Wohnungsmarkt

Ministerrat beschließt Eckpunkte für zweites wohnungspolitisches Maßnahmenpaket

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Der Ministerrat hat heute Eckpunkte für das zweite wohnungspolitische Maßnahmenpaket beschlossen. Kern des Pakets ist es, in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt die so genannte Kappungsgrenze von 20 auf 15 Prozent abzusenken, um Mieterhöhungen in bestehenden Mietverträgen zu deckeln.

„Mit der Absenkung der Kappungsgrenze geht Baden-Württemberg über die Mietpreisbremse hinaus, weil wir neben Neuvermietungen auch bestehende Mietverträge erfassen,“ sagte Schmid nach der Sitzung des Ministerrats. Mit der Absenkung der Kappungsgrenze setzt die Landesregierung die vom Bundesgesetzgeber geschaffene Möglichkeit um und ergänzt die geplante Mietpreisbremse, die sich auf Mieterhöhungen bei Neuvermietungen bezieht.

Neben der Absenkung der Kappungsgrenze umfasst das im Ressort von Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid erstellte Maßnahmenpaket auch eine mögliche Verlängerung der allgemeinen Kündigungssperrfrist bei Wohnungsumwandlungen von drei auf bis zu zehn Jahre. Beide Instrumente sollen im Frühjahr 2015 in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt zur Anwendung kommen. Das Land will bis zum Frühjahr 2015 die notwendigen Rechtsverordnungen erlassen. Zudem wird die Landesregierung die Mietpreisbremse für Wiedervermietungen so schnell wie möglich umsetzen, sobald der Bund die dafür erforderliche gesetzliche Grundlage geschaffen hat.

Voraussetzung für die Anwendung ist eine rechtssichere Abgrenzung einer Gebietskulisse für das Land. Das heißt, die Instrumente benötigen eine landesweit einheitliche und aktuelle Datengrundlage, um Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten festzulegen, also diejenigen Gebiete, in denen die Verordnung gelten wird. Das ist nach Auffassung von Experten gerade in Ballungsräumen wichtig in der Frage, wie weit sich der vor allem innerstädtisch zu vermutende Wohnungsmangel hinaus in die Städte und Gemeinden in den so genannten Speckgürteln zieht.

Zur Definition der Datengrundlage hat das Ministerium für Finanzen und Wirt-schaft Anfang April einen Erörterungstermin mit den wohnungswirtschaftlichen Verbänden und den kommunalen Landesverbänden durchgeführt. Geeinigt hat man sich auf jenen Kriterienkatalog, den Schmid im Kabinett vorgestellt hat.

Datengrundlage sind die fortgeschriebenen Daten des Statistischen Landesamts aus dem Zensus 2011. Wichtigster Indikator ist der so genannte Wohnungsversorgungsgrad. Der Wohnungsversorgungsgrad ergibt sich durch die Gegenüberstellung der „Haushalte mit Wohnungsbedarf“ und dem „zu berücksichtigenden Wohnungsbestand“. Dieses Verhältnis von Wohnungen zu Haushalten sagt - unabhängig von der tatsächlichen Verteilung - aus, wie viele Wohnungen für die Nutzung durch private Haushalte zur Verfügung stehen. Ergänzt werden sollen diese Daten durch Kriterien wie beispielweise der Wohnungsleerstandsquote oder der Mietbelastungsquote (Mietbelastung von Haushalten mit durchschnittlichen Einkommen).

Damit ist der Grundstein zur Anwendung der Kappungsgrenze und der verlängerten Kündigungssperrfrist gelegt. Beide Maßnahmen sollen im Frühjahr 2015 in Kraft treten, wenn die Gebietskulisse erstellt ist.

Bereits umgesetzt hat die Landesregierung ihr erstes wohnungspolitisches Maßnahmenpaket. Ende 2013 traten das Gesetz über ein Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum und die Umwandlungsverordnung in Kraft. Daraufhin hat Freiburg Ende Januar 2014 als erste Stadt in Baden-Württemberg eine Satzung für ein Zweckentfremdungsverbot erlassen. In Konstanz wird derzeit eine entsprechende Satzung im Gemeinderat beraten. Die Umwandlungsverordnung gilt beispielsweise in Stuttgart im Bereich der Erhaltungssatzung für das Nordbahnhofviertel. Zudem schuf die Landesregierung die Möglichkeit, landeseigene Grundstücke für Zwecke der sozialen Wohnraumförderung verbilligt veräußern zu können.

Tragende Säule der Wohnungspolitik der grün-roten Landesregierung ist das 63 Millionen Euro umfassende Landeswohnraumförderungsprogramm. Die Nachfrage nach den Programmen ist mit der 2013 umgesetzten Neuausrichtung stark angestiegen. De facto bietet Baden-Württemberg mit dem Programm seit 2013 unter anderem zinslose Darlehen für Investoren, die sozialen Wohnraum schaffen oder modernisieren. Damit betrat Baden-Württemberg Neuland in der Wohnungsbauförderung.

Weitere Meldungen

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
U-Shift

Ein Fahrzeug für (fast) alle Fälle: U-Shift denkt Mobilität neu

Bei der Abschlussveranstaltung des Förderprojekts „U-Shift II“ zeigen die Projektpartner in Karlsruhe, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann, und sie geben Einblicke in ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich Autonomes Fahren.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Start-up BW

Zwei IW JUNIOR Schülerfirmen aus Baden-Württemberg gewinnen in Köln

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg haben im IW JUNIOR Bundeswettbewerb in Köln am 16. Juni die Bronzemedaille sowie den Sonderpreis für das "Beste Pitch Deck" geholt.

Asien-Pazifik Summit 2026
Summit

Erster Asien-Pazifik Summit in Stuttgart

Leitthema: „Wie sichert Baden-Württemberg seine Wettbewerbsfähigkeit im Innovationswettlauf in der Asien-Pazifik-Region?“

Eine Lehrerin hängt ein Bild an einer Tafel auf. Im Hintergrund sind Schüler zu sehen.
Zumeldung

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von Frauen

Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut unterstützt die Einschätzung von DIW-Chef Marcel Fratzscher, dass in der hohen Teilzeitquote von Frauen ein riesiges ungenutztes Arbeitskräftepotenzial liege. Dies sei auch in Baden-Württemberg der Fall.

Logo von Start up BW
Start-up BW

SquareNeo GmbH aus Karlsruhe gewinnt den Regional Cup Karlsruhe

Bühne frei für Innovation: SquareNeo GmbH aus Karlsruhe ge-winnt den Regional Cup Karlsruhe des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Regulierung

Wirtschaftsministerin: Wir regulieren an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat nach Gesprächen mit den CEOs führender Automobilhersteller und Zulieferer aus Baden-Württemberg vor den Folgen der aktuellen europäischen CO₂-Regulierung gewarnt.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
ILA

Baden-Württemberg setzt auf ILA ein deutliches Zeichen für Innovation und Technologie

Starker Auftritt in Berlin: Baden-Württemberg setzt auf ILA ein deutliches Zeichen für Innovation und Technologie .

Logo von Start up BW
Start-up BW

Neue Kandidaten für Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed

Starthilfe für junge Unternehmen: Neue Kandidaten für Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed.

Copyright: © facts and fiction / Stefan Schilling Fotografie
Ausstellung

Kreislaufwirtschaft zum Anfassen: Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften konkret aussehen? Antworten darauf gibt eine Wanderausstellung mit Exponaten aus dem Deutschen Pavillon der Expo 2025 in Osaka.

Portraitbilder Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Pharmaindustrie

Pharmaindustrie: Investitionen wandern ab – Deutschland muss gegensteuern

Die Ankündigungen von Boehringer Ingelheim und Eli Lilly, geplante Investitionen in Deutschland in erheblichem Umfang nicht zu realisieren, sind ein deutliches Warnsignal für den Pharmastandort Deutschland.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Medieninformation

Mannheim-Stadt beteiligt sich am bundesweiten Pilotprojekt „Schneller Gründen"

Finanzamt Mannheim-Stadt beteiligt sich am bundesweiten Pilotprojekt „Schneller Gründen“

Sieger Regional Cup Südlicher Oberrhein
Start-up BW

AugRep GmbH aus Freiburg gewinnt den Regional Cup Südlicher Oberrhein

Bühne frei für Innovation: AugRep GmbH aus Freiburg gewinnt den Regional Cup Südlicher Oberrhein des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Regional Cup Ludwigsburg - Sieger
Start-up BW

Camperr gewinnt den Regional Cup Ludwigsburg des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“

Bühne frei für Innovation: Camperr gewinnt den Regional Cup Ludwigsburg des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Sieger Regional Cup IP2INVEST
Start-up BW

OSORA medical aus Ulm gewinnt den Regional Cup IP2INVEST

Bühne frei für Innovation: OSORA medical aus Ulm gewinnt den Regional Cup IP2INVEST des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken
Start-up BW

Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken

Bühne frei für Innovation: Nils Krumm aus Heilbronn gewinnt den Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.