation und dem Umgang mit Wanderarbeitern ist die zentrale soziale Frage in China", sagte Schmid in Peking.“

Etwa 35 Prozent aller Beschäftigten in China gelten als Wanderarbeiter, sie leben und arbeiten mehr als sechs Monate eines Jahres außerhalb ihres Heimatortes. Ein großer Teil der Wanderarbeiter sind ehemalige Landwirte. Vor allem in den großen Städten im Osten des Landes sind sie auf Baustellen, in der Produktion und im Dienstleistungsbereich beschäftigt - oftmals ohne umfassenden Zugang zur sozialen Sicherung.

Wei Wei, Leiter der Wanderarbeiterorganisation 'Little Bird', berichtete im Gespräch mit dem Minister von der Unterstützung seiner Organisation für die Wanderarbeiter. Mit knapp 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einigen Teilzeitbeschäftigten und mehr als 1.000 freiwilligen Unterstützern würden pro Jahr mehr als 10.000 Wanderarbeiter betreut. Über eine Telefonhotline erreiche man 700.000 Personen. In der Beratung kämen derzeit vor allem Entlassungen bei kleinen und mittleren Unternehmen zur Sprache. Viele der Arbeiter hätten keinen Arbeitsvertrag. Auch berufsbedingte Erkrankungen würden zu Schwierigkeiten führen.

„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Organisation 'Little Bird' “, erklärte der Minister. „Sie stehen den Wanderarbeitern in schwierigen, oft existenziell bedrohlichen Situationen bei. Ohne 'Little Bird' hätten die Menschen kaum eine Chance auf eine rechtliche und auch psychologische Beratung und Betreuung.“

Als kleine Unterstützung überreichte Schmid einen Scheck über 1.000 Euro an Wei Wei, dessen Organisation auf Spenden aus dem Ausland angewiesen ist.

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