Förderung

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft fördert Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf in Freiburg

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Ab dem neuen Schuljahr wird in Freiburg der Übergang von der Schule in den Beruf neu gestaltet. Damit gehört Freiburg zu den Regionen, die das neue Konzept umsetzen. „Ich freue mich, dass die Stadt Freiburg jetzt auch dabei ist“, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid am 3. September 2015.

„In den bislang bestehenden Modellregionen ist es im vergangenen Schuljahr gelungen, mehr Jugendlichen den Übergang aus der Berufsvorbereitung in eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Ich bin sicher, dass das auch in Freiburg gelingen wird.“ Das Ministerium unterstützt die Neugestaltung des Übergangsbereichs Schule-Beruf in Freiburg mit insgesamt 192.000 Euro.

Im vergangenen Schuljahr war der Übergang von der Schule in den Beruf in vier Modellregionen (Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Mannheim und Weinheim) neu gestaltet worden. Freiburg ist eine von sechs weiteren Regionen, die ab dem Schuljahr 2015/16 hinzukommen. Zur Neugestaltung gehört unter anderem, dass die Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen intensiviert wird. Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf wird beim anschließenden Wechsel an eine berufliche Schule -  in Freiburg ist dies die Gertrud-Luckner-Gewerbeschule - eine duale Ausbildungsvorbereitung (AVdual) angeboten. Der einjährige Bildungsgang integriert Schule und Betriebspraktika. Gleichzeitig bietet AVdual jungen Menschen ohne Hauptschulabschluss die Möglichkeit, diesen nachzuholen. AVdual-Begleiterinnen und -begleiter betreuen die Jugendlichen individuell bei der Akquise, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Betriebspraktika sowie der Anschlussvermittlung in Ausbildung. Sie sind Bindeglied zwischen Schule, Betrieb und Familie und werden vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft gefördert. In Freiburg steht hierfür eine Stelle zur Verfügung. 60.000 Euro der insgesamt 192.000 Euro der Fördermittel sind für die AVdual-Begleitung bestimmt.

Die regionale Projektsteuerung und die Abstimmung aller Aktivitäten und Maß-nahmen im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf erfolgt durch ein regionales Übergangsmanagement bei der Stadt Freiburg. Dies wird vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft mit 132.000 Euro gefördert.

„Das neue Modell hat sich in den bisherigen Modellregionen schon innerhalb eines Schuljahres hervorragend bewährt“, betonte Schmid. „Von den mehr als 400 Schülerinnen und Schülern an neun beruflichen Schulen, die die duale Ausbildungsvorbereitung im ersten Schuljahr durchlaufen haben, hatten zum Ende des Schuljahres 38 Prozent einen Ausbildungsvertrag.“ Im Vergleich mit Bildungsgängen wie Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf oder dem Berufseinstiegsjahr entspricht das einer deutlichen Steigerung. Dort lagen die Übergangsquoten bei 20 bis 25 Prozent.

Um mehr direkte Übergänge von der Schule in die Ausbildung zu ermöglichen, wird mit der Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf die Berufsorientierung intensiviert. Dieses Ziel wird unter anderem durch das neue Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung und die Leitperspektive „Berufliche Orientierung“ in den neuen Bildungsplänen umgesetzt.

Weitere Informationen:
Ziel der Reform des Übergangs von der Schule in den Beruf ist es, mehr Jugendlichen den direkten Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu ermöglichen. Das „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenach-wuchses in Baden-Württemberg 2010-2014“ hat dafür im November 2013 ein Eckpunktepapier verabschiedet. Es umfasst vier Bausteine:

  • Ein regionales Übergangsmanagement in der Trägerschaft der Stadt- und Landkreise, das neben der regionalen Steuerung auch die rechts kreisübergreifende Zusammenarbeit umfasst.
  • Eine systematische Berufsorientierung an allen allgemein bildenden Schulen.
  • Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, können eine duale Ausbildungsvorbereitung (AVdual) an beruflichen Schulen mit Praktika in Unternehmen absolvieren. Sie werden von so genannten AVdual-Begleitern im Betrieb und in der Schule unterstützt.
  • Für Jugendliche ohne Förderbedarf, die sich mehrfach erfolglos um eine betriebliche Ausbildung beworben haben, wird eine Berufsqualifizierung dual (BQdual) an beruflichen Schulen angeboten, die das erste Ausbildungsjahr in einem Beruf vermittelt. Falls der Übergang in eine betriebliche Ausbildung nach einem Jahr nicht gelingt, erfolgen das zweite und dritte Ausbildungsjahr außerbetrieblich bei einem Bildungsträger.


Das neue Ausbildungsbündnis 2015-2018 begleitet die schrittweise Umsetzung. Partner im Ausbildungsbündnis sind das Land, die Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Arbeitsagentur und die kommunalen Landesverbände.

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft fördert Koordinierungsstellen in den Stadt- und Landkreisen, die das regionale Übergangsmanagement übernehmen, mit insgesamt 600.000 Euro pro Jahr. Mit 550.000 Euro unterstützt das Ministerium rund 20 AVdual-Begleiterinnen und Begleiter. Sie sind Ansprechpartner und helfen den Jugendlichen in der beruflichen Schule und im Betrieb.

Im Schuljahr 2014/15 haben die Schulen 50 Lehrerstellen als Budget für ihre AVdual-Lerngruppen eingesetzt. Im kommenden Schuljahr wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppeln. Die Fortbildung der AVdual-Lehrerinnen und Lehrer fördert das Kultusministerium pro Jahr mit rund 450.000 Euro.

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