Ausbildung

Neues Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung in Baden-Württemberg

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Der direkte Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung soll mehr jungen Menschen gelingen als bislang. Zudem soll die Berufsausbildung attraktiver und ihre Qualität weiter verbessert werden, damit sie zukunftsfähig bleibt. Das sind die Ziele, auf die sich die Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesagentur für Arbeit und Kommunen geeinigt haben. Die Partner des neuen „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses in Baden-Württemberg 2015 bis 2018“ haben die Vereinbarung unterzeichnet.

„Von der Ausbildung unserer jungen Generation hängt die Zukunft unseres Landes ab. Eine gute Ausbildung ist mehr denn je der Schlüssel zur Arbeitswelt. Wir wollen jeder und jedem eine Chance geben und dabei Talente entdecken und entwickeln“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Für diese Ziele haben sich alle maßgeblichen Akteure zusammengefunden. Ich denke, das ist ein großartiger Erfolg.“ Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid sagte: „Gerade im Bereich der beruflich Qualifizierten werden wir in den kommenden Jahren großen Bedarf haben. Junge Menschen brauchen eine Perspektive, unser Land braucht gut qualifizierte junge Menschen.“

Ein wichtiger Baustein des neuen Ausbildungsbündnisses sei die Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf. „Denn wir wollen, dass mehr Jugendlichen als bislang ein möglichst schneller Übergang von der Schule in eine Ausbildung gelingt“, betonte Schmid.

Die Bündnispartner haben sich auf drei Schwerpunkte geeinigt, die mit zehn Zielen konkretisiert sind:

  1. Übergänge junger Menschen von der Schule in den Beruf gestalten
  2. Attraktivität und Qualität der Berufsausbildung steigern
  3. Ausbildung zukunftsfähig machen

Erstmals ist es dabei gelungen, allen zehn Zielen quantitative Indikatoren zuzuordnen. Anhand dieser Indikatoren kann der Erfolg des Bündnisses gemessen werden. So soll im Zeitraum, für den das Bündnis geschlossen wurde, die Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf in der Hälfte aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg eingeführt werden (also in 22 Stadt- und Landkreisen). Dazu gehört beispielsweise eine verstärkte berufliche Orientierung an allen allgemein bildenden Schulen sowie eine enge Kooperation aller Partner auf regionaler Ebene und die Abstimmung der einzelnen Maßnahmen. Die Anzahl der in der Geschäftsstatistik der Bundesagentur für Arbeit als „unbekannt verblieben“ registrierten Jugendlichen soll von 9.786, die im Jahr 2014 gezählt wurden, bis zum Jahr 2018 auf 5.000 reduziert werden. Auch die Quote der Ausbildungsabbrüche soll reduziert werden: von 21,2 Prozent auf unter 20 Prozent.

Die Vereinbarung wurde seitens der Landesregierung unterzeichnet von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Sozialministerin Katrin Altpeter und Kultusstaatsekretärin Marion v. Wartenberg.

Zudem unterschrieben Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages, Karl Schäuble, Vizepräsident der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände, Dr. Björn Demuth, Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe Baden-Württemberg, Nikolaus Landgraf, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg, Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Roger Kehle, Präsident des Gemeindetages Baden-Württemberg, Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetages Baden-Württemberg und Prof. Eberhard Trumpp, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg, das Bündnis.

Die Ziele und Indikatoren des Ausbildungsbündnisses 2015 bis 2018

I. Übergänge junger Menschen von der Schule in den Beruf gestalten

  • Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf umsetzen
    Indikator: Die Zahl der beteiligten Regionen von vier (im Jahr 2014) auf 22 (im Jahr 2018) erhöhen
  • Berufliche Orientierung an allen allgemein bildenden Schulen weiterentwickeln
    Indikator: Anteil der Tandems für Berufsorientierung aus Schule und Berufsberatung bis zum Jahr 2018 auf 100 Prozent erhöhen
  • Attraktive Ausbildungsangebote entwickeln und Karrierewege befördern
    Indikator: Anzahl der neuen Teilnehmer am dreijährigen dualen Berufskolleg von 834 (im Jahr 2014) um 50 Prozent auf 1.250 (im Jahr 2018) erhöhen
  • Jugendlichen durch einen flexiblen Einstieg die Chancen auf eine Ausbildung eröffnen
    Indikator: Anzahl der unbekannt verbliebenen Jugendlichen in der Geschäftsstatistik der Bundesagentur für Arbeit von 9.786 (im Jahr 2014) auf 5.000 (im Jahr 2018) senken (Zielgröße wird jährlich überprüft)
  • Die Anzahl der Regionen mit harmonisierten Abläufen und weitgehend abgestimmten Maßnahmen im Rahmen der Arbeitsbündnisse „Jugend und Beruf“ soll bis Ende 2016 auf 44 erhöht werden

II. Attraktivität und Qualität der Berufsausbildung steigern

  • Ausbildungsbereite Betriebe in der Ausbildung unterstützen

Indikator: Für die ausbildungsbereiten Betriebe sollen landesweit 2016 bis zu 600 Plätze für eine assistierte Ausbildung zur Verfügung stehen (2015: 311) (Zielgröße wird jährlich überprüft)

  • Qualität der betrieblichen Ausbildung sichern

Indikator: Die Vertragslösungsquote von 21,2 Prozent (im Jahr 2013) auf unter 20 Prozent (im Jahr 2018) senken (Zielgröße wird jährlich überprüft)

  • Qualität und Erreichbarkeit der Berufsschule sichern

Indikator: Das Defizit bei der Unterrichtsversorgung an Berufsschulen in allen Regierungsbezirken von 5,6 Prozent (im Jahr 2013) auf unter 5 Prozent senken

III. Ausbildung zukunftsfähig machen

  • Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung ausgestalten

Indikator: Die Anzahl berufsbegleitender Bachelorstudiengänge an staatlichen  Hochschulen von 8 (im Jahr 2015) auf 16 (im Jahr 2018) verdoppeln

  • An- und Ungelernten einen Berufsabschluss ermöglichen

Indikator: Den Anteil der 25- bis unter 35-Jährigen ohne Berufsabschluss  von 12,9 Prozent (im Jahr 2013) auf unter 12 Prozent (im Jahr 2018) senken (Zielgröße wird jährlich überprüft)

  • Berufliche Bildung internationalisieren

Indikator: Die Anzahl der EU-geförderten Auslandspraktika von Auszubildenden von 1.600 (im Jahr 2013) auf 2.500 (im Jahr 2018) steigern

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