Archäologie-Preis Baden-Württemberg 2016

Preisträger aus den Landkreisen Heidenheim, Reutlingen und dem Enzkreis

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„Baden-Württemberg hat mit seinen mehr als 60.000 archäologischen Denkmalen und 90.000 Denkmalen der Bau- und Kunstgeschichte ein reiches Kulturerbe. Schutz, Pflege, Erforschung und Vermittlung dieses Erbes kann nur gelingen, wenn sich viele an dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe beteiligen. Dabei leisten die Ehrenamtlichen der Denkmalpflege mit ihrem persönlichen Einsatz einen wertvollen Beitrag für das kulturelle Erbe Baden-Württembergs“, sagte Ministerialdirektor Hubert Wicker am 9. November 2016 anlässlich der Verleihung des Archäologie-Preises Baden-Württemberg 2016.

Der Archäologiepreis wird seit 1981 alle zwei Jahre im Rahmen einer Festveranstaltung durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V. und den Förderkreis für Archäologie in Baden e.V. verliehen. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Claus Wolf, dem Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege, entscheidet eine Jury über die Vergabe des Preises. Die Wüstenrot Stiftung stiftet seit dem Jahr 2000 den Archäologie-Preis Baden-Württemberg.

Wicker würdigte die Preisträger bei der Verleihung des Preises im Weißen Saal des Neuen Schlosses vor über 300 Festgästen für ihr langjähriges Engagement zur Erforschung des kulturellen Erbes ihrer Heimatregion, bei der Unterstützung archäologischer Untersuchungen und für die lebendige Vermittlung archäologischer Inhalte. Den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielten Hermann Glatzle aus Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim und Ferdinand Pfannstiel aus Trochtelfingen im Landkreis Reutlingen. Den mit 4.000 Euro dotierten und dem ehrenamtlichen Nachwuchs gewidmeten Förderpreis überreichte der Ministerialdirektor an Jeff Klotz aus Remchingen im Enzkreis.

Weitere Informationen zu den Preisträgern

Hermann Glatzle sucht bereits seit Jahrzehnten in Flusstälern der Schwäbischen Alb wie dem Lone- und dem Hürbetal nach unbekannten Höhlen und Felsdächern mit steinzeitlichen Siedlungsschichten. Mittlerweile hat er bei seinen Prospektionen etwa 100 neue Fundplätze entdeckt und damit das Wissen über alt- und mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler in seiner Heimatregion wesentlich vergrößert. Glatzle arbeitet eng mit der Landesdenkmalpflege und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen zusammen. Die Ergebnisse seiner Forschungen haben zur UNESCO-Weltkulturerbe-Nominierung „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ auf der Schwäbischen Alb beigetragen.

Ferdinand Pfannstiel
ist seit Jahrzehnten als ehrenamtlicher Beauftragter eng mit der Archäologischen Denkmalpflege verbunden. Systematisch und flächendeckend führt er Feldbegehungen, Baubegleitungen und Feldbeobachtungen weit über den Landkreis Reutlingen hinaus durch. Seine Aufsehen erregenden Fundbeobachtungen haben mehrfach Rettungsgrabungen der Denkmalpflege sowie zu Lehrgrabungen der Universität Tübingen ausgelöst.

Jeff Klotz, Student der Klassischen Archäologie und der Ur- und Frühgeschichte an der Universität Heidelberg, ist seit 2011 als ehrenamtlich Beauftragter für die archäologische Denkmalpflege im Enzkreis aktiv. Seine Verdienste liegen vor allem in seinem Engagement für das Römermuseum Remchingen. Bereits als 19-Jähriger hat Klotz die Konzeption des Museums erstellt und ist weit über die Region durch mit seinen Führungen, Vorträgen und von ihm geleiteten Bildungsreisen aktiv. Er hat außerdem zahlreiche Sonderausstellungen, museumspädagogischen Konzeptionen und Initiativen wie den Verband „Museumslandschaft Nordschwarzwald“ initiiert.

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