Künstliche Intelligenz

Drei Einrichtungen aus Baden-Württemberg werden Teil eines europäischen Netzwerks für Künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion

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Eine Roboterhand tippt auf einem Monitor aus Glas

Drei Einrichtungen aus Baden-Württemberg werden Teil eines europäischen Netzwerks für Künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion und erhalten eine Fördersumme von rund 7,9 Millionen Euro.

„Die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz (KI) wird nahezu alle Branchen grundlegend verändern. Wenn wir daher die Chancen von KI beherzt ergreifen, können wir die Zukunftsfähigkeit des Produktionsstandorts Baden-Württemberg sichern“, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, anlässlich des Auftakttreffens des europäischen Netzwerks „AI-Matters“ in Palaiseau heute (24. Januar) südlich von Paris. Ein Konsortium aus Baden-Württemberg, bestehend aus dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, der Universität Stuttgart und der ARENA 2036, hat sich erfolgreich in einem von der Europäischen Kommission durchgeführten Wettbewerb durchgesetzt und erhält von der EU rund 3,95 Millionen Euro. Mit 22 weiteren Einrichtungen der angewandten Forschung aus acht europäischen Ländern bilden die drei baden-württembergischen Einrichtungen nun das Netzwerk „AI-Matters“. Die EU stellt insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Hoffmeister-Kraut sprach angesichts des Erfolgs von einem starken Signal für den KI-Standort Baden-Württemberg: „Die Einbindung unserer Einrichtungen in dieses europäische Netzwerk unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Baden-Württembergs als KI-Standort in Europa: Wir gehören in Europa zum Top-Level bei Künstlicher Intelligenz.“ Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus hatte die Bewerbung der baden-württembergischen Einrichtungen frühzeitig unterstützt und sich auch dazu bereit erklärt, den gleichen Betrag zur Verfügung stellen, so dass die Fördersumme rund 7,9 Millionen Euro betragen wird.

Netzwerk AI-Matters

Das Netzwerk AI-Matters wird Unternehmen aus ganz Europa ab 2024 an voraussichtlich sieben Standorten Test- und Experimentieranlagen zur Verfügung stellen. Das Fraunhofer IPA wird das baden-württembergische Teilkonsortium am Standort Stuttgart koordinieren. Institutsleiter Professor Bauernhansl sieht den Gewinn des deutschen AI-Matters-Standorts für das IPA und die beiden Stuttgarter Partnerorganisationen als strategisch wichtigen Erfolg. „Die Stärkung der Künstlichen Intelligenz gerade auch im produzierenden Gewerbe ist entscheidend für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Mit den neuen Test- und Experimentieranlagen können wir unser Angebot für die baden-württembergische Industrie in einer Schlüsseltechnologie erheblich ausbauen“, so Bauernhansl.

Ab Mitte 2024 können Anbieter von KI-basierten Komponenten für das produzierende Gewerbe ihre Leistungen an den AI-Matters-Standorten in realistischer Umgebung testen, bewerten und gegebenenfalls zertifizieren lassen. Gerade auch kleine und mittlere Unternehmen mit Produktionsprozessen sollen ihre konkreten Einsatzszenarien für KI experimentell erproben können. Die Wirtschaftsministerin betonte die Bedeutung von KI als Schlüsseltechnologie für die Zukunft und warb bei KMU aus dem produzierenden Gewerbe für das entstehende Testangebot.

Die Förderphase dauert bis Ende 2027. Im Anschluss soll sich der dauerhafte Betrieb vollständig aus Kundeneinnahmen finanzieren.

Hintergrund zum EU-Wettbewerb

Im Rahmen ihres Programms „Digital Europe“ startete die Europäische Kommission am 15. Februar 2022 den Förderaufruf Cloud Data and TEF (DIGITAL-2022-CLOUD-AI-02). Insgesamt vier als TEF („Testing and Experimentation Facility“) bezeichnete Netzwerke in den Bereichen Produktion, Gesundheit, Agrarwirtschaft/Ernährung sowie Smarte Städte sollen mit EU-Mitteln von insgesamt 110 Millionen Euro gefördert werden. Die jeweiligen Mitgliedsstaaten sollen noch einmal dieselbe Summe zusteuern. Zentrales Anliegen aller TEFs ist es, KI-Forschungsergebnisse in den genannten Bereichen zu marktfähigen KI-Lösungen weiterzuentwickeln.

Für eine Bewerbung mussten sich bestehende Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Mitgliedsstaaten bereits im Vorfeld zu grenzüberschreitenden Netzwerken zusammenschließen. Im Bereich Produktion („TEF for Manufacturing“) schlossen sich die genannten baden-württembergischen Einrichtungen unter anderem mit den Forschungseinrichtungen CEA-LIST (Frankreich), DTI-Robotics (Dänemark), Brainport-Industries (Niederlande), CIIRC-CTU (Tschechien), Tecnalia (Spanien), MADE (Italien) und LMS (Griechenland) zum Netzwerk „AI-Matters“ zusammen.

Weitere Informationen zum Programm: Testing and Experimentation Facilities under the Digital Europe Programme | Shaping Europe’s digital future (europa.eu).

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