Finanzverwaltung

„Mit Bits und Bytes zu Euro und Cent“ – 50 Jahre Informations-Technologie in der Steuerverwaltung

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Im Jahre 2012 feiert die Finanzverwaltung Baden-Württemberg das 50jährige Bestehen ihrer zentralen Steuer IT. Staatssekretär Ingo Rust gewährte am 30. April 2012 im Landeszentrum für Datenverarbeitung der geladenen Presse einen umfassenden Einblick in die IT-Landesgeschichte. „Mit Stolz blicke ich heute auf die erfolgreiche IT-Landesgeschichte der letzten fünf Jahrzehnte zurück“, erklärte der Staatssekretär in Karlsruhe.

Der Staatssekretär beschränkte sich aber nicht mit der Rückschau, sondern informierte mit Detailwissen über die aktuelle Situation der automationsgestützten Finanzverwaltung. „Der aktuelle Schritt der Evolution ist die automatische risikoorientierte Verarbeitung: Das erfordert einen elektronischen Eingang der Daten über ELSTER oder leistungsstarke Scanner, eine automatische Verarbeitung und eine elektronische Ablage der Ergebnisse. Im Idealfall bedeutet dies die vollautomatische Erstellung des Steuerbescheids“, betonte der Staatssekretär. Bei dem automatisierten Einlesen der Daten, so Staatssekretär Rust, sei Baden-Württemberg bundesweit Vorreiter. Die anderen Bundesländer übernehmen schrittweise das System.

Die Entwicklung der Steuer-IT in Baden-Württemberg begann 1962 mit Lochkarten. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Daten mobil. Die Finanzämter im Land wurden vernetzt und schickten die Steuerdaten direkt an die Rechenzentren. Ende der 80er Jahre begann das Land, in den Finanzämtern Arbeitsplatzcomputer einzuführen. Die Bearbeiter konnten dadurch selbst Daten eingeben, abfragen und die Steuerberechnung online prüfen.

Betrieben wird die heutige IT-Landschaft der Finanzverwaltung im Landeszentrum für Datenverarbeitung. Dieses wurde 2005 als Landesbetrieb gegründet und erbringt auch IT-Leistungen für sonstige Behörden und Körperschaften öffentlichen Rechts. Organisatorisch eingebunden in die OFD Karlsruhe ist es eines der beiden IT-Zentren der Landesverwaltung. Das andere ist im Geschäftsbereich der Innenverwaltung angesiedelt. Mit knapp 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das LZfD an den Standorten Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg tätig und ist in allen strategischen Geschäftsfeldern eines modernen IT-Dienstleisters aktiv.

Das umfangreiche Portfolio reicht vom Betrieb der 20.000 PC-Arbeitsplätze in der Finanzverwaltung über ein elektronisches Archiv mit 800 Millionen archivierten Dokumenten bis hin zum Betrieb der Kassensysteme des Landes, mit denen ein jährlicher Zahlungsverkehr von über 514 Milliarden Euro abgewickelt wird.

Zwei Ausschnitte aus dem Portfolio hat Staatssekretär Ingo Rust am 30. April 2012. live präsentiert: Das Druck- und Versandzentrum und das Kontrollzentrum des LZfD. Das LZfD druckt jährlich für die Bürgerinnen und Bürger 35 Millionen Dokumente, z.B. Steuerbescheide, BAföG-Bescheide und Mahnbescheide für die Justiz. Das sind 120 Millionen DIN A4 Seiten, 520 Tonnen Papier, aneinandergelegt eine Länge von 35.000 km.

Staatssekretär Ingo Rust erklärte, er freue sich besonders, dass die Kopien für die Akten der Verwaltung nicht mehr ausgedruckt sondern umweltschonend in das elektronische Archiv gelegt werden. Das sei ein wirklich relevanter Beitrag für eine „Green IT“.

Das Kontrollzentrum erinnert ein wenig an entsprechende Räume der NASA. Es ist ein großer Raum mit PC-Arbeitsplätzen und einer wandfüllenden Großanzeige, der Monitoringwand. Dort blinkt es rot, wenn es im Netz, bei einer Klimaanlage oder an anderen Stellen Probleme gibt. Die Experten übernehmen das Krisenmanagement; im Idealfall ohne dass der Anwender bei seiner Arbeit gestört wird. Über dieses richtungsweisende System hat sich unter anderem das Bundeskanzleramt kürzlich vor Ort informiert.

Zum Abschluss sagte der Staatssekretär, ihm sei besonders wichtig, die Steuer-EDV so weiterzuentwickeln, dass Bürgern und Finanzämtern die Arbeit erleichtert werde. Wichtige Projekt seien daher die vorausgefüllte Steuererklärung und die weitere Digitalisierung der Kommunikation.

Quelle:

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Regional Cup der IHK Rhein-Neckar
Start-up BW

Linq Photonics aus Heidelberg gewinnt den Regional Cup der IHK Rhein-Neckar

Zwei Rentner stehen mit ihren Fahrrädern am Bodensee und schauen auf den See.
Rentenreform

Wirtschaftsministerin fordert zügige Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission

Um Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu sichern, seien jetzt Kompromissfähigkeit und Reformbereitschaft gefragt.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Konjunkturprognose

Zumeldung zur aktuellen Konjunkturprognose des IAW und der Universität Hohenheim

Endlich wieder Wachstum im Land!

Eine Gruppe Menschen steht auf einer Wiese. Im Hintergrund ist ein Baum zu sehen. Vor der Gruppe stehen gelbe und blaue Buchstaben: BW und UK.
Brexit-Referendum

10 Jahre Brexit-Referendum

Wirtschaftsministerin fordert noch ambitioniertere EU-UK-Partnerschaft.

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Zumeldung

Die Umsetzung der vereinbarten Arbeitszeitreform ist völlig unzureichend.

Die Ausnahme muss zur Regel werden, fordert Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Heute Shuttle, morgen Lieferfahrzeug
U-Shift

Ein Fahrzeug für (fast) alle Fälle: U-Shift denkt Mobilität neu

Bei der Abschlussveranstaltung des Förderprojekts „U-Shift II“ zeigen die Projektpartner in Karlsruhe, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann, und sie geben Einblicke in ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich Autonomes Fahren.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Start-up BW

Zwei IW JUNIOR Schülerfirmen aus Baden-Württemberg gewinnen in Köln

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg haben im IW JUNIOR Bundeswettbewerb in Köln am 16. Juni die Bronzemedaille sowie den Sonderpreis für das "Beste Pitch Deck" geholt.

Asien-Pazifik Summit 2026
Summit

Erster Asien-Pazifik Summit in Stuttgart

Leitthema: „Wie sichert Baden-Württemberg seine Wettbewerbsfähigkeit im Innovationswettlauf in der Asien-Pazifik-Region?“

Eine Lehrerin hängt ein Bild an einer Tafel auf. Im Hintergrund sind Schüler zu sehen.
Zumeldung

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von Frauen

Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut unterstützt die Einschätzung von DIW-Chef Marcel Fratzscher, dass in der hohen Teilzeitquote von Frauen ein riesiges ungenutztes Arbeitskräftepotenzial liege. Dies sei auch in Baden-Württemberg der Fall.

Logo von Start up BW
Start-up BW

SquareNeo GmbH aus Karlsruhe gewinnt den Regional Cup Karlsruhe

Bühne frei für Innovation: SquareNeo GmbH aus Karlsruhe ge-winnt den Regional Cup Karlsruhe des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Regulierung

Wirtschaftsministerin: Wir regulieren an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat nach Gesprächen mit den CEOs führender Automobilhersteller und Zulieferer aus Baden-Württemberg vor den Folgen der aktuellen europäischen CO₂-Regulierung gewarnt.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
ILA

Baden-Württemberg setzt auf ILA ein deutliches Zeichen für Innovation und Technologie

Starker Auftritt in Berlin: Baden-Württemberg setzt auf ILA ein deutliches Zeichen für Innovation und Technologie .

Logo von Start up BW
Start-up BW

Neue Kandidaten für Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed

Starthilfe für junge Unternehmen: Neue Kandidaten für Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed.

Copyright: © facts and fiction / Stefan Schilling Fotografie
Ausstellung

Kreislaufwirtschaft zum Anfassen: Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften konkret aussehen? Antworten darauf gibt eine Wanderausstellung mit Exponaten aus dem Deutschen Pavillon der Expo 2025 in Osaka.

Portraitbilder Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Pharmaindustrie

Pharmaindustrie: Investitionen wandern ab – Deutschland muss gegensteuern

Die Ankündigungen von Boehringer Ingelheim und Eli Lilly, geplante Investitionen in Deutschland in erheblichem Umfang nicht zu realisieren, sind ein deutliches Warnsignal für den Pharmastandort Deutschland.