Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert das Projekt „NECOC-BW“ mit rund 1,4 Millionen Euro. Zielsetzung des Projekts ist die Weiterentwicklung eines Verfahrens, bei dem aus dem Klimagas CO2 fester Kohlenstoff hergestellt und dieser anschließend als Rohstoff verwendet wird. „NECOC-BW“ wird am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) realisiert. Die Projektdauer beläuft sich auf 34 Monate.
„Das Projekt ‚NECOC-BW‘ am KIT schafft die Grundlage für klimaneutrale Produktion in Industriezweigen, in denen aktuell prozessbedingt große Mengen an Kohlenstoffdioxid emittiert werden. Es trägt so dazu bei, die Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu sichern“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.
Die Gusseisenherstellung ist ein Branchenbeispiel. Kerngedanke des Verfahrens ist, die CO2-Emissionen aus den Öfen abzuscheiden und das CO2 direkt vor Ort wieder in Kohlenstoff und Sauerstoff aufzutrennen. Das entstehende Kohlenstoffpulver wird direkt in den Kupolofen zurückgeführt und ersetzt so den bisher verwendeten fossilen Kohlenstoff. Es entsteht also ein lokal geschlossener Kohlenstoffkreislauf.
Technologien für die Abscheidung und Nutzung beziehungsweise die Abscheidung und Speicherung von CO2, kurz CCU/S (Carbon Capture and Usage/Storage), stellen eine Lösung dar, um klimaneutral zu produzieren. Allerdings gibt es derzeit für viele industrielle Anwendungen noch keine Verfahren für eine effiziente und vor allem kostengünstige Abscheidung.
Das Verfahren, das im Projekt „NECOC-BW: Herstellung von festem Kohlenstoff aus Industrieprozessen mit technisch nicht vermeidbaren CO2-Emissionen“ für die industrielle Anwendung weiterentwickelt wird, könnte eine Lösung für verschiedene Industriezweige darstellen, um klimaneutral zu produzieren. Im Rahmen des Projekts arbeitet das KIT eng mit Unternehmen zusammen, die durch den Einsatz der Technologie die Klimaneutralität in ihrer Produktion erreichen könnten.
„Mit der Zuwendung schafft das Ministerium eine solide Grundlage dafür, dass Verfahren und Anlagen zur Abscheidung und Nutzung von Kohlenstoffdioxid – entwickelt durch Ingenieurskunst aus Baden-Württemberg – künftig selbst zu einem Aushängeschild unseres Industrielands werden“, so die Ministerin weiter.
Das Projekt ist so flexibel gestaltet, dass die Ergebnisse auch in anderen Branchen mit schwer beziehungsweise unvermeidbaren CO2 -Emissionen im Land Anwendung finden können. Hierzu zählen etwa die Zement- und Kalkindustrie, die chemische Industrie, Raffinerien und Anlagen der thermischen Abfallbehandlung. Darüber hinaus könnte perspektivisch auch die Glas- und Papierindustrie zum Nutzerkreis zählen.
















