Medizinprodukteverordnung

Bilanz nach zweieinhalb Jahren Soforthilfeprogramm für Medizintechnikbranche

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Labor / ©Drew Hays / Unsplash

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Patrick Rapp eröffnete die Veranstaltung „Soforthilfe made in THE LÄND – Baden-Württembergs Unterstützung für die Medizintechnik-Branche“, die im digitalen Format aus dem Haus der Wirtschaft übertragen wurde. Die Veranstaltung wurde zusammen mit der Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg  organisiert. Anlass waren die im Jahr 2017 vom Europäischen Parlament verabschiedete Medizinprodukteverordnung MDR sowie die Verordnung für In-Vitro-Diagnostika IVDR.

Die Verordnungen sollen Medizinprodukte europaweit sicherer machen, indem der Zertifizierungsprozess deutlich aufwendiger gestaltet wird. „In der Umsetzung sehen sich Hersteller allerdings spätestens seit dem Inkrafttreten der Anforderungen im Mai vergangenen Jahres mit regulatorischen Anforderungen konfrontiert, die aufgrund des bürokratischen Aufwandes und der damit verbundenen Kosten in einem internationalen Wettbewerb kaum zu stemmen sind. Das darf nicht sein. Wir setzen uns für spürbare Entlastungen ein und sorgen dafür, dass die Menschen weiterhin mit sicheren Medizinprodukten aus Baden-Württemberg versorgt werden können“, sagte Rapp.

MDR und IVDR: Folgen für die Wirtschaft

Die Folgen sind bereits spürbar. Manche Produkte, die sich über viele Jahre bewährt haben, werden nun gar nicht mehr angeboten. Ebenso sind Innovationshemmnisse und letztendlich Versorgungsengpässe in den Kliniken und Praxen erkennbar. „Dabei hat uns allen doch spätestens die Pandemie gezeigt, wie verletzlich Lieferketten und wie schmerzlich Engpässe gerade in der Versorgung der Menschen und im Gesundheitsbereich sein können“, so der Staatssekretär. Es sei für die Unternehmen im Land daher besonders wichtig gewesen, dass frühzeitig, bereits im Jahr 2019, das Soforthilfeprogramm des Landes zur Unterstützung der Unternehmen mit 2,5 Millionen Euro Fördervolumen auf den Weg gebracht wurde, betonte Rapp. Er lobte ausdrücklich die erfolgreiche Umsetzung durch die Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg GmbH seit nunmehr zweieinhalb Jahren.

Es entstanden verschiedene Hilfestellungen wie produktgruppenspezifische Gemeinschaftsdokumente oder Leitfäden zu spezifischen Fragestellungen. Fachartikel und Experteninterviews informieren über wichtige Themen. In den regelmäßigen Veranstaltungen hatten Unternehmen die Gelegenheit, sich direkt mit Expertinnen und Experten oder untereinander auszutauschen. „Dieser Austausch ist es, der es uns nicht nur erlaubt, auf die Herausforderungen der neuen Regulatorik bei bestehenden Produkten zu reagieren, sondern auch zukunftsgerichtet im Sinne unserer Unternehmen zu handeln“, so Staatssekretär Rapp.

Prof. Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführung von BIOPRO Baden-Württemberg, äußerte: „Aus den derzeitigen Aktivitäten lernen wir natürlich auch für die Zukunft. Der Weg, den jetzt alle Bestandsprodukte gehen müssen, liegt auch vor den zukünftigen Medizintechnikinnovationen aus Baden-Württemberg. Hierfür haben wir dann das nötige Rüstzeug, zum Beispiel in Form optimal aufgestellter klinischer Studienzentren, in denen die zukünftigen Produkte aus Baden-Württemberg auf ‚Herz und Nieren‘ getestet werden können.“

Staatssekretär Rapp zeigte sich zuversichtlich. „Allein die Tatsache, dass bislang schon 21 Prozent der Medizintechnik- und 35 Prozent der Invitro-Diagnostika-Unternehmen in Baden-Württemberg direkt oder indirekt von der Soforthilfe profitiert haben, verdeutlicht den großen Nutzen unseres Soforthilfeprogramms MDR & IVDR Baden-Württemberg.“ Er äußerte sich optimistisch, dass die Vielfalt der Maßnahmen und die sehr gute Vernetzung im Land die Zielsetzung, den Gesundheits- und Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg gleichermaßen zu stärken, ein bedeutendes Stück weiter vorangebracht hätten.

Weitere Informationen

Die Gesundheitsindustrie, also die Bereiche Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmaindustrie, ist in Baden-Württemberg mit derzeit zirka 1.100 Unternehmen, die am Standort forschen, entwickeln und/oder produzieren, im deutschlandweiten Vergleich führend und bildet auch in Europa einen Spitzenstandort. Sie erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz in Höhe von 25,76 Milliarden Euro und beschäftigte 98.619 Mitarbeitende.

Die Medizinprodukte-Verordnung (MDR) und In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) stellen die Medizintechnik- und In-vitro-Diagnostik-Branche vor große Herausforderungen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind von den Verordnungen besonders stark betroffen.

Um die Medizintechnik-Branche in Baden-Württemberg bei der Umsetzung von MDR und IVDR zu unterstützen, hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Sommer 2019 Mittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro für ein Soforthilfeprogramm mit Umsetzung bei der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH zur Verfügung gestellt.

Das Programm umfasst fünf Maßnahmen, in denen unter anderem gemeinschaftlich Basisdokumente für Zertifizierungsunterlagen erstellt und relevante Themen von Experten aufgearbeitet werden. Außerdem soll der Zugang zu klinischen Studienzentren erleichtert werden, um der gestiegenen Notwendigkeit klinischer Prüfungen gerecht zu werden.

Im Rahmen dessen wurde unter anderem der MDR & IVDR Wegweiser BW erstellt: Hier werden alle Informationen und Ergebnisse der MDR & IVDR Soforthilfe BW veröffentlicht. Zusätzlich werden neben aktuellen Meldungen auch themenbezogene Hintergrundinformationen, Dokumente, Leitfäden und Checklisten zur Verfügung gestellt und wichtige Anlaufstellen aufgezeigt.

 

Kontakt

Weitere Meldungen

Copyright: © facts and fiction / Stefan Schilling Fotografie
Ausstellung

Kreislaufwirtschaft zum Anfassen: Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften konkret aussehen? Antworten darauf gibt eine Wanderausstellung mit Exponaten aus dem Deutschen Pavillon der Expo 2025 in Osaka.

Portraitbilder Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Pharmaindustrie

Pharmaindustrie: Investitionen wandern ab – Deutschland muss gegensteuern

Die Ankündigungen von Boehringer Ingelheim und Eli Lilly, geplante Investitionen in Deutschland in erheblichem Umfang nicht zu realisieren, sind ein deutliches Warnsignal für den Pharmastandort Deutschland.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Medieninformation

Mannheim-Stadt beteiligt sich am bundesweiten Pilotprojekt „Schneller Gründen"

Finanzamt Mannheim-Stadt beteiligt sich am bundesweiten Pilotprojekt „Schneller Gründen“

Sieger Regional Cup Südlicher Oberrhein
Start-up BW

AugRep GmbH aus Freiburg gewinnt den Regional Cup Südlicher Oberrhein

Bühne frei für Innovation: AugRep GmbH aus Freiburg gewinnt den Regional Cup Südlicher Oberrhein des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Regional Cup Ludwigsburg - Sieger
Start-up BW

Camperr gewinnt den Regional Cup Ludwigsburg des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“

Bühne frei für Innovation: Camperr gewinnt den Regional Cup Ludwigsburg des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Sieger Regional Cup IP2INVEST
Start-up BW

OSORA medical aus Ulm gewinnt den Regional Cup IP2INVEST

Bühne frei für Innovation: OSORA medical aus Ulm gewinnt den Regional Cup IP2INVEST des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken
Start-up BW

Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken

Bühne frei für Innovation: Nils Krumm aus Heilbronn gewinnt den Elevator Pitch Region Heilbronn-Franken des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

IW Junior Landeswettbewerb - Gemeinschaftsladen
Start-up BW

IW JUNIOR Landeswettbewerb Baden-Württemberg

Schülerfirmen „WonderBall“ und „Dorfgemeinschaftsladen“ gewinnen den IW JUNIOR Landeswettbewerb Baden-Württemberg.

Quelle: unsplash / dylan-gillis
Überbetriebliche Ausbildung

13 Millionen Euro für die überbetriebliche Berufsausbildung

Land unterstützt kleine und mittlere Betriebe mit 13 Millionen Euro für die überbetriebliche Berufsausbildung

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Förderung

Land stärkt digitale Innovationszentren

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert für drei Jahre die beiden European Digital Innovation Hubs (EDIHs) in Baden-Württemberg mit jeweils 720.000 Euro.

Bescheidübergabe am 6. Mai 2026
Förderung

Digital Hubs Bodensee und Region Bruchsal gefördert

Rund 6 Millionen Euro für Digitalisierung in der Fläche: Digital Hubs Bodensee und Region Bruchsal erhalten jeweils rund 500.000 Euro Förderung.

Bescheidübergabe am 6. Mai 2026
Förderung

Land fördert kommunale Innovationsinfrastrukturen mit rund 9,4 Millionen Euro

Das Wirtschaftsministerium hat im Rahmen des Förderaufrufs „Stärkung Regionaler Innovationssysteme (RIS) durch Ausbau und Modernisierung kommunaler Innovationsinfrastrukturen“ elf Vorhaben zur Förderung bewilligt.

Zwei Männer arbeiten in einer Bäckerei. Einer lacht dem anderen zu, während er mit den Händen Backwaren bearbeitet. Im Hintergrund ist die Backstube zu sehen.
Tag der Arbeit

Ministerin Hoffmeister-Kraut: Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, betont zum internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai die Bedeutung von Arbeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Marktwirtschaft.

Regional Cup Bodensee-Oberschwaben
Start-up BW

Regional Cup Bodensee-Oberschwaben des „Start-up BW Eleva-tor Pitch 2025/26“

Bühne frei für Innovation: Moritz Gloger und Nico Haas aus Uhldingen-Mühlhofen gewinnen den Regional Cup Bodensee-Oberschwaben des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichern sich das Ticket fürs Landesfinale.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarktzahlen

Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, äußert sich anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.