Mobilität

Strategiedialog Automobilwirtschaft zieht positive Zwischenbilanz

Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut beim Strategiedialog Automobilwirtschaft 2020

Das Spitzengremium des Strategiedialogs Automobilwirtschaft des Landes hat eine positive Zwischenbilanz gezogen und dabei erörtert, wie die notwendige Transformation der Automobilwirtschaft auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie zum Erfolg für Unternehmen, Menschen und die Umwelt gemacht werden kann.

„Die Automobilwirtschaft ist die Halsschlagader unseres Landes und ihre gegenwärtige Lage ist sehr angespannt. Die Herausforderungen sind groß. Der Antriebsstrang wird elektrifiziert und die Digitalisierung wird das zukünftige Automobil und seine Herstellung prägen. Für unsere Unternehmen ist dieser Wandel ein immenser Kraftakt. Die Corona-Pandemie hat die Belastungen vervielfacht. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Krise abzufedern“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Pressekonferenz zur Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs Automobilwirtschaft BW (SDA BW) am Donnerstag (17. September) in Stuttgart. Baden-Württemberg hat gerade für die kleinen und mittleren Betriebe einen Beteiligungsfonds aufgelegt und flankiert die umfangreichen Bundesmaßnahmen mit einem Zukunftsprogramm BW.

Bilanz der vergangenen Jahre

Kretschmann betonte: „Das Auto wird noch einmal neu erfunden. Digitalisierung und Dekarbonisierung sind dabei die Wegweiser“, und er unterstrich: „Wir wollen, dass unser Land auch in den alternativen und fortschrittlichen Technologien im Bereich Automobil weltweit eine führende Rolle innehat. Dass das Auto der Zukunft in Baden-Württemberg vom Band rollt und Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden. Unser innovatives Arbeitsformat des SDA BW bringt alle Akteure, von den Autoherstellern und Zulieferern über die Wissenschaft und die Beschäftigten bis hin zur Zivilgesellschaft, an einen Tisch. Damit liegen wir goldrichtig – das zeigen uns auch Folgeformate auf Bundes- und Länderebene, die in dieselbe Richtung gehen.“

Die Leistungsbilanz des Strategiedialogs bewertet Kretschmann positiv: „Wir haben uns national und international mit großen Automobilstandorten vernetzt, die Elektrifizierung massiv vorangebracht und unser Land mit Ladesäulen überzogen, so dass wir hier bundesweit sogar als modellhaft gelten. Ein urbaner Schnellladepark (USP) wurde jüngst eingeweiht, 15 weitere sind in der Umsetzung (siehe Strategiepapier Ladeinfrastruktur). Wir verfolgen die Antriebswende stringent und investieren stark in moderne Batterien, in Wasserstoff, Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe.“ Über 175 Millionen Euro seien im Rahmen des SDA vom Land Baden-Württemberg in Zukunftsprojekte geflossen. Weitere Beträge des Landeshaushalts im dreistelligen Millionenbereich untermauern die Ziele des Strategiedialogs, so der Ministerpräsident.

„Kooperationen sind in dieser veränderten Welt von herausragender Bedeutung“, betonte er und hob die von der Landesagentur e-mobil BW gesteuerten Pionierprojekte Cluster E-Mobilität Südwest und Cluster Brennstoffzelle Baden-Württemberg hervor. „Und unseren Mittelstand unterstützen wir ganz gezielt mit Wissen, Bildungsangeboten und Beratung durch die neue Landeslotsenstelle Transformationswissen BW (siehe Fortschrittsbericht 2020).

Schwerpunkte der kommenden Jahre

Zur Zwischenbilanzkonferenz wurde eine „Roadmap für eine erfolgreiche Transformation“ entwickelt. Kretschmann: „Ein Fokus liegt auf dem Klimaschutz. Wir investieren weiterhin in alternative Antriebe. Mit dem Forschungsprojekt ,reFuels‘ gehen wir gezielt regenerativ hergestellte Kraftstoffe an, die beispielsweise im Flugverkehr zum Einsatz kommen können. Eine Wasserstoff-Roadmap zeigt detailliert, wie wir Baden-Württemberg zur Modellregion für Wasserstoff machen werden. Mit unserer exzellenten Forschungslandschaft richten wir darüber hinaus unser Augenmerk auf die Entwicklung von Batterien der nächsten Generation.“

„Wir wollen zudem die Digitalisierung vorantreiben: Vernetzung, Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen (Betriebssysteme) sind die maßgeblichen Treiber der Zukunft. Wer hier die Nase vorn hat, gibt global den Ton an. Hier liegen die größten Wertschöpfungspotentiale. Wir müssen es sein, die dieses neue digitale Ökosystem mit neuen Allianzen, Netzwerken und Projekten gestalten“, unterstrich der Ministerpräsident (siehe Strategiepapier zur automatisierten und vernetzten Mobilität). „Wir nehmen in dieser Legislaturperiode weit mehr als eine Milliarde Euro in die Hand, um die digitale Infrastruktur auszubauen. Unerlässlich ist dabei auch die digitale Bildung. Die Corona-Krise hat uns drastisch vor Augen geführt, dass wir bei der Digitalisierung der Schulen noch Luft nach oben haben.“

Der Mittelstand sei laut Kretschmann durch den Strukturwandel besonders betroffen. „Volle Auftragsbücher haben eine kontinuierliche Weiterentwicklung verhindert. Nun gilt es, sich auf die neuen Technologien kurzfristig einzustellen und neue Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln“, sagte der Ministerpräsident. Neben den bisher eingeleiteten Maßnahmen wie Transformationswissen BW, dem Technologiekalender, den Transformations-Hubs und der Mittelstandsoffensive Mobilität müsse nun auch intensiv die Qualifizierung und Weiterbildung der Beschäftigten gesichert werden. „Wir werden daher eine ressortübergreifende Weiterbildungsstrategie erarbeiten, damit sich die Mitarbeitenden in der Automobilwirtschaft bestmöglich für die Arbeitsplätze der Zukunft bilden können“, führte der Ministerpräsident aus.

Weitere Stimmen

Strategiedialog Automobilwirtschaft BW

Der Strategiedialog Automobilwirtschaft BW startete 2017 und ist auf sieben Jahre angelegt. Seine Hauptbestandteile stellen sechs Themenfelder und ein Querschnittsfeld dar:

  • Forschung und Entwicklung, Produktion, Zulieferer (I),
  • Vertrieb, After-Sales (II),
  • Energie (III),
  • Digitalisierung (IV),
  • Verkehrslösungen (V),
  • Forschungs- und Innovationsumfeld (VI),
  • Querschnittsfeld Gesellschaft und Mobilität (VII).

Jedem Themenfeld steht ein Mitglied der Landesregierung sowie ein Co-Lead aus Unternehmen, Wissenschaft oder Nicht-Regierungsorganisationen vor.

Jährlich treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Unternehmensleitungen, der Wissenschaft, der Arbeitnehmervertretungen und der Zivilgesellschaft, um die bisherigen Fortschritte und das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach einer einjährigen Start- und Projektierungsphase ging der SDA 2018 in die Projektphase I (bis 2020) und nach der heutigen Zwischenbilanzkonferenz in die Projektphase II (2020 bis 2024) über.

Die Zwischenbilanzkonferenz wurde von einer digitalen Ausstellung mit Live-Formaten für interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Akteure und Stakeholder des SDA flankiert, die Inhalte sind noch bis voraussichtlich Februar 2021 online abrufbar.

Statements der Themenfeldvorsitzenden

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
  • Veranstaltung

„Der Donauraum in der Zeitenwende“

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Patrick Rapp diskutierte im Rahmen der Veranstaltung „Der Donauraum in der Zeitenwende" über die Herausforderungen durch den Krieg in der Ukraine sowie strategische Kooperationen.

Eine Hand hält eine Glühbirne in die Höhe
  • Wirtschaftsministerkonferenz

Baden-Württemberg und Bayern setzen sich bei Nachhaltigkeitsberichtspflichten für Belange kleiner Unternehmen ein

Baden-Württemberg und Bayern haben sich bei der heute beendeten Wirtschaftsministerkonferenz erfolgreich für die Belange kleiner Unternehmen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung eingesetzt.

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)
  • Gasmangel

Wirtschaftsministerin zur Gasmangellage

Wirtschaftsministerin ruft den Bund dazu auf, in der Gasmangellage für Transparenz und eine zuverlässige Planbarkeit für die Unternehmen zu sorgen.

Adobe Stock
  • Arbeitsmarktzahlen

Arbeitsmarktzahlen im Juni

Die Arbeitslosenquote steigt im Juni von 3,2 Prozent im Mai auf insgesamt 3,5 Prozent im Juni. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt bricht nur scheinbar ein. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit resultiert aus dem Übergang ukrainischer Geflüchteter in die Grundsicherung und nicht aus Arbeitsplatzverlusten.

Symbole für nachhaltige Wirtschaft auf grünem Hintergrund
  • Wirtschaftsförderung

Ausbau Zentrum für Frugale Produkte und Produktionssysteme in Stuttgart

Das Wirtschaftsministerium fördert den Ausbau des Zentrums für Frugale Produkte und Produktionssysteme am Fraunhofer IPA und IAO in Stuttgart mit 1,37 Millionen Euro.

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
  • Gründungswettbewerb

Start-up supertut GbR überzeugt beim Regional Cup Ulm

Das Team zieht mit seiner Geschäftsidee einer Community-Tutoren-Plattform für MINT-Fächer ins Landesfinale 2023 ein.

Virtueller Datenfluss im Web
  • Innovation

Wirtschaftsministerium fördert regionale KI-Labs mit 3,1 Millionen Euro

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreichte in Stuttgart die Förderbescheide. Mit der Förderung sollen wirtschaftlich tragfähige KI-Lösungen noch schneller in die Anwendung kommen.

  • Berufliche Orientierung

Orientierungstest wird um Ausbildungsberufe erweitert

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium stellt seit Jahren den Studienorientierungstest www.was-studiere-ich.de bereit. Ab diesem Jahr gibt der Test auch Empfehlungen für Ausbildungsberufe.

Junge Frau sitzt in einem Büro vor einem Laptop
  • Berufliche Orientierung

Land belebt berufliche Orientierung nach Pandemie neu

Die Aussichten am Ausbildungsmarkt sind so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wer jetzt mit der Schule fertig wird, kann aus einer Fülle attraktiver Ausbildungsangebote wählen.

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
  • Gründungswettbewerb

Start-up ReVive überzeugt bei den Sandbox Demo Days

Mit seiner Geschäftsidee eines digitalen Kleiderschranks zieht das Start-up damit ins Landesfinale 20230 des Gründungswettbewerbs „Start-up BW Elevator Pitch“ ein.

Blau-gelber Hintergrund und der Registrierungslink zum World CVreativity Forum 2022: www.cwf2022.de
  • Veranstaltung

Creativity World Forum bringt kreative Köpfe nach Stuttgart

Die jährliche Hauptveranstaltung der Districts of Creativity findet online vom 18. bis 21. Juli 2022 sowie am 21. Juli 2022 hybrid im Hospitalhof in Stuttgart statt.

Anonymer Bauarbeiter auf einer Baustelle beim Hausbau errichtet eine Wand aus Ziegel. / ©Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
  • Handwerksbericht

Handwerk bleibt Stabilitätsfaktor fürs Land

Das Handwerk in Baden-Württemberg schloss das 1. Quartal 2022 mit deutlich höheren Umsätzen ab als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg.

  • Industrie 4.0-Talente

Industriebetriebe mit innovativen Ausbildungsprojekten ausgezeichnet

Im Wettbewerb „Industrie 4.0-Talente“ werden herausragende Industrie 4.0-Umsetzungsbeispiele in der Ausbildung gesucht und die ausgewählten Projekte mit den beteiligten Auszubildenden öffentlichkeitswirksam prämiert.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
  • Tourismusbilanz

Winterbilanz fällt für Tourismusbranche positiv aus

Laut Zahlen des Statistischen Landesamtes kamen nach der stark durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Wintersaison 2020/21 im vergangenen Winter wieder mehr Gäste nach Baden-Württemberg.

Baustelle mit Kran / ©Smileus
  • Konjunkturprognose

Rückgang des realen BIP um 0,2 Prozent erwartet

Laut dem Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) dämpfen die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine ebenso wie die nach wie vor angespannten internationalen Lieferketten die Konjunkturprognose für das zweite Quartal 2022 in Baden-Württemberg.

Zwei Radwanderer in den Weinbergen
  • Förderprogramm

Tourismusinfrastrukturprogramm 2023 startet

Ab sofort können Städte und Kommunen wieder Anträge auf Förderung ihrer geplanten Infrastrukturmaßnahmen stellen.

  • Förderung

Wirtschaftsministerium fördert Batterieforschungsprojekte im Land mit rund 7,5 Millionen Euro

Die Förderung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um in Baden-Württemberg ein leistungsfähiges und nachhaltiges Ökosystem Batterie mit starken Akteuren auf allen Wertschöpfungsstufen aufzubauen.

Mitarbeiter in einem medizinischen Labor
  • Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft wächst 2021 stabil

Das Statistische Landesamt hat die Bilanz 2021 der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg veröffentlicht. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole-Hoffmeister-Kraut zeigt sich über die positive Entwicklung erfreut.

Ein Forscher überprüft einen Quantencomputer
  • Förderprogramm

Land fördert Verbundforschungsprojekte zum Quantencomputing

Im Zentrum der Ausschreibung stehen kooperative Forschungsarbeiten, die das Ziel haben, Erkenntnisse der Grundlagen- und Vorlaufforschung aus dem Gebiet der Quantentechnologien im Hinblick auf eine praktische Anwendung weiter zu entwickeln und für die Wirtschaft nutzbar zu machen.

Mutter mit ihren zwei Töchtern
  • Arbeit

Programm für Beschäftigungsförderung und Jugendhilfe wird ausgebaut

Mit dem Projekt „Beschäftigungsförderung und Jugendhilfe gemeinsam anpacken“ (BeJuga“) erprobt das Land seit 2017 an bisher 22 Standorten, wie Eltern und Alleinerziehende, die SGB II – Leistungen beziehen, und ihre Kinder besser unterstützt werden können. Ab Juli wird die Zahl auf 32 Standorte erhöht, die Erziehenden Zugang zu Beratung, Kinderbetreuung und Beschäftigungsmöglichkeiten erleichtern.

Kleiderbügel an einer Stange im Freien
  • Ausschreibung

Wirtschaftsministerium plant Ideenwettbewerb für den stationären Einzelhandel

Für den Wettbewerb wird zunächst ein geeigneter Dienstleister mit besonderer Einzelhandelskompetenz für die Entwicklung, Umsetzung und Nachbereitung per Ausschreibung gesucht.

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)
  • Arbeitsmarktzahlen

Arbeitsmarkt setzt im Mai seinen Aufschwung fort

Mit einer Arbeitslosenzahl von nur noch knapp 204.000 und einer Quote von 3,2 Prozent zeigte sich der Arbeitsmarkt in hervorragender Verfassung. Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut nannte die Arbeitsmarktdaten für Baden-Württemberg erfreulich.

Runder Tisch zur Bekämpfung von Menschenhandel zum Weck der Arbeitsausbeutung
  • Veranstaltung

Fachtag gegen Menschenhandel und Arbeitsausbeutung

Das Wirtschaftsministerium hat am 30. Mai 2022 den Fachtag „Gemeinsam gegen Menschenhandel und Arbeitsausbeutung“ ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Fachtags stand die Vernetzung der beteiligten Institutionen und Behörden.

Gruppenbild der Aussteller auf der Hannover Messe
  • Hannover Messe

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut besucht die Hannover Messe

2.500 Unternehmen präsentieren auf dem Messegelände in Hannover ihre Technologien für die Fabriken und Energiesysteme von morgen. Aus Baden-Württemberg kommen rund 200 Aussteller, darunter vier Gemeinschaftsstände mit über 60 Ausstellern.

www.i40-bw.de
  • Auszeichnung

Acht Leuchtturmprojekte zur Industrie 4.0 im Land ausgezeichnet

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Patrick Rapp hat per Videobotschaft die aktuellen Preisträger des Wettbewerbs „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ ausgezeichnet. Insgesamt wurden acht Digitalisierungslösungen im industriellen Produktionsumfeld prämiert, die Unternehmen erfolgreich im Betriebsalltag realisieren.