EU

Wirtschaftsministerin fordert wirtschaftspolitische Kurskorrektur in der EU

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerin Hoffmeister-Kraut in der Landesvertretung in Brüssel

Im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema „Halbleiter“ diskutierte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, in Brüssel gemeinsam mit Vertretern der Europäischen Kommission und der Unternehmen Trumpf, Carl Zeiss SMT und ASML über die Frage, welche Standortfaktoren und Rahmenbedingungen eine Stärkung des Halbleiter-Ökosystems in Europa bewirken. 
 

Im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema „Halbleiter – Spitzentechnologie aus und für Europa – Wie stärken wir strategisch die Wertschöpfung in Europa?", die am Donnerstag (7. März) in der Vertretung des Landes in Brüssel stattfand, diskutierte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, gemeinsam mit Vertretern der Europäischen Kommission und der Unternehmen Trumpf, Carl Zeiss SMT und ASML über die Frage, welche Standortfaktoren und Rahmenbedingungen eine Stärkung des Halbleiter-Ökosystems in Europa bewirken.

„Wir müssen den Green Deal mit einer industriepolitischen Agenda für Europa in Einklang bringen. Europa muss klare Leistungsanreize setzen, Investitionen zu erleichtern und marktwirtschaftliche Dynamik auf allen Ebenen zu entfachen, ohne dies durch Regulierungen wieder zu konterkarieren“, forderte Hoffmeister-Kraut in ihrer Eröffnungsrede.

Zum Thema Halbleiter sagte sie: „Starke Wertschöpfungsketten in Europa, die auch global wettbewerbsfähig sind, müssen unbedingt erhalten werden. Es geht hier nicht nur um das Ökosystem in Baden-Württemberg, sondern um die Ausstrahlung auf den gesamten Halbleiter-Standort Europa. Mit dem IPCEI-Förderprogramm zur Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien ermöglichen Bund und Länder bereits die Entwicklung zentraler Innovationen“, sagte die Ministerin bei der Veranstaltung. „Außerdem muss die Kluft zwischen Forschung, Innovation und industrieller Anwendung überwunden werden. Eine Stärke Baden-Württembergs ist die enge Vernetzung zwischen Wissenschaft und Industrie. Wir müssen es uns insgesamt in Europa zur Aufgabe machen, Business Cases zu ermöglichen.“ ergänzte Hoffmeister-Kraut weiter. Auch müsse der Förderrahmen des „European Chips Act“ für Unternehmensprojekte die gesamte Wertschöpfungskette in der Halbleiter-Industrie in den Blick nehmen. Aktuell umfasst dieser vorrangig die Herstellung von Chips. Ganz wesentlich in der Wertschöpfungskette sei aber auch beispielsweise der Entwurf und die Entwicklung neuer Chips. Zudem müssen die Verfahren der Europäischen Kommission für die beihilferechtliche Genehmigung von Unternehmensprojekten, die sich um eine öffentliche Unterstützung durch die Mitgliedsstaaten und -regionen bemühen, unbürokratischer und mittelstandsfreundlich ausgestaltet werden.

Zur Sicherung der technologischen Souveränität Europas empfahl die Ministerin, dass die EU möglichst schnell und pragmatisch neue Handelsabkommen mit anderen Regionen der Welt abschließt, da diese auch im Hinblick auf Energie- und Rohstoffpartnerschaften weiter an Bedeutung gewinnen werden. Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Kontext führte Hoffmeister-Kraut an, dass eine erfolgreiche Transformation und eine internationale Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen müssen. „Der europäische Binnenmarkt ist für unsere Unternehmen extrem wichtig. Es gilt weiterhin innereuropäische Wettbewerbsnachteile zu beseitigen. Wahr ist aber auch, dass unsere Unternehmen auf einem globalen Markt konkurrieren und diese Konkurrenz immer härter wird, vor allem auch durch Subventionsprogramme in den USA und massive Subventionen in China. Wir werden die Transformationsprozesse nur zum Erfolg führen, wenn wir auch industrielle Transformationsregionen stärken und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Kontext aufrechterhalten. Das heißt unter anderem dass mit dem europäischen Beihilferecht mehr denn je den Herausforderungen bei der Transformation starker und innovativer industrieller Ökosysteme Rechnung getragen werden muss. Diese Ökosysteme stärken in ihrer regionalen Bündelungskraft und Lokomotivfunktion die EU insgesamt“, führte die Ministerin weiter aus.

Mit Blick auf die neue Legislaturperiode wies Hoffmeister-Kraut auch auf das wichtige Thema der Entbürokratisierung hin. „Kommissionspräsidentin von der Leyen hat angekündigt, 25 Prozent der Berichtspflichten streichen zu wollen. Hier sehen wir noch weiteren Handlungsbedarf, der auch unbedingt in der neuen Legislaturperiode weiterverfolgt werden muss. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind von der Vielzahl der neuen Regelungen und Berichtspflichten überfordert. Beispiele sind die Anforderungen aus der EU-Taxonomie und der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die neue Europäische Kommission muss langfristige negative Folgen für die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in den Blick nehmen und im Gesetzgebungsverfahren viel stärker als bisher berücksichtigen“, fordert die Wirtschaftsministerin.

Weitere Meldungen

Glühbirnen / ©sdecoret - stock.adobe.com
Medizintechnik

Medizintechnik stärken: Land setzt sich in Brüssel erfolgreich für Reformen ein

Auf der Branchenveranstaltung „regularia“ in Tuttlingen hat sich Michael Kleiner, Ministerialdirektor am Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, am 3. März erneut für Medizintechnikbranche eingesetzt.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Vertragspaket

Vertragspaket zwischen der Europäischen Kommission und des Schweizer Bundesrat

Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Nachricht über die Unterzeichnung des Vertragspakets zwischen der Europäischen Union und der Schweiz durch die Europäische Kommission und den Schweizer Bundesrat.

Spatenstich Geradstetten
Förderung

Land fördert Neubau des Bildungscampus Geradstetten mit rund 21 Millionen Euro

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert den Ersatz-neubau für das Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft Baden-Württemberg e. V. in Geradstetten mit rund 21 Millionen Euro.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Bundesverdienstmedaille

Wirtschaftsministerin überreicht Bundesverdienstmedaille an Kurt Josef Lacher

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, hat Kurt Josef Lacher im Rahmen einer Feierstunde die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Mercosur

Hoffmeister-Kraut: Wichtiges Signal für Europa als Wirtschaftsstandort

Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Ankündigung der EU-Kommission, das Freihandelsabkommen Mercosur anzuwenden.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarkt

Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, äußert sich anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Blick auf Zell am See
Tourismus

Tourismusinfrastrukturprogramm 2026

38 Kommunen werden mit einer Gesamtfördersumme von rund 14,9 Millionen Euro bei der Umsetzung ihrer touristischen Infrastrukturmaßnahmen unterstützt.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (rechts) übergibt Albrecht Kruse (links) das Bundesverdienstkreuz.
Bundesverdienstkreuz

Wirtschaftsministerin überreicht Bundesverdienstkreuz an Albrecht Kruse

Albrecht Kruse wurde für seine großen Verdienste um die Wirtschaft sowie für sein hohes ehrenamtliches Engagement in Wirtschaft und Kultur mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
Messebesuch

Wirtschaftsstaatssekretär Rapp besucht Enforce Tac

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Patrick Rapp besucht heute (23. Februar) die Fachmesse Enforce Tac in Nürnberg und informiert sich vor Ort über die aktuellen Entwicklungen und Innovationen im Bereich Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

Eine Roboterhand tippt auf einem Monitor aus Glas
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Innovationskraft statt Formularflut: Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Allianz Industrie 4.0

Fortsetzung der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ bis Ende 2029

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus setzt die Förderung der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg mit rund 3,85 Millionen Euro fort.

CMT 2026 Tourismustag
Tourismus

Zumeldung zur Tourismusbilanz im Jahr 2025

Der Tourismus in Baden-Württemberg bleibt auf hohem Niveau stabil. Das zeigt die am 18. Februar durch das Statistische Landesamt Baden-Württemberg veröffentliche Meldung zur Tourismusstatistik für das Kalenderjahr 2025.

DEHOGA Cup
Start-up BW

Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP

Bühne frei für Innovation: Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket für das Landesfinale.

Unterzeichnung Letters of Intent
Absichtserklärung

Absichtserklärung zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet

Wirtschaftsministerium und die ukrainische Region Lwiw unterzeichnen Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Förderung

25 Millionen für Digitales Innovationszentrum am Universitätsklinikum Freiburg

Die Landesregierung fördert auf Vorschlag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus den Aufbau einer diagnostischen und therapeutischen Forschungs- und Entwicklungseinheit im Digitalen Innovationszentrum (DIGIZ) am Uniklinikum Freiburg.