Azubi statt Ungelernt

Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid will mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für Berufsausbildung gewinnen

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Finanz- und Wirtschaftsminisrter Dr. Nils Schmid und der Präsident des Baden-Württembergischen IHK-Tags stellten die Kampagne „Kendine Güven, Meslek Ögren!“ vor.

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid will mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine Berufsausbildung gewinnen. Unter dem Stichwort „Azubi statt ungelernt“ investierte das Wirtschaftsministerium in den vergangenen zwei Jahren rund vier Millionen Euro in Maßnahmen, die sich besonders an Jugendliche mit Migrationshintergrund richten.

Mit dem Startschuss zur neuen Kampagne „Kendine Güven, Meslek Ögren!“ intensiviert die Landesregierung ihr Engagement für mehr Azubis mit Migrationshintergrund. Gleichzeitig will Schmid damit auch die Anzahl von Jugendlichen reduzieren, die ohne Berufsabschluss bleiben. Denn der Übergang von der Schule in den Beruf gelingt Jugendlichen mit Migrationshintergrund deutlich seltener als deutschen Jugendlichen.

„Wir wollen mehr Azubis mit Migrationshintergrund und weniger Jugendliche ohne Berufsabschluss in Baden-Württemberg. Die Berufsausbildung ist ein Element des Musterlands für gute Arbeit, für das die Landesregierung eintritt“, sagte Wirtschaftsminister Schmid am 31. März 2014 in Stuttgart. „Für Menschen ohne oder mit geringer Qualifikation wird es auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft noch schwerer. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels darf aber kein Jugendlicher zurück bleiben. Deswegen ist die Berufsausbildung ein Top-Thema in der Fachkräfte-Allianz für Baden-Württemberg“, so Schmid.

„Die Chancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund im Ausbildungsmarkt steigen“, sagt Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Um die Potenziale dieser jungen Leute noch besser zu nutzen, sollten sie bereits in der Schule entsprechend gefördert werden. Schulen, Migrantenorganisationen, Träger beruflicher Bildung und Unternehmensvertreter mit Migrationshintergrund müssten hierbei noch besser zusammenarbeiten.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes betrug 2014 der Anteil der Personen ohne beruflichen bzw. Hochschulabschluss zwischen 25 und 35 Jahren bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund 7,2 Prozent, während dieser bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 26,5 Prozent liegt. Gerade Personen mit türkischen, italienischen oder ex-jugoslawischen Migrationshintergrund sind nach Angaben aus dem Mikrozensus überdurchschnittlich häufig betroffen.

Startschuss für Kampagne „Kendine Güven, Meslek Ögren!“
Wirtschaftsminister Schmid gab heute auch den Startschuss für die Landeskampagne „Kendine Güven, Meslek Ögren! Baden-Württemberg´in sana ihtiyaci var! (Mach eine Ausbildung, lerne einen Beruf! - Baden-Württemberg braucht Dich). Die Kampagne soll Eltern und Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund die Chancen einer Berufsausbildung näher bringen. Denn auf die Berufswahl der Kinder nehmen Eltern mit Migrationshintergrund großen Einfluss, verfügen aber oft über wenige Kenntnisse über das deutsche System der Berufsausbildung.

Zuvor hatte auch die Enquetekommission des Landtags „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft - berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung" der Landesregierung den Auftrag gegeben, die Information und Aufklärung der Eltern mit Migrationshintergrund zu intensivieren. Die Kampagne richtet sich zunächst an Personen mit türkischem Migrationshintergrund, da diese die größte Gruppe der Migranten in Baden-Württemberg darstellt.

Berufswerber: aufsuchende Beratung in der Muttersprache
Die Kampagne baut auf den guten Erfahrungen der seit 2010 tätigen Berufswerber auf. Berufswerber informieren in der jeweiligen Muttersprache Eltern und Schüler mit Migrationshintergrund im direkten Kontakt über die Karriereperspektiven der beruflichen Ausbildung. Die Arbeit der Berufswerber soll durch die neue Landeskampagne unterstützt und noch stärker sichtbar gemacht werden. Mit rund 3,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF werden landesweit rund 60 Berufswerber bei 26 Trägern gefördert, mittlerweile in türkisch, italienisch, serbokroatisch, kosovarisch, russisch und portugiesisch. Ebenfalls unterstützen die Berufswerber die Familien bei allen Fragen zum Thema Ausbildung und Beruf, wie bei Bewerbungen, der Suche nach Praktikumsplätzen und der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Landeskampagne "Kendine Güven, Meslek Ögren! - Baden-Württemberg´in sana ihtiyaci var!"

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