Delegationsreise

Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz führt Politik- und Wirtschaftsdelegation nach Kuba an

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz startet am 16. Januar 2017 eine viertägige Delegationsreise nach Kuba. Begleitet wird sie von einer 25-köpfigen Delegation aus Wirtschaft und Politik. Die Reise soll die wirtschaftspolitischen Beziehungen langfristig im Hinblick auf eine weitere Öffnung Kubas und deren wirtschaftliche Chancen aufbauen. Geplant sind unter anderem politische Gespräche sowie Besuche von Unternehmen und staatlichen Einrichtungen. Kuba ist nach seiner Öffnung ein interessanter Markt vor allem in den Bereichen Energie, Maschinenbau, Lebensmittelverarbeitung, Landwirtschaft, Konsumgüter und Tourismus.

„Für ein starkes Bundesland wie Baden-Württemberg ist es wichtig, sich frühzeitig vor Ort aus erster Hand über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Kubas und das wirtschaftliche Potential für baden-württembergische Unternehmen zu informieren“, so Katrin Schütz. Gleichzeitig wolle man so auch zu einer Einschätzung der zukünftigen Perspektiven kommen.

„Als industrie- und exportstärkstes Bundesland setzen wir auf eine offensive, engagierte und innovative Politik, um nachhaltige und gleichberechtigte internationale Wirtschaftsbeziehungen zu schaffen“, sagte die Staatssekretärin. „Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Reformprozesses in Kuba geht es vor allem darum, die mittelständischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen dabei zu unterstützen, in Kuba Fuß zu fassen und Kontakte mit kubanischen Partnern auf- und auszubauen. Aus diesem Grund würden auch Vertreter zum Beispiel wichtiger Wirtschaftsorganisationen wie VDMA und IHK und einiger Medizinunternehmen an der Reise teilnehmen. Die Reise sei auch vor dem Hintergrund der Präsenz potentieller Wettbewerber wie Spanien, Italien oder Frankreich entscheidend, die bereits intensiv in Kuba tätig seien.

Katrin Schütz und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegation werden sich an den kommenden vier Tagen unter anderem bei der Außenhandelskammer über die kubanische Wirtschaft, sowie Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten informieren. Daneben sind Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Außenhandel sowie des Industrieministeriums vorgesehen.

Außerdem werden die Staatssekretärin und die Delegation die Sonderwirtschaftszone Mariel besuchen. Sie wurde 2014 eingeweiht und erstreckt sich auf 465 Quadratkilometern um den Hafen Mariel. Dort gibt es bereits ein Zementwerk, eine Werft sowie einen Containerhafen. Je nach Investoreninteresse soll die Zone schrittweise ausgebaut werden. Für eines von insgesamt acht geplanten Teilgebieten der Zone gibt es bereits einen Masterplan. Dort sind für bestimmte Wirtschaftszweige Areale vorgesehen, darunter ein Technologiepark für IT und Telekommunikation, Bereiche für die Lebensmittelindustrie und Logistik sowie für Dienstleistungen für die Ölindustrie. Für die Sonderwirtschaftszone gelten weitgehend dieselben Merkmale wie für die kubanische Investitionspraxis insgesamt, es bestehen jedoch Steuervergünstigungen. Investitionsvorhaben sind weiterhin genehmigungspflichtig, allerdings muss die Regierung innerhalb von 45 bis 90 Tagen eine Entscheidung treffen.

„Die baden-württembergische Wirtschaft hat Kuba einiges zu bieten. Sie steht für Qualität, Innovation und Verlässlichkeit. Für diese Stärken und für eine Kooperation auf Augenhöhe wollen wir in Kuba werben“, so Schütz.

Weitere Informationen:
Deutsche Unternehmen haben aktuell großes Interesse an einem Markteinstieg auf Kuba. Aus dem Kreis der EU-Länder nimmt Deutschland mit einem Handelsvolumen im Jahr 2015 von ca. 293 Millionen Euro (2014: 224 Millionen Euro) bisher keinen vorderen Rang ein. Die Einfuhr lag bei 35 Millionen Euro (2014: 33 Millionen Euro), die Ausfuhr bei 258 Millionen Euro (2014: 191 Millionen Euro). Hier gibt es, insbesondere im Vergleich zu Spanien und Italien, Aufholbedarf. Deutschland lieferte vor allem Getreide, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Kunststofferzeugnisse, Medizintechnik, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile. Kuba exportierte alkoholische Getränke, Tabakwaren, Honig sowie Obst- und Gemüsesäfte nach Deutschland.

Ein weiteres wichtiges Element der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ist der deutsche Tourismus nach Kuba. Seit 2011 nimmt dieser wieder zu. Im Jahr 2015 lag die Zahl der deutschen Besucher bei knapp 175.000 von insgesamt 3,5 Millionen Auslandstouristen. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 25 Prozent. Nach Kanada und den USA stand Deutschland damit an dritter Stelle der Herkunftsländer. Die kubanische Verschuldung gegenüber Deutschland wurde im Jahr 2000 durch ein bilaterales Umschuldungsabkommen geregelt. Dies ermöglichte auch die Wiederaufnahme der Gewährung von Hermes-Ausfuhrbürgschaften.

Das Handelsvolumen mit Baden-Württemberg lag im Jahr 2015 bei ca. 68 Millionen Euro (2014: 46 Millionen Euro). Die Einfuhr betrug 18 Millionen Euro (2014: 17 Millionen Euro), die Ausfuhr 50 Millionen Euro (2014: 29 Millionen Euro). Kuba liegt bei den wichtigsten Exportländern Baden-Württembergs auf Platz 86 (2014: Platz 94), bei den wichtigsten Importländern Baden-Württembergs auf Platz 84 (2014: Platz 84).

Mengenmäßig waren die wichtigsten Exportgüter von Baden-Württemberg nach Kuba im Jahr 2015 Maschinen (65 Prozent), chemische Erzeugnisse (5,7 Prozent), Kraftwagen und Kraftwagenteile (2,6 Prozent) und DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse (2,6 Prozent).

Die wichtigsten Importgüter, also die Einfuhren von Kuba nach Baden-Württemberg, waren im Jahr 2015 Tabakerzeugnisse (92,9 Prozent), Nahrungs- und Futtermittel (0,5 Prozent), Maschinen (2,7 Prozent) und Gummi- und Kunststoffwaren (0,5 Prozent).

Weitere Meldungen

Mensch und Roboter begrüßen sich, indem Sie die Knöchel aneinanderdrücken.
Förderung

Testfeld Urbane Robotik: Baden-Württemberg bringt Innovation in die Stadt

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert die Aufbauphase des Testfeldes Urbane Robotik am FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe mit rund einer Million Euro bis Mitte 2027.

Fahne des Landes Baden-Württemberg
Mittelstandsförderungsgesetz

Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes beschlossen

Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes beschlossen – Starkes Bekenntnis zum Mittelstand in Baden-Württemberg.

Glühbirne
Förderung

Wirtschaftsministerium fördert Deutsches Handwerksinstitut e.V. mit 240.000 Euro

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus beteiligt sich an der Grundfinanzierung des Deutschen Handwerksinstituts e.V. (DHI) im Jahr 2026 mit 240.281 Euro.

Ein Mann und eine Frau geben sich in einem Meeting mit anderen die Hand
Fachkräftesicherung

Regionalprogramm Fachkräftesicherung bis 2027 verlängert

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert auch in den Jahren 2026 und 2027 Veranstaltungen und Aktivitäten der regionalen Fachkräfteallianzen des Landes und stellt dafür 400.000 Euro zur Verfügung.

Mensch und Roboter begrüßen sich, indem Sie die Knöchel aneinanderdrücken.
Innovation

Millionen-Impuls für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert das neue „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“ mit rund 1,6 Millionen Euro in 2026.

Logo der Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“
Wettbewerb

Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“ zu vergeben

Das Land Baden-Württemberg vergibt die Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“ in diesem Jahr gemeinsam mit der oberschwäbischen Stadt Bad Schussenried. Ab Montag, 2. Februar 2026 läuft die Bewerbungsfrist.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Arbeitsmarkt

Gesamtzahl der Arbeitslosen steigt auf höchsten Wert seit 2007

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Veröffentlichung der neuesten Arbeitsmarktzahlen.

Bundestag

Wirtschaftsministerin im Deutschen Bundestag

Wirtschaftsministerin kritisiert im Deutschen Bundestag Verzögerungen bei Mercosur-Abkommen und fordert vorzeitige Anwendung.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
Tourismus

Nationale Tourismusstrategie setzt klaren Kurs auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Patrick Rapp, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, äußert sich zur heutigen Verabschiedung der Nationalen Tourismusstrategie im Bundeskabinett.

Delegationsreise Indien
Freihandelsabkommen

Einigung der Europäischen Kommission mit Indien auf ein Freihandelsabkommen

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut äußert sich zur Nachricht über die Einigung über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien.

Herr Peter S. Krause, Frau Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Frau Barbara Resch bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung
F&E Industrie

Agenda für eine starke Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg

Wirtschaftsministerin stellt mit der Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg und dem neuen Vorsitzenden von Südwestmetall eine gemeinsame Erklärung für eine starke Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg vor.

Auf dem Bild ist Ministerin Dr. Nicole-Hoffmeister-Kraut mit Herrn Dr. Andreas Zekorn zu sehen. Beide lächeln in die Kamera. Die Ministerin hält eine Urkunde in beiden Händen.
Ehrung

Dr. Andreas Zekorn mit Staufermedaille geehrt

Für seine herausragenden Verdienste als Archivar, als Forscher und Verfasser wissenschaftlicher Publikationen hat Dr. Andreas Zekorn die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten.

Innovationspreis 2025
Ausschreibung

Ausschreibung für den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg 2026 gestartet!

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus stellt auch in diesem Jahr wieder herausragende Innovationen von kleinen und mittleren Unternehmen aus Baden-Württemberg in den Mittelpunkt. Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2026 möglich.

CMT 2026 Tourismustag
Tourismus

Baden-Württemberg Tourismus kann in 2025 hohes Niveau halten

Mit einem positiven Resümee mit Blick auf die vergangenen Tourismusjahre begrüßte Staatssekretär Dr. Patrick Rapp die Gäste des Tourismustags 2026 des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus im Rahmen der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bürgergeld

Zumeldung zur aktuellen Diskussion um die geplante Bürgergeld-Reform

Zur aktuellen Diskussion um die geplante Bürgergeld-Reform äußert sich Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.