Drei Fragen an...

Wir machen uns für mehr Steuergerechtigkeit stark

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Das Thema Steuergerechtigkeit ist derzeit in aller Munde. Wir haben darüber mit Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid gesprochen.

Ausgehend vom Fall Hoeneß erleben wir gerade eine breite öffentliche Debatte rund um das Thema Steuergerechtigkeit. Was tut die Landesregierung für mehr Steuergerechtigkeit und zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung?

Nils Schmid: Die Landesregierung macht sich konsequent für mehr Steuergerechtigkeit stark. Denn der Kampf gegen Steuerhinterziehung ist eine zentrale Frage unserer Zeit. Es kann nicht sein, dass Millionen ehrliche Steuerzahler unser Gemeinwesen finanzieren und stützen, während andere sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen und Steuern hinterziehen. Das ist ein Schlag ins Gesicht der ehrlichen Steuerzahler. Deshalb haben wir als Landesregierung den Kampf gegen Steuerhinterziehung verschärft. Nach dem jahrelangen Stellenabbau durch die Vorgängerregierung haben wir die Steuerverwaltung personelle gestärkt. Wir schaffen in der Steuerverwaltung bis zum Ende dieser Legislaturperiode 500 zusätzliche Stellen vor allem bei den der Außenprüfungsdiensten. Hinzu kommen 500 zusätzliche Ausbildungsplätze. Dadurch bieten wir jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung an. Allein bei der Betriebs- und Amtsbetriebsprüfung werden bis 2016 insgesamt 186 Neustellen geschaffen. Außerdem bauen wir die Steuerprüfung personell aus.

War es richtig, dass die Landesregierung im Bundesrat gegen das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz gestimmt hat? Das Abkommen hätte dem Land doch zusätzliche Steuereinnahmen gebracht. 

Schmid: Es war auf jeden Fall richtig, dieses ungerechte Steuerabkommen zu verhindern, das zeigt der Fall Hoeneß doch ganz eindeutig. Steuerhinterzieher handeln kriminell, sie versündigen sich an dem Allgemeinwohl. Es kann doch nicht sein, dass man diese anonym und zu vergünstigten Steuersätzen davonkommen lässt, wie die Bundesregierung das mit dem Abkommen erreichen wollte. Dazu kommt: Wir haben als Land durch Selbstanzeigen bereits über 320 Millionen Euro eingenommen – also deutlich mehr als wir mit dem Abkommen bekommen hätten.

Die Landesregierung hat heute eine Bundesratsinitiative zur Bekämpfung von Steuerstraftaten beschlossen. Was sieht diese konkret vor, und was möchte die Landesregierung damit erreichen?  

Schmid: Der von uns vorgelegte Gesetzentwurf verdoppelt die Verjährungsfrist für die Strafverfolgung bei Steuerhinterziehung. Jede Steuerhinterziehung könnte dann noch nach zehn Jahren angeklagt werden. Steuerkriminelle müssen also doppelt so lange mit Verfolgung rechnen. Das schreckt ab. Zudem erwarten wir auch mehr Steuernachzahlungen, weil zur Wirksamkeit der Selbstanzeige die hinterzogene Steuer dann ebenfalls für bis zu 10 Jahre nachgezahlt werden muss.

Weitere Meldungen

Zwei Frauen sitzen vor einem Laptop / ©Kobu Agency / Unsplash
Arbeitsmarkt

Mehr Frauen in Beschäftigung – strukturelle Hürden bleiben bestehen

Das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. (IAW) hat im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg einen neuen Bericht zur geschlechterspezifischen Beschäftigungsentwicklung im Land vorgestellt.

Gewinnerteam Regional Cup Tübingen
Start-up BW

ELASTheal aus Tübingen gewinnt den Regional Cup Tübingen

Bühne frei für Innovation: ELASTheal aus Tübingen gewinnt den Regional Cup Tübingen des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Förderung

Land fördert Technologiekooperation mit der Ukraine

Land fördert Technologiekooperation mit der Ukraine.

Europaflagge / ©Harald Richter
Förderung

Großes wirtschaftliches Potenzial: Land fördert 14 Prototypen für Zukunftstechnologie

Auch die zweite Runde der Prototypenförderung für innovative Technologien ist ein Erfolg: Aus 52 Anträgen von staatlichen Hochschulen und den wirtschaftsnahen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wurden 14 Projekte bewilligt.

Bescheidübergabe am 31. März 2026
Förderung

Innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion gefördert

Vom Klimagas zum Rohstoff – Innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion in Baden-Württemberg mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.

Bescheidübergabe am 31. März 2026
Förderung

Land stärkt den Automotive-Standort im Rems-Murr-Kreis mit rund fünf Millionen Euro

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut übergabam 31. März einen symbolischen Förderscheck in Höhe von rund fünf Millionen Euro an das Unternehmen ZF LIFETEC.

unsplash / kendall ruth
Arbeitsmarkt

Arbeitsmarktzahlen: Verhaltene Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, äußert sich anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Chemieagenda 2045

Gemeinsames Länderschreiben zur Chemieagenda 2045

Gemeinsames Länderschreiben zur Chemieagenda 2045: Ergebnisse und dringender Handlungsbedarf

Regional Cup Böblingen - Elevator Pitch 2025/26
Start-up BW

Viktor Becker aus Geislingen an der Steige gewinnt den Regional Cup Böblingen

Bühne frei für Innovation: Viktor Becker aus Geislingen an der Steige gewinnt den Regional Cup Böblingen des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Siegerehrung Start-up BW Elevator Pitch Vorentscheid Rems-Murr
Start-up BW

Fibryx GmbH aus Stuttgart-Vaihingen gewinnt Regional Cup „START-UP & GROW REMS-MURR“

Bühne frei für Innovation: Fibryx GmbH aus Stuttgart-Vaihingen gewinnt den Regional Cup „START-UP & GROW REMS-MURR“ des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Logo von Start up BW
Start-up BW

EasZotic GmbH, Jakob und Elisabeth Tillery aus Horb gewinnen Regional Cup

Bühne frei für Innovation: EasZotic GmbH, Jakob und Elisabeth Tillery aus Horb sichern sich das Ticket für das Landesfinale.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
Förderung

Land fördert Miniatur-Batterien für die Medizintechnik mit rund acht Millionen Euro

Das Land Baden-Württemberg startet im März das Projekt „Medicell“.

Podiumsgespräch im Haus der Wirtschaft in Stuttgart
Mentorinnen-Programm

10 Jahre Empowerment - Mentorinnen-Programm startet in die Jubiläumsrunde

10 Jahre Empowerment – Mentorinnen-Programm für Migrantinnen startet in die Jubiläumsrunde

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bundesrat

Wirtschaftsministerin lehnt erneute Verbote für Automobilbranche rundweg ab

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates hat in seiner heutigen Sitzung (12. März) einem Antrag der Länder Bayern und Baden-Württemberg zugestimmt.

Start-up BW Local - Symbolbild
Start-up BW Local

Landeswettbewerb Start-up BW Local – jetzt als gründungsfreundliche Kommune bewerben

Baden-Württembergische Kommunen haben jetzt wieder die Möglichkeit, gründungsfreundliche Strukturen aufzubauen und damit am Landeswettbewerb „Start-up BW Local – gründungsfreundliche Kommune“ teilzunehmen.