Wirtschaftsministerium fördert Forschungsprojekt zur Herstellung von CO2-neutralem Gas mit rund 800.000 Euro

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Grafik eines Datenträgers mit einer Visualisierung eines menschlichen Gehirns

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert die Forschung zur strombasierten Herstellung von klimaneutralem Gas am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mit rund 800.000 Euro. „Für einen wirkungsvollen Klimaschutz müssen wir innovative Ideen wie diese weiter vorantreiben. CO2-neutrales Gas kann in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (24. April) in Stuttgart.

„Mit dem Projekt wollen wir unsere baden-württembergischen Anlagenbauer und Komponenten-Hersteller dabei unterstützen, die großen Innovationspotenziale dieses Themenfelds optimal zu nutzen“, so die Ministerin. Ziel des Projekts „eLNG aus Luft“ ist es, den Gesamtprozess zur Herstellung von CO2-neutralem Gas darzustellen und Empfehlungen für einen industriellen Betrieb abzuleiten. Im Rahmen des Projekts sollen außerdem neue Exportpotenziale und Absatzmärkte für Unternehmen aufgezeigt werden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um eine Vorreiterposition im Bereich der Technologiebereitstellung zur Produktion von strombasiertem regenerativen Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, „eLNG“) einzunehmen.

Das Projekt nutzt bereits bestehende Technologiebausteine und Infrastrukturen des ZSW, um eine Gesamtprozesskette zur strombasierten Erzeugung von regenerativem Gas aus grünem Wasserstoff (Wasser-Elektrolyse) und Kohlendioxid der Umgebungsluft zu konzipieren. Ziel ist die erstmalige Umsetzung in Form eines Demonstrators, mit dessen Hilfe der Prozess weiter erprobt werden kann. Darauf aufbauend sollen Skalierungskonzepte erarbeitet werden, die einen Einsatz der Technologie im großtechnischen Maßstab erlauben. Während der Projektlaufzeit bis Ende 2021 liegt der Fokus auf der Analyse der vorhandenen Wertschöpfungs- und Infrastrukturen im Land und weiterer Wertschöpfungspotenziale für die baden-württembergische Industrie, die bei einer Industrialisierung der Technologien erschließbar wären.

Weitere Informationen:

Gasförmige kohlenstoffhaltige Energieträger können in Deutschland aufgrund der sehr gut ausgebauten Gas-Verteilinfrastruktur auch weit über das Jahr 2030 hinaus eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie langfristig dem Anspruch der Klimaneutralität gerecht werden.

Wasserstoff ist die Grundlage zur Erzeugung von synthetischen Folgeprodukten wie LNG. Während Wasserstoff, wenn er mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom produziert wird, die Anforderung der Klimaneutralität erfüllt, gilt dies für seine synthetisierten Folgeprodukte nur, wenn auch der im Syntheseprozess eingesetzte Kohlenstoff aus regenerativen Quellen stammt. Die idealen Power-to-Gas-Standorte mit hoher Sonneneinstrahlung und optimalen Windverhältnissen (z.B. Nordafrika oder Chile) verfügen jedoch in der Regel nicht über ausreichend biogene Ressourcen für die Bereitstellung der benötigten Mengen an Kohlendioxid. An diesen Standorten wird es daher künftig erforderlich sein, CO2 direkt aus der Luft zu gewinnen.

Hinzu kommt, dass vor dem Hintergrund der Diversifizierung der Bezugsquellen und der Lieferrouten mit dem Ziel der Stärkung der Versorgungssicherheit zunehmend auch der Import von verflüssigtem Erdgas an Bedeutung gewinnen dürfte. Auch hier gilt, dass diese Entwicklung nur dann in Einklang mit den Klimaschutzzielen gebracht werden kann, wenn fossile Gase perspektivisch durch CO2-neutrale, synthetische Gase ersetzt werden. Das ist insbesondere relevant für den Einsatz im Verkehrssektor, denn synthetisches, erneuerbares LNG kann dort vor allem in den Bereichen eingesetzt werden, für die derzeit keine elektrischen Alternativen sinnvoll oder verfügbar sind (z.B. Nutzfahrzeuge, Schwerlastverkehr, Schifffahrt).

Weitere Meldungen

DEHOGA Cup
Start-up BW

Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP

Bühne frei für Innovation: Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket für das Landesfinale.

Unterzeichnung Letters of Intent
Absichtserklärung

Absichtserklärung zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet

Wirtschaftsministerium und die ukrainische Region Lwiw unterzeichnen Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Förderung

25 Millionen für Digitales Innovationszentrum am Universitätsklinikum Freiburg

Die Landesregierung fördert auf Vorschlag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus den Aufbau einer diagnostischen und therapeutischen Forschungs- und Entwicklungseinheit im Digitalen Innovationszentrum (DIGIZ) am Uniklinikum Freiburg.

Virtueller Datenfluss im Web
Förderung

4,2 Millionen Euro für Quantentechnologie-Demonstratoren

Das Land fördert die Entwicklung von Demonstratoren in der Quantensensorik und -kommunikation. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Krebsdiagnostik über die Navigation ohne Satellitensignale bis hin zur Materialprüfung auf dem Bau.

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt

Für seine herausragenden Verdienste als Heimatkundler, Kirchenmusiker und Michaelsbruder hat Adolf Klek die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten.

Skyline Tokio in Morgensonne
Außenwirtschaft

Baden-Württembergs Wirtschaftsrepräsentanz in Japan neu besetzt und gestärkt

Das Wirtschaftsministerium hat die Wirtschaftsrepräsentanz des Landes in Japan neu besetzt und personell verstärkt. Dr. Lucas Witoslawski und Victor Arnhold stehen baden-württembergischen Unternehmen künftig als Türöffner zur Verfügung.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Ausbildung

Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Chance auf berufliche Karriere

Hoffmeister-Kraut: Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Chance auf berufliche Karriere.

Mensch und Roboter begrüßen sich, indem Sie die Knöchel aneinanderdrücken.
Förderung

Testfeld Urbane Robotik: Baden-Württemberg bringt Innovation in die Stadt

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert die Aufbauphase des Testfeldes Urbane Robotik am FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe mit rund einer Million Euro bis Mitte 2027.

Fahne des Landes Baden-Württemberg
Mittelstandsförderungsgesetz

Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes beschlossen

Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes beschlossen – Starkes Bekenntnis zum Mittelstand in Baden-Württemberg.

Glühbirne
Förderung

Wirtschaftsministerium fördert Deutsches Handwerksinstitut e.V. mit 240.000 Euro

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus beteiligt sich an der Grundfinanzierung des Deutschen Handwerksinstituts e.V. (DHI) im Jahr 2026 mit 240.281 Euro.

Ein Mann und eine Frau geben sich in einem Meeting mit anderen die Hand
Fachkräftesicherung

Regionalprogramm Fachkräftesicherung bis 2027 verlängert

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert auch in den Jahren 2026 und 2027 Veranstaltungen und Aktivitäten der regionalen Fachkräfteallianzen des Landes und stellt dafür 400.000 Euro zur Verfügung.

Mensch und Roboter begrüßen sich, indem Sie die Knöchel aneinanderdrücken.
Innovation

Millionen-Impuls für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert das neue „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“ mit rund 1,6 Millionen Euro in 2026.

Logo der Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“
Wettbewerb

Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“ zu vergeben

Das Land Baden-Württemberg vergibt die Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“ in diesem Jahr gemeinsam mit der oberschwäbischen Stadt Bad Schussenried. Ab Montag, 2. Februar 2026 läuft die Bewerbungsfrist.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarkt

Gesamtzahl der Arbeitslosen steigt auf höchsten Wert seit 2007

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Bundestag

Wirtschaftsministerin im Deutschen Bundestag

Wirtschaftsministerin kritisiert im Deutschen Bundestag Verzögerungen bei Mercosur-Abkommen und fordert vorzeitige Anwendung.