Neubau JVA

Weiterer JVA-Suchlauf konzentriert sich auf die Standorte Esch bei Rottweil sowie Meßstetten

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Rainer Stickelberger, Justizminister (Bild: © dpa)

Der Suchlauf nach dem Standort für eine neue Justizvollzugsanstalt im südlichen Landesteil schreitet voran. Der Standort Esch bei Rottweil sowie das Gelände der ehemaligen Zollernalb-Kaserne bei Meßstetten stehen nun im Fokus, bevor das Kabinett im Sommer 2015 eine endgültige Standortentscheidung trifft.

Hierauf haben sich Justizminister Rainer Stickelberger, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid und Ministerpräsident Winfried Kretschmann verständigt. Vorausgegangen war ein persönliches Gespräch von Vertretern der Landesregierung mit dem Oberbürgermeister von Rottweil Ralf Broß und dem Bürgermeister von Meßstetten Lothar Mennig. In dem Gespräch wurden die Vertreter der beiden Kommunen über den aktuellen Sachstand und das weitere Verfahren unterrichtet.

„In Rottweil konzentrieren wir den weiteren Suchlauf auf den Standort Esch, für die weiteren Standorte Hochwald und Bitzwäldle ruht das Verfahren. Wir kommen damit dem nachvollziehbaren Wunsch der Stadt Rottweil nach, vor den weiteren Schritten mit einer möglichen Bürgerbeteiligung vor Ort einen Rottweiler Standort für den weiteren Suchlauf zu priorisieren“, sagten Justizminister Stickelberger und Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid. Beide wiesen darauf hin, dass man die vergangenen Wochen intensiv dazu genutzt habe, die Eignung der zuletzt drei Rottweiler Standorte vertiefend zu bewerten. Dabei habe sich vor allem gezeigt, dass der Standortvorschlag Esch gewichtige Vorteile aufweise. „Der Hochwald grenzt unmittelbar an den Weiler Hochwald, wo etwa 50 Menschen leben. Eine Justizvollzugsanstalt in der unmittelbaren Nachbarschaft würde sich nachteilig auf diese dörfliche Struktur auswirken. Angesichts der exponierten Lage würde ein solcher Bau außerdem das Landschaftsbild beeinträchtigen“, so die Minister. Das Bitzwäldle wiederum liege mitten in einem Waldgebiet mit Nasswiesen und Auenwaldfragmenten und sei daher ökologisch deutlich höher einzustufen. Dagegen befinde sich der Standort Esch zwar in der Nähe zu einem Natur- und einem Landschaftsschutzgebiet, es handle sich aber um intensiv genutzte Ackerflächen von geringer naturschutzfachlicher Wertigkeit. Wohnbebauung gebe es in der unmittelbaren Umgebung nicht. Oberbürgermeister Broß begrüßte diese Entscheidung und kündigte an, das weitere Verfahren gemeinsam mit dem Gemeinderat zu begleiten. Bürgermeister Mennig zeigte sich zufrieden, dass der Standortsuchlauf nun in die entscheidende Phase komme.

„Wir befinden uns in einem laufenden Entscheidungsprozess. Für die abschließende Standortentscheidung wird es letztlich auf eine wertende Abwägung zahlreicher Einzelkriterien ankommen. Diese einzelnen Gesichtspunkte sowie unsere bisherigen Überlegungen hierzu haben wir in vorläufigen Standorterläuterungen zusammengestellt, die wir heute dem Oberbürgermeister von Rottweil und dem Bürgermeister von Meßstetten übergeben haben. Beide Kommunen haben nun im Rahmen des Dialogverfahrens bis Mitte Juni Gelegenheit, zu diesen Erläuterungen Stellung zu nehmen und sie um eigene Erwägungen zu ergänzen“, sagte Minister Stickelberger. Dabei werde insbesondere von Bedeutung sein, wie die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger vor Ort für das Projekt beurteilt wird und ob Rottweil und Meßstetten bereit sind, die bauplanungsrechtlichen Grundlagen für den Bau der Justizvollzugsanstalt zu schaffen.

Ob und gegebenenfalls in welcher Form die Kommunen die Bürgerinnen und Bürger in das weitere Verfahren einbeziehen, steht ihnen frei, wie die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler ausführte. „Die Landesregierung macht hier keine Vorgaben. Selbstverständlich stehen wir aber beratend und unterstützend zur Seite, wenn das gewünscht sein sollte“, betonte Erler. Nach Ergänzung der Standorterläuterungen durch die Kommunen werde die Landesregierung die einzelnen Kriterien bewerten und gewichten und auf dieser Basis voraussichtlich noch im Sommer 2015 eine endgültige Standortentscheidung treffen, teilten Minister Stickelberger und Minister Schmid mit.

„Ziel des weiteren Dialogverfahrens ist, dass die Kommunen mögliche weitere Einzelkriterien benennen und ihre Sicht der Dinge zu den einzelnen Kriterien der Standorterläuterungen wiedergeben. Daraus entsteht Schritt für Schritt die Entscheidungsgrundlage für die Landesregierung, die die Bewertung und Abwägung transparent und nachvollziehbar machen wird. Die Städte Rottweil und Meßstetten können die Erarbeitung unter Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, Bürgerinitiativen und Umweltverbänden vornehmen. Erst nach der Standortentscheidung der Landesregierung findet dann das formale Bebauungsplanverfahren statt, dabei ist dann auch eine gesetzlich geregelte Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen“, führte Staatsrätin Erler aus.

Stickelberger und Erler unterstrichen, dass die Landesregierung bei der Entscheidungsfindung auf umfassende Transparenz setze. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen: Wir sind bereit, einen offenen und fairen Dialog zu führen, um unsere Überlegungen nachvollziehbar zu machen“, so Minister Stickelberger und Staatsrätin Erler. So könne jeder Interessierte die aktuellen Erläuterungen zu den Standorten im Beteiligungsportal der Landesregierung im Internet einsehen. Dort finden sich auch weitere umfassende Informationen zum Suchlauf.

Beteiligungsportal: Gefängnisneubau

Weitere Meldungen

Förderung

BW investiert rund 1,3 Millionen Euro in die Zukunft der photonischen KI

Baden-Württemberg investiert rund 1,3 Millionen Euro in die Zu-kunft der photonischen KI.

Logo von Start-up BW
Startup BW

WebMeister360 aus Reutlingen gewinnt den Regional Cup MO-VE YOUR IDEA

Bühne frei für Innovation: WebMeister360 aus Reutlingen ge-winnt den Regional Cup MOVE YOUR IDEA des „Start-up BW Ele-vator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

©Martina Berg, stock.adobe.com
BW-Capital GmbH

Land gründet BW-Capital GmbH

Land gründet BW-Capital GmbH – Neue Landesgesellschaft soll Start-ups stärken und Innovation beschleunigen.

Europaflagge / ©Harald Richter
Lieferkettengesetz

Ministerin zu Einigung bei EU-Lieferkettengesetz und Nachhaltigkeitsberichterstattung

Wirtschaftsministerin begrüßt den gefundenen Kompromiss und sagt, die EU hat ihr Versprechen eingelöst, die Berichts- und Nachweispflichten spürbar zu reduzieren.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
BW-EC

Neuer BW-Empfangsclient treibt Digitalisierung der Verwaltung voran

Baden-Württemberg geht einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur vollständig digitalen Verwaltung: Mit dem neuen BW-Empfangsclient (BW-EC) können ab sofort alle zuständigen Stellen im Land digitale Anträge empfangen – ganz ohne spezielle Fachsoftware.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Zumeldung

Wirtschaftsministerin begrüßt verringerte Mehrwertsteuer aus Speisen in Gastronomie

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen in Gastronomiebetrieben und sieht es als Signal der Wertschätzung und Bedeutung der Gastronomiebranche im Land.

Bescheidübergabe an die IHK Ulm
Förderung

Bildung mit Perspektive: Land fördert Neubau der IHK Ulm

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt den Neubau des Bildungszentrums der IHK Ulm mit rund 4,7 Millionen Euro.

Logo von Start-up BW
Start-up BW

Dion+ aus Karlsruhe gewinnt den Vorentscheid „Startup Demo Day von AXEL"

Bühne frei für Innovation: Dion+ aus Karlsruhe gewinnt den Vorent-scheid „Startup Demo Day von AXEL – Der Energie-Accelerator“ des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

unsplash / kendall ruth
Förderprogramm

Förderprogramm „Umweltfinanzierung“ der L-Bank

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus begrüßt das neue Förderprogramm „Umweltfinanzierung“ der L-Bank als wichtigen Baustein zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarktzahlen

Arbeitsmarktzahlen November 2025

Die Arbeitslosigkeit verharrt auf höherem Niveau und die Stabilität des Arbeitsmarkts ist weiterhin fragil

Welcome Center Baden-Württemberg
Welcome Center

7,5 Millionen Euro für Welcome Center

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt von 2026 bis 2028 elf regionale Welcome Center sowie das landesweit zuständige Welcome Center Sozialwirtschaft mit mehr als 7,5 Millionen Euro.

Einkaufswägen / ©Markus Spiske / Unsplash
Sofortprogramm Einzelhandel/Innenstadt

Sofortprogramm Einzelhandel / Innenstadt vorzeitig verlängert

Das Sofortprogramm Einzelhandel / Innenstadt mit den Förderlinien „Veranstaltungen“ und „Stadtmarketing“ wird vorzeitig und mit unveränderten Förderkonditionen bis Ende 2026 verlängert.

Think Tank zum Thema Cybersicherheit
Wirtschaft digital

Erster Think Tank von Wirtschaft Digital zum Thema Cybersicherheit

Baden-Württemberg rückt das Thema Cybersicherheit stärker in den Fokus. Beim ersten Think Tank von Wirtschaft digital in Stuttgart warnte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vor den wachsenden Risiken für Unternehmen.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (vorne links) und Floridas Wirtschaftsminister J. Alex Kelly (vorne rechts) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung
Vereinbarung

Baden-Württemberg und Florida unterzeichnen Vereinbarung

TALLAHASSEE / STUTTGART – Baden-Württemberg und der Bundesstaat Florida (USA) haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen und Innovationen in wichtigen Wachstumsbranchen zu beschleunigen.

Mentorinnen-Programm
Mentorinnen-Programm

Mentorinnen-Programm feiert erfolgreichsten Abschluss seiner Geschichte

Mit einem neuen Rekordergebnis schließt das Mentorinnen-Programm für Migrantinnen seine neunte Runde ab: 105 Frauen mit Migrationsgeschichte haben das Programm erfolgreich abgeschlossen – so viele wie noch nie.