Lernfabrik

Neue Förderrunde für Lernfabriken 4.0: Wirtschaftsministerium will flächendeckendes Netz im Land schaffen

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Das Wirtschaftsministerium will im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes („digital@bw“) mit weiteren 4 Millionen Euro das bereits bestehende Netz der Lernfabriken 4.0 im Land flächendeckend erweitern und konzeptionell fortentwickeln. Dies gab Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Freitag (1. Juni) bekannt.

„Mit dem Förderprogramm für Lernfabriken 4.0 haben wir ein bundesweit einzigartiges Netz von Lernorten geschaffen, an denen die Digitalisierung der Wirtschaft in Aus- und Weiterbildung praktisch fass- und erlebbar wird. Die Resonanz auf die Pilotförderung von 16 Lernfabriken hat uns gezeigt, dass noch viele berufliche Schulen großes Interesse an der Einrichtung einer Lernfabrik haben. Mit der flächendeckenden Erweiterung und der konzeptionellen Weiterentwicklung des Lernfabrik-Programms werden wir die Vorreiterrolle Baden-Württembergs für die Wirtschaft 4.0 nachhaltig stärken“, betonte Hoffmeister-Kraut.

Digitalisierung betrifft Vielzahl der Branchen
Die Industrie wandele sich durch die Digitalisierung immer mehr zu einer Industrie 4.0. Dies verändere die Arbeitsbedingungen nachhaltig, so die Ministerin. Die zunehmende Digitalisierung habe zudem großen Einfluss auf die Anforderungen in vielen anderen Branchen. Hoffmeister-Kraut: „Damit unser Fachkräftenachwuchs und unsere Beschäftigten am Puls der Zeit bleiben und nicht von dieser Entwicklung abgehängt werden, muss sich der Wandel in der Arbeitswelt auch in der Aus- und Weiterbildung niederschlagen.“ Mit dem neuen Förderprogramm wolle das Wirtschafts- und Arbeitsministerium bestehende Lücken in der regionalen Verteilung der Lernfabriken schließen und weitere Bereiche wie etwa das Handwerk und den Handel einbeziehen, so die Ministerin weiter.

Die Digitalisierung erschließt in vielen Anwendungsfeldern große Innovationssprünge, etwa als Industrie 4.0 für eine flexible, personalisierte Produktion oder in Form von intelligenten Lösungen im Handwerks- und Dienstleistungsbereich. Ein Beispiel dafür ist die hocheffiziente, intelligente Gebäude- und Energietechnik für das „Smart Home“. Die digital vernetzte Wirtschaft der Zukunft braucht ein optimales Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation. Deshalb müssen die Beschäftigten und die Auszubildenden für neue Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen in der Industrie 4.0 oder intelligent vernetzte Gerätesysteme im Handwerk in praxisnahen Lernumgebungen qualifiziert werden.

Das Konzept Lernfabrik 4.0
Die Lernfabriken 4.0 sind Labore, die im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösungen bzw. professionellen Gerätesystemen aus anderen Branchen gleichen und in denen Grundlagen für anwendungsnahe Technologien und Prozesse erlernt werden können. Maschinenbau, Elektrotechnik, Informationstechnik und Betriebswirtschaft werden dabei in Lernumgebungen auf der Basis aktueller Industriestandards verknüpft. Zielgruppen der Lernfabriken sind Auszubildende in dualen Ausbildungsgängen und Teilnehmerinnen und Teilnehmer an entsprechenden Weiterbildungslehrgängen.

Die Wirtschaftsministerin lädt mit dem Förderaufruf berufliche Schulen in kommunaler Trägerschaft ein, ein schlüssiges Konzept für Einrichtung und Betrieb einer Lernfabrik einzureichen. Dabei sind Kooperationen zwischen verschiedenen Schulen und eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ausdrücklich erwünscht. Gefördert werden Grundlagen-Labore zu einer modellhaften Einführung in digital gesteuerte und vernetzte Geräte sowie Maschinensysteme, an denen intelligente Prozesse auf der Basis realer Industriestandards trainiert und verkettete Abläufe selbstständig gesteuert werden können. Neben dem Wirtschaftsministerium sollen auch die Schulträger sowie die Wirtschaft Finanzierungsbeiträge einbringen. Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgt durch eine eigens eingesetzte Jury.

Die landesweite Digitalisierungsstrategie
Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung: Rund 1 Milliarde Euro werden in dieser Legislaturperiode in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

Informationen zur Ausschreibung finden Siehier.
 


Weitere Meldungen

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Förderung

Land stärkt digitale Innovationszentren

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert für drei Jahre die beiden Euro-pean Digital Innovation Hubs (EDIHs) in Baden-Württemberg mit jeweils 720.000 Euro.

Bescheidübergabe am 6. Mai 2026
Förderung

Digital Hubs Bodensee und Region Bruchsal gefördert

Rund 6 Millionen Euro für Digitalisierung in der Fläche: Digital Hubs Bodensee und Region Bruchsal erhalten jeweils rund 500.000 Euro Förderung.

Bescheidübergabe am 6. Mai 2026
Förderung

Land fördert kommunale Innovationsinfrastrukturen mit rund 9,4 Millionen Euro

Das Wirtschaftsministerium hat im Rahmen des Förderaufrufs „Stärkung Regionaler Innovationssysteme (RIS) durch Ausbau und Modernisierung kommunaler Innovationsinfrastrukturen“ elf Vorhaben zur Förderung bewilligt.

Zwei Männer arbeiten in einer Bäckerei. Einer lacht dem anderen zu, während er mit den Händen Backwaren bearbeitet. Im Hintergrund ist die Backstube zu sehen.
Tag der Arbeit

Ministerin Hoffmeister-Kraut: Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, betont zum internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai die Bedeutung von Arbeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozialer Marktwirtschaft.

Regional Cup Bodensee-Oberschwaben
Start-up BW

Regional Cup Bodensee-Oberschwaben des „Start-up BW Eleva-tor Pitch 2025/26“

Bühne frei für Innovation: Moritz Gloger und Nico Haas aus Uhldingen-Mühlhofen gewinnen den Regional Cup Bodensee-Oberschwaben des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichern sich das Ticket fürs Landesfinale.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarktzahlen

Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, äußert sich anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Mensch und Roboter begrüßen sich, indem Sie die Knöchel aneinanderdrücken.
Förderung

Rund zwei Millionen Euro für Innovationen in KI und Robotik

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert das „Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik am KI-Fortschrittszentrum“ bis Februar 2028 mit rund zwei Millionen Euro.

unsplash / kendall ruth
familyNET 4.0

familyNET 4.0: Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in die achte Runde

Am 27. April startet der Wettbewerb „familyNET 4.0 – Der Wettbewerb für eine moderne Unternehmenskultur“ in die achte Runde.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
Staufermedaille

Staufermedaille für herausragendes Engagement: Hubertus Nimsch geehrt

Für sein außergewöhnliches Lebenswerk im Bereich Forstwirtschaft und Dendrologie wurde Hubertus Nimsch am heutigen Freitag (24. April) mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Hannover Messe 2026
Hannover Messe

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026: Motor für industrielle Innovation.

Logo von Start up BW
Start-up BW

Förderung im Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed

Wirtschaftsministerium und L-Bank benennen elf Kandidaten für Förderung im Gründungsprogramm Start-up BW Pre-Seed.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
Förderung

Land stärkt Innovationsallianz Baden-Württemberg mit rund 40,6 Millionen Euro

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt die Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) im Jahr 2026 mit einer Grundfinanzierung in Höhe von rund 40,6 Millionen Euro.

Zwei Frauen sitzen vor einem Laptop / ©Kobu Agency / Unsplash
Arbeitsmarkt

Mehr Frauen in Beschäftigung – strukturelle Hürden bleiben bestehen

Das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. (IAW) hat im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg einen neuen Bericht zur geschlechterspezifischen Beschäftigungsentwicklung im Land vorgestellt.

Gewinnerteam Regional Cup Tübingen
Start-up BW

ELASTheal aus Tübingen gewinnt den Regional Cup Tübingen

Bühne frei für Innovation: ELASTheal aus Tübingen gewinnt den Regional Cup Tübingen des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Förderung

Land fördert Technologiekooperation mit der Ukraine

Land fördert Technologiekooperation mit der Ukraine.