Internationaler Frauentag

„Pandemie hat Frauen in Bezug auf ihre Erwerbstätigkeit zurückgeworfen“

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Porträt von Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März zog Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Frauen und deren Erwerbstätigkeit eine kritische Bilanz: „Die Pandemie trifft Frauen insgesamt härter als Männer. Viele mühsam erkämpften Fortschritte wurden durch die Corona-Pandemie mit einem Schlag zunichtegemacht. Frauen sind in vielfacher Hinsicht die Krisenmanagerinnen. Häufig wurden sie aber auch in alte Rollenbilder zurückgeworfen. In mancher Hinsicht katapultierte die Corona-Pandemie uns gar um zehn Jahre zurück“, so Hoffmeister-Kraut. Die Entwicklung der Erwerbstätigenquote von Frauen mit Kindern war seit dem Jahr 2011 bis 2019 stetig gewachsen. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist sie nun wieder auf das Niveau von 2011 zurückgefallen. Besonders getroffen hat es Alleinerziehende, Frauen in Teilzeit und Minijobs, selbstständig tätige Frauen sowie Migrantinnen.

„Die Pandemie zeigt, die Familienarbeit lastete mehrheitlich auf den Schultern der Frauen, denn sie waren es, die ihre Arbeitszeit reduzierten und von Einkommensverlusten betroffen waren. Einkommensungleichheit verschärft somit eine ungleiche Aufteilung der Sorgearbeit“, so die Ministerin. Zwar hätten sich zu Beginn der Pandemie auch Männer in der Kinderbetreuung verstärkt mitengagiert. „Insgesamt sind es aber vorrangig Frauen, die ihre Arbeitszeit verkürzen, um den Spagat zwischen Job und Familie zu schaffen.“ So stieg der Gender Time Gap – die Differenz bei der durchschnittlich wöchentlichen Arbeitszeit zwischen Männern und Frauen – in der Pandemie bei Frauen mit Kindern von 10 auf 11 Stunden, bei Frauen ohne Kinder von 5 auf 6 Stunden. Wichtig sei es nun, so appellierte die Ministerin, von allen Seiten gegenzusteuern und den durch die Krise unterbrochenen positiven Prozess weiterzuführen. „Wir dürfen die bisher erzielten Fortschritte in der Chancengleichheit nicht gefährden. Passgenaue Angebote und Programme für Frauen sind wichtiger denn je, um Benachteiligungen gezielt auszugleichen. Unser Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf mit regionalen Beratungsangeboten zu allen beruflichen Fragen ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Frauen und der Arbeitswelt“, betonte Hoffmeister-Kraut.

Die Ministerin stellte aber ebenfalls fest: „Die Pandemie bringt auch positive Aspekte mit sich, die wir forcieren müssen. Für die Digitalisierung in der Arbeitswelt war sie ein echter Katalysator. Auf einen Schlag war eine viel stärkere Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort möglich.“ Diesen Kulturwandel gilt es fortzusetzen. Zudem könne man aus der Krise lernen, dass partnerschaftliche Aufgabenverteilung, flexible Arbeitsmodelle sowie eine gesicherte Kinderbetreuung systemrelevante Faktoren seien, so Hoffmeister-Kraut. „Hier müssen wir noch weiter vorankommen. Das gewährleistet mehr Stabilität in Krisen.“

Nähere Infos zum Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf: www.frauundberuf-bw.de

Weitere Informationen und Zahlen

Bei den Selbstständigen haben 63 Prozent der Frauen, jedoch nur 47 Prozent der Männer Einkommensverluste erlitten. [DIW Wochenbericht (4/2021) auf der Basis einer Sonderbefragung des Sozioökonomischen Panels (SOEP-CoV; Befragungszeitrum 4-7/2020)]

32 Prozent der Frauen mussten ihren Lebensstandard stark einschränken, 17 Prozent gar nicht, während 26 Prozent der Männer Einschränkungen hatten und 20 Prozent gar keine. [KfW-Research Fokus Volkswirtschaft 3/2021; Blitzumfrage auf der KfW-Gründerplattform im Frühjahr 2020]

Vor allem Alleinerziehende hatten überproportional große finanzielle Probleme und Stresszunahme. Zwischen 2019 und dem 1. Halbjahr 2021 fiel der Anteil erwerbstätiger alleinerziehender Mütter von 72,3 Prozent auf 68,2 Prozent. [StaLa, PM Nr. 23/2022 vom 08.02.2022]

Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Wirtschaftszweigen, die von den Auswirkungen der Pandemie wirtschaftlich negativ betroffen waren (beispielsweise in sonstigen Dienstleistungen inklusive Gastgewerbe: Frauenanteil: 57 Prozent, Anteil negativ betroffene Betriebe: 92 Prozent; sowie Gesundheits- und Sozialwesen: Frauenanteil: 80 Prozent, Anteil der negativ betroffenen Betriebe: 76 Prozent). [IAW-Kurzbericht 5/2021]

Migrantinnen waren von negativen Folgen besonders betroffen, denn sie sind stärker in Branchen beschäftigt, die von den Auswirkungen der Pandemie wirtschaftlich überdurchschnittlich negativ betroffen waren. Gute Integrationsprozesse wurden zudem unterbrochen.

Kontakt

Weitere Meldungen

Wirtschaftsministerkonferenz 2026 in Konstanz
Wirtschaftsministerkonferenz

Wirtschaftsminister der Länder tagen in Konstanz

Wirtschaftsminister der Länder tagen in Konstanz: Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im Mittelpunkt.

Logo von Start up BW
Start-up BW

energieleser aus Stuttgart gewinnt den Regional Cup GROUND-BREAKERS

Bühne frei für Innovation: energieleser aus Stuttgart gewinnt den Regional Cup GROUNDBREAKERS Region Stuttgart des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichert sich das Ticket fürs Landesfinale.

Bescheidübergabe Digitalisierungszentrum Ulm | Alb-Donau | Biberach | Neu-Ulm
Förderung

Digitalisierungszentrum mit rund 500.000 Euro gefördert

Digitalisierungszentrum Ulm | Alb-Donau | Biberach | Neu-Ulm mit rund 500.000 Euro gefördert

Futuromundo 2026
Start-up BW

Schülerteam „Cover Curtains“ siegt beim Landesfinale „Start-up BW Young Talents“

Schülerteam „Cover Curtains“ aus Weil der Stadt siegt beim Landesfinale „Start-up BW Young Talents“ im Rahmen der FUTUROMUNDO.

Digital Hub Stuttgart
Digital Hub

Digital Hub Region Stuttgart mit 500.000 Euro gefördert

Der neu zusammengeschlossene Digital Hub Region Stuttgart wurde feierlich durch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in Böblingen eröffnet.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Futoromundo

Wirtschaftsministerium treibt interdisziplinäre Innovationen voran

Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus präsentiert auf der FUTUROMUNDO CROSS INNOVATION CONFERENCE + FESTIVAL mit CYBERLÄND ein interdisziplinäres und hochkarätiges Programm.

unsplash / kendall ruth
Wirtschaftsgipfel

Wirtschaftsgipfel BW-EU on Tour

Mit der Premiere des neuen Formats „Wirtschaftsgipfel BW-EU on Tour“ bringt das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg seinen etablierten Dialog erstmals nach Stuttgart.

Die am Oberlauf der Donau gelegene Heuneburg
Tourismus

Tourismus Erfolgsfaktor im Land / Infrastrukturprogramm 2027 startet

Ab sofort können Städte und Gemeinden wieder Anträge auf Förderung ihrer geplanten touristischen Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen des Tourismusinfrastrukturprogramms 2027 (TIP) stellen.

Regional Cup der IHK Rhein-Neckar
Start-up BW

Linq Photonics aus Heidelberg gewinnt den Regional Cup der IHK Rhein-Neckar

Zwei Rentner stehen mit ihren Fahrrädern am Bodensee und schauen auf den See.
Rentenreform

Wirtschaftsministerin fordert zügige Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission

Um Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu sichern, seien jetzt Kompromissfähigkeit und Reformbereitschaft gefragt.

Virtuelle Visualisierung einer Glühbirne
Konjunkturprognose

Zumeldung zur aktuellen Konjunkturprognose des IAW und der Universität Hohenheim

Endlich wieder Wachstum im Land!

Eine Gruppe Menschen steht auf einer Wiese. Im Hintergrund ist ein Baum zu sehen. Vor der Gruppe stehen gelbe und blaue Buchstaben: BW und UK.
Brexit-Referendum

10 Jahre Brexit-Referendum

Wirtschaftsministerin fordert noch ambitioniertere EU-UK-Partnerschaft.

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Zumeldung

Die Umsetzung der vereinbarten Arbeitszeitreform ist völlig unzureichend.

Die Ausnahme muss zur Regel werden, fordert Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Heute Shuttle, morgen Lieferfahrzeug
U-Shift

Ein Fahrzeug für (fast) alle Fälle: U-Shift denkt Mobilität neu

Bei der Abschlussveranstaltung des Förderprojekts „U-Shift II“ zeigen die Projektpartner in Karlsruhe, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann, und sie geben Einblicke in ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich Autonomes Fahren.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Start-up BW

Zwei IW JUNIOR Schülerfirmen aus Baden-Württemberg gewinnen in Köln

Zwei Schülerfirmen aus Baden-Württemberg haben im IW JUNIOR Bundeswettbewerb in Köln am 16. Juni die Bronzemedaille sowie den Sonderpreis für das "Beste Pitch Deck" geholt.