Welterbe

Prähistorische Pfahlbauten seit einem Jahr UNESCO-Welterbe

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„Das UNESCO-Welterbekomitee hat am 27. Juni 2011 die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen als grenzüberschreitendes Welterbe anerkannt“, sagte Staatssekretär Ingo Rust in Stuttgart. Unter den insgesamt 111 europäischen Fundstellen seien auch 15 deutsche Pfahlbausiedlungen in Baden-Württemberg ausgewählt worden, die den begehrten Welterbe-Titel tragen und ein archäologisches Erbe repräsentieren, das rund 6.000 Jahre zurückreiche.

„Das Label UNESCO-Welterbe verpflichtet und unterstützt die Archäologen und Denkmalpfleger nicht zuletzt in ihrer Forschung und weit gefächerten Öffentlichkeitsarbeit“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl, in dessen Haus auch das Landesamt für Denkmalpflege angesiedelt ist.

Was ist in diesem einen Jahr passiert? Das Land Baden-Württemberg war gut vorbereitet: Als zentraler Ansprechpartner wurde das Pfahlbauten-Informationszentrum im Landsamt für Denkmalpflege, Arbeitsstelle für Feuchtbodenarchäologie in Hemmenhofen auf der Halbinsel Höri/Bodensee begründet. Es hat die Aufgabe, die baden-württembergischen Welterbestätten im Sinne der Welterbekonvention zu betreuen. Information, Beratung, Koordination und Organisation auf den Gebieten von Schutz, Tourismus und Forschung bilden den Schwerpunkt der Arbeit.

Um die Bedeutung des UNESCO-Welterbes vermehrt ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen, präsentierte das Pfahlbauten-Informationszentrum auf der diesjährigen Touristikmesse CMT Stuttgart eine reich bebilderte Broschüre, die alle baden-württembergischen Fundstellen vorstellt. Zusammen mit verschiedenen Postkartenmotiven ist diese Broschüre kostenlos beim Pfahlbauten-Informationszentrum zu beziehen und steht als Download unter der ebenfalls neu erstellten Homepage zur Verfügung.

In Kooperation mit der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen hat das Landesamt für Denkmalpflege für eine erste der neuen Welterbestätten – Unteruhldingen-Stollenwiesen – umfangreiche Texte, Bilder und Grafiken für Außenmonitore bereitgestellt. Aktuelle Filme über die Arbeit der Archäologen unter Wasser runden das Informationsangebot auf der Ostmole ab.

Initiativ wurden die Welterbevermittler auch in einer eigens entwickelten Wanderausstellung, die das Pfahlbau-Phänomen und sein wissenschaftliches Potential aufzeigt. Dabei werden auch die Maßnahmen zum Schutz des in Seen und Mooren verborgenen Welterbes erläutert.

Nach der ersten Präsentation der Ausstellung im Federseemuseum in Bad Buchau wird sie – ein Jahr nach der Verleihung des Welterbetitels – ab 29. Juni 2012 im Rathaus in Litzelstetten zu sehen sein. Ausschnitte der Ausstellung zeigt das Landesamt für Denkmalpflege im Museum Fischerhaus in Öhningen-Wangen und im Foyer des Pfahlbaumuseums in Unteruhldingen. Ab 5. September 2012 ist die Ausstellung im oberschwäbischen Wolpertswende zu sehen. Auf der Gemarkung der Gemeinde Wolpertswende liegt die Welterbestätte Schreckensee.

In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wurde ein individueller Reiseführer „Palafittes Guide“ (frz. Pfahlbauten) entwickelt. Die Applikation für iPhones und Smartphones ist gratis und kann via App Store oder Android Market herunter geladen werden. An den jeweiligen Fundorten wird erläutert, welche Schätze aus der Vergangenheit im Untergrund liegen, wie die Pfahlbauer früher dort gelebt haben und wie die Archäologie das Thema erforscht.

Quelle:

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg / Regierungspräsidium Stuttgart

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