Arbeitsmarkt

Gesamtzahl der Arbeitslosen steigt auf höchsten Wert seit 2007

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

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Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

„Der Start ins neue Jahr ist alarmierend. Saisonale Effekte erklären einen Teil des Anstiegs der Arbeitslosigkeit, und dieser war in gewissem Ausmaß erwartbar, dennoch erreichen wir eine Gesamtzahl an Arbeitslosen, wie wir sie seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen haben. Dieses Signal müssen wir sehr ernst nehmen.“

Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2026 4,8 Prozent. Die gesamte Zahl der Arbeitslosen in Baden-Württemberg steigt im Januar 2026 um 19.426 beziehungsweise 6,7 Prozent auf insgesamt 310.443 Arbeitslose. Der durchschnittliche Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar betrug in den letzten zehn Jahren rund 17.500 Personen. Der aktuelle Zuwachs liegt damit etwa 2.000 Personen über dem Schnitt, aber rund 1.000 Personen unter dem Niveau des Vorjahres. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 4,6 Prozent und es gab 16.229 Arbeitslose weniger. Die aktuelle Zahl der Arbeitslosen ist so hoch wie zuletzt im Januar 2007 mit 314.621 Betroffenen. Eine Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent gab es zuletzt im August 2010.

„Unsere Wirtschaft muss im neuen Jahr wieder Tritt fassen. Der Südwesten wies 2025 im Ländervergleich mit rund 8,8 Prozent den zweithöchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Bayern auf. Dass die Arbeitslosigkeit nun eine Höhe erreicht hat, die zuletzt vor fast zwei Jahrzehnten erreicht wurde, zeigt, dass wir dringender denn je unsere strukturellen Probleme angehen und beispielsweise den Arbeitsmarkt flexibilisieren müssen. So setzen wir uns derzeit im Bundesrat für eine erleichterte branchenübergreifende Arbeitnehmerüberlassung ein, um die Job-zu-Job Vermittlung zu stärken und Zeiten der Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten“ resümierte Hoffmeister-Kraut.

Im Januar 2026 sinkt die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit leicht und lag bei 72.013. Gegenüber dem Vormonat waren dies 2.801 beziehungsweise 3,7 Prozent ausgeschriebene Stellen weniger. Im Vorjahresvergleich waren 1.192 (minus 1,6 Prozent) Stellen weniger ausgeschrieben.

„Bereits im vergangenen Jahr lag die Zahl der gemeldeten offenen Stellen auf einem langjährigen Tiefstand. Zwar ist ein saisonaler Rückgang zu Jahresbeginn üblich, das derzeitige grundlegend schwache Niveau des Stellenangebots ist es nicht. Der Arbeitsmarkt bleibt ohne wirtschaftliche Erholung auch 2026 unter Druck.“

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren lag im Januar 2026 bei 25.104. Im Vergleich zum Dezember 2025 ist die Jugendarbeitslosigkeit um 1.351 Personen beziehungsweise plus 5,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Jugendarbeitslosigkeit um 8,2 Prozent höher. Die aktuelle Jugendarbeitslosenquote betrug im Januar 3,8 Prozent. Im Januar 2025 lag sie noch bei 3,5 Prozent und vor der Coronapandemie im Januar 2020 bei 3,3 Prozent.

„Besorgniserregend ist auch die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit, die sich zunehmend verfestigt. Umso wichtiger bleibt es, jungen Menschen im neuen Jahr verstärkt Wege in Ausbildung und Weiterbildung zu eröffnen.“, so Hoffmeister-Kraut.

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