Förderung

Wirtschaftsministerium fördert mit 345.000 Euro Weiterbildung für Industrie 4.0 gemeinsam mit Sozialpartnern

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Bescheidübergabe am 28. Mai 2018

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert das Projekt „Perspektive Weiterbildung für Industrie 4.0“ in der zweiten Projektphase mit rund 345.000 Euro. Ziel des Projekts ist, dass Personalverantwortliche und Betriebsräte, Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam ein Weiterbildungskonzept für die Industrie 4.0 erarbeiten und dieses in der betrieblichen Praxis erproben.

„Als Vorreiter der Industrie 4.0 setzen wir auf modernste und passgenaue Weiterbildung im Schulterschluss mit den Sozialpartnern. So bereiten wir die Beschäftigten der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie auf künftige Tätigkeiten in der Industrie 4.0 vor. Indem wir die Perspektive der Beschäftigten, der Führungskräfte, der betrieblichen Interessenvertretung und der Unternehmen einbeziehen, schaffen wir große Praxisnähe und breite Akzeptanz. Die unterschiedlichen Perspektiven beim Entwickeln und Erproben der Weiterbildungen einzubeziehen ist sehr wichtig, um der Komplexität digitalisierter Industrieprozesse gerecht zu werden“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (28. Mai). In Stuttgart übergab sie den Förderbescheid an die projektdurchführende „Agentur Q“ (Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie e. V.), vertreten durch deren Geschäftsführer Dr. Stefan Baron. Anwesend waren außerdem Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, und Stefan Küpper, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall.

Bei der Entwicklung und Erprobung der Weiterbildungen werden die besonderen Bedürfnisse einzelner Beschäftigtengruppen, insbesondere die der Un- und Angelernten, der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Facharbeiterinnen und Facharbeiter einbezogen. Im Fokus steht das Arbeiten mit Robotersystemen, die betriebliche Instandhaltung und der Bereich der digitalen Fertigungsplanung, -steuerung und -überwachung. Das entwickelte und erprobte Weiterbildungskonzept wird im Rahmen des Projekts in Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg transferiert.

Näheres zum Projekt „Perspektive Weiterbildung für Industrie 4.0“
Bewilligt wurde heute die finanzielle Förderung der zweiten Phase des Projektes (Juni 2018 bis August 2019; Fördersumme 345.360 Euro). In der ersten Projektphase (Januar 2017 bis Mai 2018; Fördersumme 348.174 Euro) stand die Bedarfserhebung und Konzeptentwicklung im Vordergrund. In der nun anstehenden zweiten Projektphase geht es um die Erprobung und Validierung des entwickelten Weiterbildungskonzepts und um den Transfer in weitere Unternehmen in Baden-Württemberg. Konkret sollen in der zweiten Projektphase sieben Qualifizierungsmodule erprobt werden, die sich, je nach Zielgruppe und betrieblichem Bedarf, anpassen und kombinieren lassen. Dabei handelt es sich um die Module:

  • Lernprozessbegleitung 4.0,
  • Arbeiten in virtuellen Räumen,
  • Fernwartung und -steuerung,
  • Arbeitsprozesswissen 4.0,
  • Arbeiten mit Robotern,
  • Nutzung mobiler Endgeräte,
  • technische Assistenzsysteme.

In der anstehenden Erprobungsphase sind folgende Betriebe beteiligt: die Robert Bosch GmbH mit dem Standort Reutlingen, die Caterpillar Energy Solutions GmbH in Mannheim, die Daimler AG mit dem Standort Gaggenau, zwei Betriebe der E.G.O. Firmengruppe in Oberderdingen, die KS Kolbenschmidt GmbH in Neckarsulm sowie die Neff GmbH in Bretten. Weitere Betriebe, insbesondere kleine und mittlere, haben noch die Möglichkeit mitzumachen. Die beteiligten Betriebe werden im Prozess der Erprobung durch die Agentur Q und durch das Karlsruher Institut für Technologie (Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik) begleitet und unterstützt. Außerdem erfolgt ein Erfahrungsaustausch unter den mitwirkenden Betrieben.

Weitere Informationen zu Agentur Q
Die Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie e. V. (Agentur Q), Stuttgart, ist eine im Jahr 2002 von den Tarifvertragsparteien geschaffene, paritätisch besetzte und finanzierte Einrichtung (Vorstand: Herr Peer-Michael Dick, Südwestmetall - Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V., und Herr Roman Zitzelsberger, IG Metall Baden-Württemberg). Grundlage ist der Tarifvertrag zur Qualifizierung für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. Die Arbeitsfelder der Agentur Q stellen sich wie folgt dar:

  • Unterstützung der Betriebsparteien bei der Umsetzung des Tarifvertrags zur Qualifizierung für die Beschäftigten.
  • Information der Betriebsparteien über Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung, zu Fördermöglichkeiten und zur Kompetenzfeststellung.
  • Entwicklung neuer Weiterbildungskonzepte für die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg.

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