Überbetriebliche Berufsbildung (ÜBS)

Berufsbildung

Förderung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS)

  • Auszubildende in einer Berufsschule (Quelle: dpa)

Die traditionelle Arbeitsteilung, nach der im Ausbildungsbetrieb die "Praxis" und in der Berufsschule "die Theorie" vermittelt wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Die hochspezialisierten industriellen Großbetriebe nutzen i.d.R. betriebseigene, produktionsunabhängige Lehrwerkstätten, um eine Berufsausbildung in der von der Ausbildungsordnung geforderten Breite durchzuführen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind hingegen aufgrund ihrer Betriebsgröße oder ihrer Spezialisierung häufig nicht in der Lage, alle vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte in ihrem Betrieb abzudecken.

Daher werden bestimmte Ausbildungsinhalte in den überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) vermittelt. Mittlerweile haben sich die ÜBS zu multifunktionalen Bildungszentren weiterentwickelt. So sind sie in hohem Maße in der Fort- und Weiterbildung aktiv. Darüber hinaus engagieren sie sich u.a. in der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung sowie auf vielfältigen anderen Gebieten wie z.B. der Erschließung neuer Zielgruppen. Ein Beispiel hierfür ist die Gewinnung ausländischer Fachkräfte. Damit leisten die ÜBS einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des Fachkräftebedarfs in Baden-Württemberg.

Was wird gefördert

  • Erstausstattung
  • Modernisierung der Ausstattung
  • Grunderwerb und Erstellung von Gebäuden, Erwerb und Erweiterung von Gebäuden
  • bauliche Modernisierung (Substanzerhaltung) und Umgestaltung von Gebäuden


Vorrangig gefördert werden Investitionen, die Räumlichkeiten schaffen oder Bereichen zuzurechnen sind, die unmittelbar der Aus- und Fortbildung dienen oder in denen Maßnahmen, die eine Berufsausbildung oder einen Berufsabschluss vorbereiten, ermöglichen oder unterstützen. Nur mittelbar der Aufgabenerfüllung dienende Investitionen können gefördert werden, wenn sie für die Funktionsfähigkeit der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten erforderlich sind. Ausgeschlossen von der Förderung sind Bauunterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, Verwaltungstätigkeiten, Finanzierung sowie Verbrauchsmittel und Unterrichtsmaterial.

Wer wird gefördert

  • Wirtschaftsorganisationen, z.B. Kammern, Fachverbände, Innungen
  • Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft (gemeinnützige GmbH`s etc., e.V.`s)


Form und Höhe der Zuwendung

Der Zuschuss wird als Projektförderung in der Regel als Anteilsfinanzierung gewährt. Der Landeszuschuss beträgt in der Regel bis zu 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Ergänzende Bundesmittel sind grundsätzlich in Anspruch zu nehmen. Es besteht die Möglichkeit eines Bundeszuschusses in Höhe von bis zu 45 Prozent.

Hierbei muss unterschieden werden:
Dienen die Investitionen überwiegend:

Maßnahmen mit Gesamtausgaben von weniger als 50.000,- Euro sind nicht förderfähig.

Voraussetzungen einer Förderung

  • Die Förderung setzt grundsätzlich eine 75-prozentige, in begründeten Ausnahmefällen eine mindestens 50-prozentige Auslastung der Bildungsstätte voraus.
  • Überbetrieblichkeit der Maßnahme
  • ggf. Zustimmung der übergeordneten Stelle, wie z.B. ZDH, Kammer etc.
  • Berufsbildungsstätte muss in Baden-Württemberg liegen

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