Berufliche Weiterbildung

Weiterbildungsaktivität der Betriebe wieder leicht gestiegen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Menschen in einem Seminar (Quelle: © Rawpixel.com, stock.adobe.com)

Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus hat das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. am 22. Dezember den Bericht „Betriebliche Fort- und Weiterbildung in Baden-Württemberg 2021“ veröffentlicht. Auf Grundlage des IAB‐Betriebspanels wird hierin die Weiterbildungsaktivität der Betriebe im Land analysiert.

„Weiterbildung ist das A und O für Mitarbeitende und Unternehmen gerade in Zeiten des Wandels. Darauf muss noch viel stärker der Fokus gelegt werden, denn es profitieren beide Seiten enorm davon. Durch Weiterbildung stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, eröffnen berufliche Perspektiven und sichern Arbeitsplätze. Darum müssen wir den leichten Aufwärtstrend weiter ausbauen, den wir nach dem bedauerlichen Corona-Einbruch erleben. Wir sollten lebenslanges Lernen noch mehr als Chance begreifen. Denn durch Weiterbildung können künftig benötigte Kompetenzen und Fähigkeiten erworben werden, die wir für die Digitalisierung und die Transformation dringend benötigen“, sagte Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Nach dem corona-bedingten Einbruch 2020 ist die Weiterbildungsaktivität der Betriebe im Land 2021 wieder leicht gestiegen: Der Anteil weiterbildungsaktiver Betriebe in Baden-Württemberg lag im ersten Halbjahr 2021 bei 35 Prozent. Dies bedeutet einen leichten Anstieg um 3 Prozentpunkte, nachdem die Zahl betrieblicher Weiterbildungsmaßnahmen im Jahr 2020 aufgrund der Covid-19- Pandemie stark eingebrochen war.

Während Großbetriebe trotz Pandemie fast flächendeckend an der Weiterbildung beteiligt waren, zeigen sich die negativen Auswirkungen vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Außerdem nehmen Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau weiterhin deutlich seltener an Weiterbildungsmaßnahmen teil als Höherqualifizierte. Die Weiterbildungsquote der Frauen liegt, wie auch schon in den Jahren davor, leicht über jener der Männer.

Digitale Formate der Weiterbildung haben aufgrund der Corona-Pandemie eine neue und besondere Bedeutung bekommen. Acht von zehn weiterbildungsaktiven Betrieben nutzte digitale Weiterbildungsangebote im ersten Halbjahr 2021. Am häufigsten wurde dabei auf Webinare, MOOCs (Massive Open Online Course, also Online-Kurse ohne Zugangsbeschränkungen und sonstige Voraussetzungen mit dadurch oft hohen Teilnehmerzahlen) und andere virtuelle Seminarräume zurückgegriffen. Gut acht von zehn Betrieben erkannten einen wirtschaftlichen Vorteil durch digitale Weiterbildungsformate. Auch die technische Umsetzung wurde von der Mehrheit als unproblematisch wahrgenommen. Geringere Lernerfolge wurden von knapp zwei Dritteln der Betriebe teilweise oder ganz verneint. Jeweils über 40 Prozent der Betriebe stimmen jedoch ganz oder teilweise zu, dass digitale Weiterbildungsformate nicht gleichermaßen für alle Alters- und Qualifikationsgruppen geeignet sind. In rund 30 Prozent der Betriebe gab es außerdem zumindest teilweise Vorbehalte von Seiten der Beschäftigten.

Die Analyse zeigt, dass Phasen der Kurzarbeit nur selten für die Weiterbildung genutzt wurden. Während knapp drei von zehn Betrieben in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2021 Kurzarbeit anmeldeten, nutzten davon lediglich sieben Prozent diese Zeit, um ihre Beschäftigten an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen zu lassen. Als Gründe werden unter anderem fehlender Weiterbildungsbedarf, das Fehlen geeigneter Angebote, eine nicht absehbare oder zu kurze Dauer der Kurzarbeit, die unsichere Geschäftsperspektive sowie ein zu geringer Umfang der Kurzarbeit genannt. Hoffmeister-Kraut: „Gerade Phasen der Kurzarbeit müssen wir verstärkt nutzen, um zukunftsrelevante Kompetenzen zu erlangen und die Mitarbeitenden mit ihrem Wissen und Können auf dem Laufenden zu halten. Hier appelliere ich an die Unternehmen und die Mitarbeitenden: Nutzen Sie jede passende Gelegenheit und ergreifen Sie die Chancen, die die Weiterbildung eröffnet.“

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert die berufliche Weiterbildung im Land auf vielfältige Weise. So unterstützt das Ministerium Weiterbildungsteilnehmende durch Maßnahmen wie die Fachkursförderung, die Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) und die Meisterprämie. Gestärkt wird die berufliche Weiterbildung auch durch die Förderung des Netzwerk Fortbildung und der Regionalbüros, der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBSen) sowie von innovativen Projekten. Das Wirtschaftsministerium pflegt und entwickelt zudem die zentrale Weiterbildungsplattform.

Hier gehts zum kostenfreien Download der Studie

Kontakt

Weitere Meldungen

Bescheidübergabe FZI und HdM
Förderung

Baden-Württemberg fördert Robotik-Innovation mit rund 1 Million Euro aus EU-Mitteln

Das Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe und die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) erhalten für das Projekt „Roboter-Simulacrum“ einen symbolischen Förderscheck in Höhe von einer Million Euro.

Portraitbilder Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Wirtschaftsförderung

Neue Zeitrechnung für Risikokapital-Förderung in Baden-Württemberg

Landesgesellschaft: BW-Capital startet operativen Betrieb

Zu sehen ist eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne zur 40-jährigen Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der Provinz Liaoning
Wirtschaftsrepräsentanz

40 Jahre Partnerschaft: BW und Liaoning setzen auf Kontinuität und Zukunft

Baden-Württemberg und die chinesische Provinz Liaoning feiern am 20. Juli 2026 im Stuttgarter Rathaus das 40-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Elevator Pitch Landesfinale - alle Start-ups
Start-up BW

Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch 2026“

Start-up Linq Photonics GmbH aus Heidelberg gewinnt Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch 2026“.

Elevator Pitch Landesfinale - Scheckübergabe
Förderung

Digital Hub Südbaden mit 500.000 Euro gefördert

Auf dem Käpsele Innovation Festival in Freiburg hat Staatssekretär Thomas Dörflinger heute (16. Juli) einen Förderbescheid in Höhe von 500.000 Euro an die Projektverantwortlichen des Digital Hubs Südbaden übergeben.

Auftakt High-Tech BW
HighTech

HighTech-Agenda BW

Hoffmeister-Kraut: HighTech-Agenda BW schafft den Rahmen für mehr Tempo, Mut und Vernetzung bei Innovation.

Bescheidübergabe am 15. Juli 2026
Förderung

Baden-Württemberg unterstützt den Ausbau von Forschungsinfrastruktur

Schlüsseltechnologie Lasertechnik: Baden-Württemberg unterstützt den Ausbau von Forschungsinfrastruktur mit rund 2 Millionen Euro.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
GreenTech

GreenTech in Baden-Württemberg: Mit Innovationen Zukunft gestalten

GreenTech in Baden-Württemberg: Mit Innovationen Zukunft gestalten

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bundesrat

Gesetz nimmt Druck von unseren Unternehmen und bricht verkrustete Strukturen auf

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Automobilstandort

Hoffmeister-Kraut: Taskforce zur Stärkung des Automobilstandorts

Angesichts der ernsten Lage in der Automobilwirtschaft hatte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zu einem Spitzengespräch eingeladen.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Spitzengespräch

Wirtschaftsministerin lädt zu Spitzengespräch ein: „Es geht um jeden Arbeitsplatz“

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut lädt angesichts der schwierigen Lage der Automobilindustrie zu einem Spitzengespräch ein.

Bescheidübergabe
Förderung

Rund 400.000 Euro für Digitalisierung im Handwerk

Beim Besuch des regionalen Digital Hubs „Regionale Digitale Kooperation im Handwerk“ (ReDiKo) in Rutesheim übergab Staatssekretär Thomas Dörflinger einen Förderbescheid in Höhe von rund 400.000 Euro an die Projektverantwortlichen.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
EU-Donaurraumstrategie

Europäische KI-Netzwerke stärken die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem gesamten Donauraum treffen sich heute (3. Juli) in Ulm, um über Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersicherheit in Unternehmen zu diskutieren.

Wirtschaftsministerkonferenz 2026
Wirtschaftsministerkonferenz

WMK 2026: Mit Wettbewerb und Innovationen den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken

Die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister sowie Senatorinnen und Senatoren der Länder haben auf der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) in Baden-Württemberg ein klares Signal gesetzt.

Wirtschaftsministerkonferenz 2026 in Konstanz
Wirtschaftsministerkonferenz

Wirtschaftsminister der Länder tagen in Konstanz

Wirtschaftsminister der Länder tagen in Konstanz: Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Mittelpunkt.